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Was dem Sattler Kopfschmerzen bereitet!

Rechtsanwältin Bettina Sander aus Mainz informiert!

Viele Reiter kennen das leidige Problem eines unpassenden Sattels. Es führt zum Ungehorsam des Pferdes beim Reiten bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Pferdes. Klar ist auch: Weist der verkaufte Sattel einen Sachmangel auf, so stehen dem Kunden Gewähr­leistungsansprüche zu.

© Pixabay

Sachmangel ja oder nein?
Doch hier beginnt schon häufig der Streit. Was ist alles unter den Begriff des Sachmangels zu fassen? Der Gesetzgeber führt dazu aus, dass eine Sache frei von Sachmängeln ist wenn sie bei Gefahrübergang die vereinbarte Beschaffenheit aufweist. Soweit keine Beschaffenheit vereinbart ist, ist die Sache frei von Sachmängeln, wenn sie sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung eignet oder wenn sie sich für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann. Bei dem Kauf eines Sattels, der für ein bestimmtes Pferd gefertigt wurde, ist der Sattel mangelfrei, wenn er diesem Pferd passt. Ob ein Sattel passend ist oder nicht, ist im Zweifel in einem Gerichtsverfahren durch Einholung eines Sachverständigengutachtens zu klären, wobei hier immer zu berücksichtigen ist, dass es sich bei dem Pferd um ein Lebewesen handelt, dessen Körperform sich durch Muskelauf- und -abbau stark verändern kann. Da es sich in der Regel aber um einen sogenannten Verbrauchsgüterkauf (Unternehmer verkauft an Verbraucher) handelt, wird die Mangelhaftigkeit der Kaufsache unterstellt, sofern sich der Mangel in den ersten sechs Monaten nach Übergabe des Sattels zeigt. Im Falle des Verkaufs eines Maßsattels sollten deshalb die genommenen Maße des Pferdes, die Grundlage der Anfertigung des Maßsattels waren, unbedingt aufbewahrt werden, so dass im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung belegt werden kann, welche Daten und Maße zum Zeitpunkt der Sattelfertigung einschlägig waren.
 

Mangelhafter Sattel – was nun?
Sollte sich ergeben, dass der Sattel tatsächlich mangelhaft ist, muss der Kunde zunächst vom Verkäufer Nacherfüllung verlangen. Erst wenn die Nacherfüllung fehlschlägt oder unmöglich ist, kann der Kunde vom Vertrag zurücktreten, mindern oder Schadens- oder Aufwendungsersatz verlangen. 

Veröffentlichung in Ausgabe HIPPO 9/2019: Dieser Text stellt keine Rechtsberatung dar und erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

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