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Von fleißigen Assistenten und nützlichem Zubehör

Foto: © Alexas Pixabay


Gerade in ländlichen Gebieten sind Reiter häufig auch die Pferdehalter und haben ihre Pferde direkt am Haus. Sie benötigen neben dem ganz normalen Equipment für Ross und Reiter Helfer für Stall, Hof und Weide. Nicht alle Reitsportfachgeschäfte bieten diesen Stallbedarf überhaupt an – und in etlichen Läden werden diese etwas Charme armen Geräte eher stiefmütterlich behandelt. Ob Sie Forke, Karre und Co. in Ihrem Sortiment führen sollten, entscheidet letztlich Ihr Kundenkreis. Wenn Sie es feil bieten – dann doch bitte mit Herz und Verstand!


Erlebnisprofil schärfen
Der Erlebnis-Einkauf ist im Kommen, nicht nur im Rahmen von Fashion-Partys und Shopping-Specials. Auch das Antesten und Ausprobieren von Produkten gehört zunehmend zum Verkaufskonzept, mit dem sich der stationäre Fachhandel einen Mehrwert gegen Online-Anbieter verschafft. Hier ziehen inzwischen auch Baumärkte mit und bieten kleine Rasenflächen, um den Mäher zu testen, Holzstapel können zersägt, Schrauben in diverse Wandarten gedreht werden. Eine prima Idee – und durchaus ein Vorbild für Maschinen und Gerätschaften aus dem Bereich der Stalltechnik. Drücken Sie also Ihrem Kunden einfach mal einen Besen in die Hand, lassen Sie ihn Schubkarren auf diversem Belag schieben oder zeigen Sie die Alltagsqualitäten von Mistboy und Bollengabeln auf einem nett dekorierten Terrain vor Ihrem Laden.

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Best Boys – so hält es der Meister...
Pferdesport Hofmeister – zweifacher Gesamtsieger des Reitsport Markt-Händler Awards – testet Stall- und Hofhelfer auf Herz und Nieren, bevor diese an den Kunden verkauft werden. Ebenfalls wichtig für den Fachhändler aus Gevelsberg:
 
„Wir vertreiben Mistboys, die sich von der Haltbarkeit her über Jahre bewährt haben. Das sind in unserem Fall überwiegend Modelle der Firma Stubbs. Wenn wir uns neue Muster zuschicken lassen, dann schauen wir uns die Verarbeitung bei den Haken an, ob hier viele Kleinteile verbunden wurden, die eher auseinanderbrechen könnten als ein großes Stück. Bei den Mistboys stellen wir uns kurz auf die Kante des Behälters. Bei schlechten Mistboys bricht diese vordere Kante nämlich gerne sofort. Dann wird der Mistboy tatsächlich in der Praxis getestet, direkt im Einsatz am Stall. Hier merkt man sehr schnell, ob es ein Kunststoff ist, der leicht bricht oder ob sich die Verschraubungen oder Nieten, mit denen der Behälter am Griff befestigt wurde, lösen. Neben der Haltbarkeit ist dem Kunden auch eine leichte Reinigung wichtig. Haben Mistboy oder Harke Kanten, an denen der Schmutz leichter haften bleiben würde? Was nützt einem ein Mistboy, wenn er ständig verschmutzt in der Ecke steht?
 
Feine Auswahl
Empfehlenswert ist es, nur eine kleine Standardauswahl zu haben, weil besonders bei den Mistboys der Preiskampf enorm ist. Hier gibt es Mitbewerber, welche die nicht so haltbaren Mistboys zu Preisen verkaufen, die an den Einkaufspreis von den haltbaren Mistboys rankommen. Dennoch ist es natürlich ein Standardprodukt, was in einem Ladengeschäft mit Technikprodukten nicht fehlen darf. Und wenn man hier allgemein in seinem Geschäft lieber Qualität statt Preiskracher verkauft, wissen die Kunden den Preisunterschied auch zu schätzen. Wir stellen verschiedene Farben an Mistboys aus, damit es etwas freundlicher wirkt. Die Mistboys werden im Set gebündelt, Mistboy oder Haken können aber auch einzeln gekauft werden. Wir haben im Ladenbüro extra einen Technikbereich, in dem alles für den Stallbereich zu finden ist, so auch Mistgabeln, Besen und weitere praktische Technik.“ Vielen Dank, Anika Pohl von Pferdesport Hofmeister, www.hofmeister-pferdesport.de

