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Alter Schimmer? Weg damit

Ein Beleuchtungskonzept ist, so radikal es klingen mag, dann veraltet, wenn es nicht auf LED-Leuchten basiert.

 
Alle anderen Leuchtmittel, seien es Leuchtstoffröhren beziehungsweise Energiesparlampen, Halogenstrahler und Natriumdampflampen, können sowohl bei der Energieeffizienz als auch bei der Lichtqualität bei Weitem nicht mit einer LED-Beleuchtung mithalten. Jeder Monat, den man mit der Modernisierung wartet, kostet bares Geld. Bei der Lichtqualität hat LED Licht einen entscheidenden Vorteil: Das Licht entspricht in seiner spektralen Zusammensetzung am ehesten dem Tageslicht – es beinhaltet einfach gesagt alle Farben des Regenbogens! Durch dieses breite Spektrum gibt das Licht Objekte in seiner tatsächlichen Farbe, also so, wie sie auch im Tageslicht aussehen würden, wieder. Wer kennt es nicht, dass man in einem schlecht ausgeleuchteten Geschäft etwas kauft, was einem zu Hause so gar nicht mehr gefällt? Außerdem tut natürliches Licht dem Auge gut: Licht aus hochwertigen LED-Leuchten ist anders als das Licht von Leuchtstoffröhren und anderen Lampen flackerfrei. Flackern Leuchten – mit zunehmendem Alter sogar wahrnehmbar – stört dies die Wahrnehmung und die Konzentration. Es ist anstrengender, sich dort aufzuhalten, und kann, wenn man sich lang dort aufhält, zu Schlafstörungen führen. Das sollte vor allem Ihren wertvollen Mitarbeitern nicht zugemutet werden. Praxistipp: Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Röhren oder Energiesparlampen nicht flackern, betrachten Sie die Leuchte mal durch die Kamera Ihres Smartphones! Sie werden sich wundern! Darüber hinaus sind die alten Leuchten häufig ohne wirkliches Konzept, sondern eher nach Gefühl in Gebäuden angebracht. Dies führt dazu, dass einige Bereich gut und andere schlecht ausgeleuchtet sind. Mitunter sind Regale von oben hell erleuchtet, werfen selbst aber lange Schatten, sodass die Ware nicht richtig in Szene gesetzt wird. Auch wenn zum Zeitpunkt der Installation der alten Leuchten ein Konzept berücksichtigt wurde, war in diesem der Alterungsprozess der Leuchtmittel oft nicht berücksichtigt. Über die Jahre verlieren Leuchtmittel an Leuchtkraft, sodass es schleichend immer dunkler wird.

 

© Pexel_Pixabay.de

Licht an – so scheint‘s perfekt!
Entscheidende Faktoren bei der Auswahl des Leuchtmittels sind die Farbtemperatur des Lichts, angegeben in Kelvin, und die Beleuchtungsstärke, angegeben in Lux. In Bereichen, in denen Menschen aktiv sind, sie also arbeiten oder einkaufen, sollte die Farbtemperatur im neutralweißen Bereich bei 4.000 Kelvin liegen. Dieses Licht hat die natürlichste Farbwiedergabe und wirkt aktivierend auf den Organismus. In Bereichen zur Entspannung und zum Verweilen, beispielsweise in einer Sitzecke, kann mit einer Farbtemperatur von etwa 3.000 Kelvin für eine gemütliche Atmosphäre gesorgt werden. Die Beleuchtungsstärke sollte in Bereichen, in denen man ohne Anstrengung etwas erkennen möchte – möglicherweise auch im Detailbereich –, mindestens 400 bis 800 Lux betragen und dabei blendungsfrei sein. Blendungen werden durch speziell gesoftete Scheiben vermieden. Wichtig ist dabei, Schattenwurf und dunkle Ecken zu vermeiden. Deshalb sollten die Leuchten so ausgewählt und angeordnet sein, dass auch Licht schräg in Regale fällt und so angeordnet ist, dass der Kunde selbst keinen Schatten auf die Ware wirft. Da jedes Geschäft individuell gestaltet ist und ganz eigene Herausforderungen stellt, sollte bei der Modernisierung nicht auf ein professionelles Beleuchtungskonzept verzichtet werden, bei dem auch die Alterung der Leuchten berücksichtigt wird. Mit einer digital errechneten Lichtsimulation und einem Beleuchtungsplan weiß man vorher, an welcher Stelle wie viel Licht ankommt.
 
