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Ja zum Helm, denn: Wer Hirn hat, schützt es!

Seit dem 1. Januar dieses Jahres bleiben Zylinder und Stetson im Schrank, denn selbst die weltbesten Dressurkünstler und die rasantesten Westernhelden behüten ihr Haupt auf internationalem Parkett mit Helm. Eine mehr als überfällige Entscheidung – trotz Protest von Deutschlands prominentesten Frackträgern. Doch eines ist sicher: Helme gehören auf jeden Reiterkopf und zwar zu jedem Zeitpunkt. Sie schützen, sind komfortabel und haben vielfach eine wirklich tolle Optik!

© auremar_stock.adobe

 

 

Sicherheit mit TÜV-Siegel

Welche Sicherheitskriterien fragt der TÜV ab, bevor er einem Helm seine Zertifizierung verleiht?
Frank Wittmann: „Eine Mindestsicherheit muss für jeden Helm gegeben sein, der in Europa verkauft wird. Die Anforderungen dafür sind in der Norm DIN EN 1384 und in der Verordnung für Persönliche Schutzausrüstung (EU) 2016/425 Anhang II beschrieben und müssen auch überprüft werden. Sofern die Anforderungen von Norm und Verordnung erfüllt sind, kann ein Zertifikat ausgestellt werden.“
Viele Hersteller testen intern und behaupten dann, sie seien sicherer, als die gesetzlich vorgegebenen Normen es erfordern. Wie bewerten Sie das? Hilft das dem Fachhandel als Verkaufsargument? Verwirrt es die Endkunden?
 
Frank Wittmann: „Die Mindestsicherheit muss gegeben sein. Darüber hinaus kann ein Helm auch mehr Sicherheit bieten, als von der Norm gefordert. Das ist durchaus zulässig und ich bewerte das nicht negativ.“
Es gibt Studien (wie beispielsweise die vom Hersteller Back on Track in Auftrag gegebene), die besagen, dass relevante Sicherheitsfeatures – wie beispielsweise die Rotationsbewegung – gar nicht getestet würden. Ein Kopf würde aber selten frontal, sondern fast immer seitlich aufschlagen. Das würde nicht berücksichtigt bei den Tests und der Zertifizierung. Was sagen Sie dazu?
Frank Wittmann: „Ein Helm wird sowohl frontal, dorsal und auch lateral mit Aufschlägen überprüft. Eine Prüfung der Rotation ist in der aktuellen Norm als Mindestanforderung tatsächlich nicht enthalten. Es wird sich zeigen, ob Rotation zu einer normativen Mindestanforderung für Helme wird. Bevor man prüfen oder zertifizieren kann, muss man wissen, welche Rotationsbeschleunigungen am Kopf nicht überschritten werden dürfen und welche Anforderungen sich daraus für den Helm ergeben. Schließlich müssen entsprechende Messverfahren und auch Messequipment entwickelt werden, welche diese Anforderungen exakt abbilden und hinreichend genau reproduziert werden können. Diese Entwicklung steht noch ziemlich am Anfang.“

Vielen Dank unserem Experten Frank Wittmann vom TÜV Süd! 

Moderne Helme obenauf

Mit Uvex auf Helmschau

© UVEX

 
Gibt es revolutionäre Innovationen, die den Helm von heute so besonders sicher machen?
Wir haben im September drei neue, innovative Reithelmmodelle vorgestellt, die die Sicherheit des Trägers erhöhen: Der uvex exxential II LED ist der erste uvex-Reithelm mit integrierter Helmbeleuchtung. Im Ruhezustand sind die LEDs nicht zu sehen und werden auf Knopfdruck aktiviert. Gerade in der dunklen Jahreszeit oder wenn sich der Ausritt in die Abendstunden verlängert, sorgt der Helm für eine bessere Sichtbarkeit. Hinzu kommt, dass der Helm die Reit- und Radhelmnorm erfüllt, so dass Reiter, die mit dem Rad zum Stall fahren, nur noch einen Helm benötigen und stets perfekt geschützt sind. Mit dem uvex exxential II MIPS setzen wir neue Maßstäbe in puncto Leichtigkeit, Tragekomfort und Sicherheit. Erstmals kommt das höhenverstellbare Multi-Directional Impact Protection System (MIPS) zum Einsatz, das bei einem seitlichen oder schrägen Aufprall zusätzlich vor Rotationskräften schützt. Unsere Top-Innovation ist der uvex elexxion Tocsen mit intelligentem Notrufsystem, der Reitern mehr Sicherheit bei Solo-Ausritten im Gelände garantiert. Der in der anatomischen Größenanpassung integrierte Tocsen-Sturzsensor wird via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und löst nach einem Sturz automatisch einen Notruf inklusive Notfallortung aus.