Wahls Auswahl
Bei den kleinen Weidehelfern ist in meinen Augen eine Zaunalarmleuchte echt wertvoll, weil mi ihr auch auf große Distanzen gecheckt werden kann, ob der Zaun in Ordnung ist oder nicht. So können auch ganz günstige Weidezaun-Geräte mit ein paar Euros gepimpt werden, wo ansonsten nur Geräte ab 300 Euro aufwärts die nötigen Infos liefern. Und es geht nichts über einen sicheren Zaun! Ein weiterer Favorit ist nach wie vor der Litzclip. Eine total simple und hocheffektive Erfindung, wenn es darum geht, Zäune schnell mal instand zu setzen. Die Verbinder lassen sich quasi in die Hosentasche stecken, sind leicht zu montieren und elektrifizieren zu 100 Prozent. Für mich immer noch eine Top-Neuheit und tatsächlich ein kleiner und feiner Weidehelfer, der in keinem Laden fehlen sollte!
 
Nachgefragt bei Andreas Wahl
Wie kommen Geräte mit Elektrotechnik wie Rüttel-Mistgabel oder auch Schiebkarre mit Rüttelbrett zur Trennung von Streu und Pferdeäpfeln an? Andreas Wahl: „Die Rüttel-Mistgabel oder auch die Schiebkarre mit Rüttelbrett sind meiner Meinung nach sicher tolle Helfer, die in der Praxis schon ihren Platz gefunden haben. Ich gebe aber zu bedenken, dass man sich bei diesen Produkten die Frage der Verhältnismäßigkeit stellen muss: Der Verbraucher sollte selbst abwägen, ob er mit einem überproportionalen Invest im Vergleich zum Standard so viel Zeit, Mühen und Geld sparen kann, damit bei solch einer Gabel eine Preisdifferenz von rund 70 Euro und bei dem Elektro-Karren durchaus einige tausend Euro egalisiert werden kann.“

Andreas Wahl ist Geschäftsführer der Wahl GmbH, Agrar- und Reitsportfachmarkt und Fachversand. Reitsport Wahl konnte 2017/2018 den Reitsport Markt-Händler Award der Kategorie „Bester Vollsortimenter“ gewinnen.
www.wahl-reitsport.com

 

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Taugliche Karren
Welche Modelle einer Schubkarre sollte jedes gut sortierte Fachgeschäft vorhalten?
„In gut sortierten Fachgeschäften, die auch entsprechendes (technisches) Equipment anbieten, sollten insbesondere die großen Zweiradkarren (Hofkarren, Kippkarren) für Profi-Anwender nicht fehlen. Für kleinere Einsätze beziehungsweise eher private Anwender (Hobby) sollten es die großvolumigen Schubkarren-Modelle sein, wobei von Seiten der Käufer der Wunsch nach leichter Bedienbarkeit geäußert wird – hier sind es eher die Karren mit leichten Materialien, bevorzugt mit Kunststoff-Wannen.“

Wenn für den Verkauf im Laden kein Platz ist – welche Parameter müssen abgefragt werden, um aus dem Katalog heraus die passenden Modelle zu verkaufen?
„Natürlich werden am ehesten Karren gekauft, die für den gewünschten Einsatzzweck bestens geeignet erscheinen. Es kommt also darauf auf, welche Bedürfnisse beim Anwender, also Ihrem Kunden, bestehen. So sind zum Beispiel solche Dinge zu beachten, abzufragen und zu beraten:
– Großes Volumen = eher Zweiradkarre, Hof- und Kippkarre
– Enge räumliche Verhältnisse = eher Einradkarre, weil beweglicher
– Muss über einzelnes Brett geschoben werden = Einradkarre
– Eher weiches Gelände = Einradkarre
– Standsichere Karre = Zweiradkarre
– Tragkraft = Zweiradkarre
– Haltbarkeit = verzinkte Gestelle + Kunststoffwannen
 