Formvollendet
Als Leuchtquelle empfehlenswert sind Flachstrahler beziehungsweise Strahler mit verstellbaren Haltewinkeln oder Anbauleuchten, die direkt an der Decke montiert werden. Aus ästhetischen Gründen und um ein Einstauben des Leuchtmittels zu vermeiden, ist diese Montage direkt an der Decke ratsam. Natürlich gibt es aber auch schöne Lösungen mit Hängeleuchten. Für unterschiedliche Einbauhöhen gibt es dementsprechend dimensionierte Strahler mit entsprechender Leistung, sodass am Zielobjekt die gewünschte Beleuchtungsstärke erreicht wird. In der Regel tritt das Licht aus diesen Strahlern in einem Winkel von 120 Grad aus. Bei besonders hohen Räumen oder speziellen Anforderungen, zum Beispiel einer Spot-Beleuchtung für ein bestimmtes Produkt, werden Optiken auf die LED-Chips gesetzt, die das Licht bündeln, um ein Highlight in Szene zu setzen. Leuchtröhren sind in der Nutzung übrigens nicht ganz unproblematisch: Eine Hochleistungs-LED wird im Betrieb bis zu 107 Grad heiß. Wichtig für eine lange Lebensdauer der Diode ist eine gute Kühlung. Diese wird durch massive Kühlkörper aus Aluminium und Kühlrippen erreicht. In einer Röhre, die 360 Grad rundum leuchtet, was in den seltensten Fällen notwendig ist, kann die Wärme nicht von der Diode weggeführt werden. Daraus folgen, eine große Hitzebelastung und eine verkürzte Lebensdauer. Außerdem darf man LED-Röhren nicht einfach in bestehende Fassungen von alten Leuchtröhren einschrauben!

 

© Jonny Lindner_Pixabay.de

So sparen helle Köpfe
Als Faustregel gilt: Wenn die Beleuchtung zehn Stunden am Tag eingeschaltet ist, rechnet sich die Investition nach ungefähr drei Jahren. Dieser Richtwert schwankt natürlich mit dem Strompreis und dem Stromverbrauch der zuvor installierten Beleuchtung. Bei dieser einfachen Rechnung sollte jedoch nicht vernachlässigt werden, welche negative Wirkung eine schlechte Beleuchtung und welche positive Wirkung gutes Licht auf Mitarbeiter und Kunden hat. Gutes Licht steigert das Wohlbefinden der Menschen, die so länger im Geschäft verweilen, mehr kaufen und gerne wiederkommen. Mitarbeiter sind konzentrierter und fühlen sich wohler. Diese sekundären positiven Wirkungen sind natürlich schwieriger zu beziffern, tragen aber zur Amortisierung der Investitionskosten auf jeden Fall auch bei.
 
...und was ist mit Bewegungsmeldern?
Bewegungsmelder sind im Geschäft nicht erforderlich. Gegebenfalls könnten Schaufensterbeleuchtungen bedarfsgerecht über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden. Im Außenbereich des Geschäfts kann über Bewegungsmelder eine Sicherheitsbeleuchtung gesteuert werden. Dies trägt zur Objektsicherheit bei.
 
Die Leuchte Nordhessens
Die Firma Kurzenknabe GmbH aus Nordhessen beschäftigt sich als Werksvertretung für Landtechnik und landwirtschaftliches Bauen seit über 30 Jahren mit Lösungen für Landwirtschaft und Gewerbe. Kernkompetenz ist neben der langjährigen Erfahrung und der Realisierung zahlreicher Projekte vor allem das ausgewogene Produktportfolio, welches Komplettlösungen aus einer Hand ermöglicht. Höchste Qualität und Kundenzufriedenheit sind dabei der Anspruch. Seit über sechs Jahren befasst sich das Team der Kurzenknabe GmbH mit Beleuchtungssystemen für die Tierhaltung, für Gewerbe und Außenbeleuchtung und vertreibt die in Kassel (Hessen) produzierten Beleuchtungssysteme der Firma elkom elektronik – LUFOLIGHT®. LUFOLIGHT® steht für höchste Qualität aus hochwertigen Materialien „Made in Germany“. Die Firmen elkom elektronik und Kurzenknabe GmbH erstellen für jeden Kunden ein individuelles Beleuchtungskonzept mit Lichtsimulation und Installationsplänen und begleiten den Kunden von der ersten Idee bis zum Abschluss des Projekts. Weitere Infos unter www.kurzenknabe-gmbh.de