Helme im Verkauf

Bei welchen Features punkten hochwertige Markenhelme, wie die von Uvex, gegenüber günstigen Varianten? Mit welchen Verkaufsargumenten kann der Verkäufer den teureren Markenhelm rechtfertigen?
Die uvex-Reithelme sind alle „made in Germany“ und werden in unseren eigenen Werken produziert. Somit liegt die komplette Fertigung und Qualitätskontrolle in unserer Hand. Grundsätzlich verwenden wir die modernsten Technologien und  Materialien, die vor ihrem Einsatz in unserem hauseigenen Labor verschiedene Tests durchlaufen müssen. Alle unsere Reithelme sind mit unserem bewährten 3D IAS-System ausgestattet. Die Größenanpassung ist weiten- und höhenverstellbar, was den perfekten Sitz des Helms garantiert. Hinzu kommt unser einhändig bedienbarer monomatic-Verschluss für ein super einfaches Öffnen und Schließen der Gurtbänder. Außerdem achten wir, trotz der hohen Normanforderungen, bei jedem Modell auf eine perfekte Be- und Entlüftung des Helmes sowie auf ein optimales Tragegefühl – egal ob in der Freizeit oder auf dem Turnier.

Wie genau testet der Verkäufer den passenden Sitz eines Helms? 

Der Helm darf nicht von den Gurtbändern am Kopf gehalten werden. Dazu ist es wichtig, zunächst die richtige Helm- beziehungsweise Schalengröße auszuwählen. Den uvex perfexxion II gibt es beispielsweise in drei unterschiedlichen Größen. Sobald die passende Helmgröße gefunden ist, wird der Helm über das 3D IAS-System in Höhe und Weite an den Kopf angepasst. Kann man den Kopf anschließend nach unten kippen und schütteln, ohne dass der Helm runterfällt, sitzt dieser perfekt. Danach werden noch die Gurtbänder in der richtigen Länge eingestellt und fertig.

 

Welche Services rund ums Thema Helm sollte der Fachhandel anbieten?

Helmanpassung ist eines der wichtigsten Themen. Zusätzlich dazu sollte der Händler Ersatz-Innenausstattungen anbieten, damit Kunden ihren Helm jederzeit „auffrischen“ können. Obwohl unsere Innen­ausstattungen waschbar sind, sollte man diese auch von Zeit zu Zeit austauschen und erneuern. Ein zusätzlicher Service ist auch, auf Anfrage hin zu prüfen, ob ein Helm noch innerhalb der empfohlenen Gebrauchsdauer ist oder schon eine optisch erkennbare Beschädigung aufweist. In beiden Fällen sollte zu einem neuen Helm geraten werden.

Ganz viel Technik

Lassen Sie uns einen Blick auf und in den uvex-Helm werfen: Wie also ist der Aufbau konstruiert, um den Reiterkopf optimal zu schützen? Welche Techniken machen ihn sicher?
Damit alle uvex-Helme den höchsten Sicherheitsanforderungen entsprechen, werden sie nach den neusten technischen Standards hergestellt. Die Inmould- und die Hardshell-Technologie sind die beiden vorherr­schenden Technologien in der Reithelmfertigung. Bei der Inmould-Technologie wird das Schutzmaterial EPS direkt in die Polycarbonat-Schale eingeschäumt. Das sorgt für eine leichte Helmkonstruktion bei höchster Schlagfestigkeit und die perfekte Fusion aus EPS-Innenschicht sowie PC-Außenschicht. Bei der Hardshell-Technologie besteht der Helm mit seiner gespritzten Außenschale und der EPS-Innenschale aus einer hochwirksamen Sicherheitskombination: außen schlagfest, innen stoßabsorbierend und kälteisolierend. Diese aufwändige Konstruktion ermöglicht den Einbau perfekt ausgelegter, verschließbarer Belüftungs­öffnungen und -kanäle und einen optimalen Tragekomfort. Der uvex elexxion kombiniert beide Techno­logien zur Hybrid-Technologie. Diese fortschrittliche Technologie vereint die robuste Hard­­shell-Konstruktion im oberen Helmteil mit dem Inmould-Verfahren im unteren Helmteil. Das Plus: viel Raum für Öffnungen und Kanäle für eine perfekte Belüftung.