Welche Schubkarre ist eher sandkastentauglich als stallfest – also auf was kann der Einzelhändler gut und gerne verzichten?
„Wir stellen seit längerem einen Trend fest, wo der Anwender auf die Einsatzfähigkeit und die Belastbarkeit der Karren deutlich mehr Wert legt. Es geht hier um lange Benutzbarkeit bei größtmöglichem Einsatzzweck. Wir erfüllen mit unseren in Deutschland hergestellten Profi-Geräten diesen Wunsch. Abzuraten wäre eher von billigen Import-Modellen wie auch den billigen Baumarkt-Modellen. Neben eher kurzen Einsatzzeiten stört hier insbesondere, dass es kaum richtige Ersatzteile gibt.“ Vielen Dank, Ralf Schauties von Schwarz Transportgeräte GmbH, www.schwarz-transportgeraete.de

 

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Kartoffelbrei, Nimbus und andere Wesen
Bibi Blocksberg hat einen und Harry Potter auch. Stallbetreiber haben in der Regel viele: Besen – aus Reisig und Stroh, aus Borsten und Draht.
Bei den Besen für Hof und Stall unterscheidet man zwischen zwei Grundmodellen: die Rutenoder Reisigbesen einerseits und die Querholzbesen andererseits. Bei der ersten Art wird ein Bündel Reisig oder Stroh direkt an den Besenstiel gebunden. Die langbezweigten Modelle sind wahre Langstrecken-Feger, reinigen schnell, großflächig und mit leichtem Schwung. Echte Kraftprotze oder akkurate Saubermänner hingegen sind sie nicht. Wer die letzte Sorgfalt möchte, muss mit dem Strohbesen kehren. Widerspenstigem Schmutz rückt man am besten mit Querfegern zu Leibe. Den Besen mit Querholz, dem sogenannten Riegel, wird unterschiedlichstes Material für die im Riegel eingezogenen Borsten eingesetzt. Zum Einsatz kommen harte Pflanzenfasern, Kunststoff- oder Gummiborsten. Für besondere Härtefälle wie gefrorene Blätter, festgetrampelte Mistreste und kleinere Eisflächen sind sogenannte Kratzbesen optimal. Sie besitzen zusätzlich zu den Kunststoff- auch Stahldrahtborsten und eine Metallstoßkante, damit man solche festen Stellen lösen kann. Sie sehen, es gibt genügend Argumente, um dem Besen suchenden Kunden auf einen Schlag drei Produkte zu verkaufen...
 
Karren mit Schub
Das Balancieren von vollbepackten Schubkarren, das Hochstemmen, Auskippen und wieder Aufrichten, das geht Ihren Kunden ganz schön ins Kreuz. Alles wird jedoch anders, wenn motorbetriebene Modelle zur Hand sind: Diese gibt es als dezent-leise Elektroschubkarren oder als regelrechte Kraftpakete mit Verbrennungsmotor und sie sind auf weiten Strecken mit ansteigendem Profil eine echte Erleichterung. Und auch beim Auskippen spürt man den Komfort der automatischen Unterstützung. Weiteres Plus vieler motorisierter Schubkarren: Sie lassen sich ausgehend vom Grundmodell in viele praktische Hofhelfer verwandeln, wie beispielsweise Sackkarre oder mobiler Wassertank, und unterstützen so unter anderem beim Schnee-Schieben, Hof-Kehren oder beim Laubsaugen. Eine Besonderheit der Elektroschubkarren stellt die sogenannte Rüttelkarre dar. Sie trennt Pferdeäpfel und Dreck von sauberer Einstreu und zwar automatisch. Dabei schaufelt man einfach den Boxeninhalt auf eine perforierte Plattform, die rüttelt sich und schüttelt sich und lässt saubere, für dieses Karrenprinzip benötigte Spezialstreu zu Boden gleiten, der Mist hingegen wird abwärts gelenkt, direkt in die Auffangwanne der Karre. Kein Muss, aber in Zeiten immer knapper werdender Einstreu eine durchaus überdenkenswerte Anschaffung. 
 
Spannende Verkaufsargumente
Zu den wichtigsten Hofhelfern rund um Stall und Weide gehört ohne Frage ein Elektrozaun-Gerät. Denn es ist ein enorm wichtiger Sicherheitsfaktor, wenn es um Begrenzungen aller Art geht! Natürlich muss man bei der Beratung immer auch das komplette Zaunsystem im Auge behalten, es abfragen und im Kontext beraten. Fakt aber ist: Ein reibungslos funktionierendes und perfekt angepasstes Stromgerät ist das Herzstück vom gesamten Hütesystem.

 

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Starker Impuls
Informieren Sie Ihren Kunden über die Impulsenergie, die ein Gerät abgibt. Sie muss bei mindestens 0,1 Joule liegen. Das ist die unterste Grenze, die bei einer kurzen Umzäunung ohne Ableitungen ausreichen müsste. Man kann übrigens ohne weiteres ein Gerät mit stärkerer Impulsenergie kaufen, denn die Energie, mit der das Pferd einen Schlag bekommt, wird dadurch nicht zu hoch ausfallen. Außerdem ist es ratsam, ein Weidegerät mit integrierter Erdungskontrolle zu verkaufen.
 
Batterie, Akku oder Netz?
Nach Art der Spannungsversorgung unterscheidet man die Zaungeräte in drei große Produktgruppen: Geräte, die über die Netzspannung gespeist werden, Geräte, die rein über Batterie beziehungsweise Akku versorgt werden, und Geräte, die durch eine technische Kombination von Akku und Solarzellen unter Strom stehen. Um die geringsten Betriebskosten zu produzieren, sollte immer dann, wenn eine ausreichende Netzspannung (230 Volt) zur Verfügung steht, diese auch angezapft werden. Bieten Sie die autonomen Geräte mit einer dazu gehörigen Stromquelle an. Für die Beratung sollten Sie Folgendes wissen: Wenn die Weide klein und gepflegt ist und die Pferde nicht länger als acht Stunden pro Tag gehütet werden müssen, reicht ein Batterie betriebenes Stromgerät durchaus aus. Alles, was darüber liegt, verlangt eine größere Lösung. Bei Weiden mit Dauerbestand ist eigentlich immer zum 12 Volt-Akku zu raten oder, wenn der Anschluss da ist, auch zum Netzgerät. Das ist nicht nur rentabler, sondern auch wesentlich hütesicherer.
Um die richtige Entscheidung für Ihren Kunden zu treffen, können Sie dessen Zaunparameter beispielsweise bei www.weidezaunrechner.de einpflegen und sich eine entsprechende Geräteempfehlung holen.
 
Markenqualität zahlt sich aus
Der Großteil der Markenprodukte an E-Zaungeräten ist übrigens durchgängig gut. Aufpassen sollte man beim Verkauf von super günstigen No-Name-Produkten. Die Leistungsnachweise werden hier nämlich durch nicht standardgemäße Messergebnisse deutlich beschönigt. Alle für Deutschland zugelassenen Geräte sind mit dem VDE-Prüfzeichen gekennzeichnet. Das garantiert unter anderem, dass die verteilten Stromschläge unschädlich sind für Mensch und Tier. Allerdings fehlt dieses Zertifikat bei manchen Super-Günstig-Geräten, die via Internet vertrieben werden. Hier ist also Vorsicht geboten.
 

Veröffentlichung in der Print-Ausgabe HIPPO 6/2018


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