Modellvielfalt im Blick

Es gibt – ja auch bei Ihnen im Hause – verschiedene Helmmodelle. Diese variieren preislich deutlich. Was genau wird bei einem Helm denn verändert? Also ist der teurere uvex-Helm auch sicherer oder nur „schicker“ aufgemacht?
Grundsätzlich wird der Preis eines Reithelms erst einmal dadurch beeinflusst, nach welcher Helmtechnologie der Helm hergestellt wurde. Auch wenn alle Helmtechnologien höchsten Sicherheitsansprüchen genügen, erfordern die verschiedenen Bauweisen unterschied­liche Arbeitsschritte. Es kommt zum Beispiel auch darauf an, wie viele Anbauteile ein Helm hat. Es gibt Helme, deren Schirm per Hand montiert wird, bei anderen ist der Schirm bereits Teil der Helmschale. Vergleicht man den Kinderhelm onyxx mit dem uvex exxential, sieht man den Unterschied auf den ersten Blick. Ein wichtiges Thema für den Preis sind auch die verwendeten Materialien und die Veredelung dieser. Ist der Helm „nur“ lackiert oder mit Stoff bezogen? Um welchen Stoff handelt es sich dabei: um Alcantara, Satin oder sogar Leder? Das gleiche gilt für den Rahmen: Ist er lackiert oder verchromt, bedeutet das einen höheren Aufwand in der Fertigung. Im Reitsport ist das Finish mit Swarovski-Kristallen ebenfalls ein wichtiger Faktor. Ob lediglich der Rahmen dezent mit einigen Kristallen verziert ist oder ob über 1.000 Kristalle auf dem Helm funkeln, wie es beim uvex suxxeed flash der Fall ist, macht einen großen Unterschied. Dazu kommen dann noch innovative technische Features und Sicherheitssysteme wie integrierte LEDs, das Multi-Directional Impact Protection System (MIPS) oder der Tocsen-Sturzsensor. So erklären sich die unterschiedlichen Preise.

Gibt es disziplinspezifische Helme?

Grundsätzlich sind alle Modelle in allen Disziplinen einsetzbar. Im Ausrüstungskatalog der LPO (Leistungs-Prüfungs-Ordnung der FN) ist lediglich ein Reithelm vorgeschrieben, welcher die aktuell gültige Norm für Reithelme erfüllt. Das ist bei allen Reithelmen von uvex der Fall. Deshalb kann jeder Reiter seinen Helm nach seinen Vorlieben wählen. Dabei sollte der Helm vor allem vom Tragekomfort der Disziplin angepasst sein. In einigen Disziplinen sind bestimmte Helme populärer als andere. Dabei spielt auch die Optik eine Rolle. Aufgrund seiner klassischen Form ist der uvex suxxeed beispielsweise im Dressursport besonders beliebt. Hier ist seit diesem Jahr auch das Tragen eines Reithelms in allen Prüfungskategorien vorgeschrieben. Bisher bestand in einigen Klassen noch die Möglichkeit, mit Zylinder oder Melone an den Start zu gehen. In der Vielseitigkeit legen Reiter besonderen Wert auf einen leichten und gut belüfteten Helm. Hier erfüllt beispielsweise der perfexxion II alle Bedürfnisse und bietet auch im Gelände einen hohen Tragekomfort. Weitere Infos: www.uvex-sports.com

Blick in die Zukunft

Wie sieht der Super-Sicherheitshelm der Zukunft aus – also wo ist im Rahmen der Forschung noch Luft nach oben?
Einerseits besteht bei den verwendeten Materialien noch Luft nach oben. Sie werden immer leistungsfähiger und auch nachhaltiger. Was den Sicherheitshelm der Zukunft aber besonders beeinflusst, ist die Digitalisierung. Gerade bei Sicherheitsprodukten gibt es schon jetzt Ansätze, die Reitern einen großen Mehrwert bieten. Hier wird in den nächsten Jahren noch viel passieren! Besten Dank an unsere Expertin Miriam Gleixner, Product Manager Equestrian Sports von uvex! 

Veröffentlichung in der Ausgabe HIPPO 1/2021 

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