 

© Kurzenknabe

Es werde Licht im Horse Shop Landenhausen!
Erst vor zwei Jahren investierte Horse Shop Landenhausen in einen modernen Neubau. Das Ladengeschäft zum gut florierenden Online-Shop sollte auf 700 Quadratmetern Verkaufsfläche auch erste Adresse sein. Professionell geplant wurde das Ganze vom Ladenbau-Spezialisten. Doch das profunde Wissen in Sachen Licht fehlte hier ganz offenbar:
„Die Beleuchtung wurde damals von unserem Ladenbauer empfohlen. Wir hatten die Wahl zwischen einem im Raum aufgehängten Schienensystem, über das bestimmte Warengruppen speziell nochmal beleuchtet werden, oder an der Decke befestigten Deckenstrahlern, die den gesamten Raumausstrahlen sollten. Wir entschieden uns ohne professionelles Beleuchtungskonzept für die Deckenstrahler, um den Raum nicht zu niedrig wirken zu lassen“, erinnert sich Inhaber Christof Keller. Die Montage erfolgte damals über den lokalen Elektriker. „In der Praxis dann haben wir schnell gemerkt, dass dieses Lichtkonzept nicht die optimale Lösung war: Ecken und Randbereiche wurden nicht ausreichend ausgeleuchtet. Da die Beleuchtung von der Decke mit relativ großem Abstand zu den Waren installiert war, wurden Regale zum Teil nur von einer Seite ausreichend gut beleuchtet. Bestimmte Warengruppen, beispielsweise unsere exklusive Sattelwand, bekamen lediglich indirektes Licht ab.“
 
Trübe Aussicht
So, das war dem Inhaberehepaar Simone und Christof Keller schnell klar, konnte das nicht bleiben. „Wir mussten noch einmal investieren und zwar in ein hoch professionelles Beleuchtungskonzept. Die zu unspezifische Planung im Vorfeld hat uns Lehrgeld gekostet!“, beurteilt Keller und rät jedem, der neu baut oder renoviert, nicht nur einen generellen Ladenbauer ins Beratungsteam zu holen, sondern eben auch einen echten Lichtspezialisten. „Mit Planung der Ladenfläche muss die Beleuchtung mitgeplant werden und zwar abhängig von der Präsentation der Warengruppen!“, so sein Appell.
 
Erhellende Lösung
Die Kellers fanden in der Firma Kurzenknabe einen kompetenten Beleuchtungsexperten. Auf deren Anraten wurden zunächst einmal neue Lampen angeschafft. „Die alten hatten keinen optimalen Abstrahlwinkel und wirkten vom Licht her viel zu kalt. So kam einfach keine gemütliche Verkaufsatmosphäre auf. Außerdem wurden viele Produkte in falschem Licht dargestellt“, bilanziert Christof Keller die vormalige Licht-Misere ehrlich. Zwölf neue Strahler zu je 500 Euro wurden also gekauft, deren Abstrahlwinkel und Helligkeit berechnet und die Lichtquellen dann entsprechend optimal angeordnet. So erstrahlen jetzt alle Produktgruppen in idealem Licht und auch Gänge und Ecken sind perfekt ausgeleuchtet. Die so notwendige Nachbesserung in Sachen Licht ist auf große Zustimmung gestoßen: „Die Kunden haben das neue Beleuchtungskonzept als sehr positiv wahrgenommen und auch für unsere 13 Mitarbeiter ist es ein viel angenehmeres Arbeiten,“ freut sich Keller und auch darauf, dass die LEDs Energie und damit Kosten sparen.
 
Lampen-Revival
Die alten Deckenstrahler wurden übrigens nicht weggeworfen, sondern für eine neue Lagerhalle verwendet. Für diesen Zweck sind sie optimal. Kellers Tipp: „Ändert man die Anordnung der Warengruppen, muss das beim bestehenden Beleuchtungsprofil berücksichtigt werden. Solche Positionswechsel müssen bei den Planungskosten mit einkalkuliert werden.“

Kellers Tipp:
„Ändert man die Anordnung der Warengruppen, muss das beim bestehenden Beleuchtungsprofil berücksichtigt werden. Solche Positionswechsel müssen bei den Planungskosten mit einkalkuliert werden.“


Signale aus dem Fenster
Gerade Fachgeschäfte, die ihren Sitz im urbanen Umfeld haben, können mit schön dekorierten Auslagen und geschickter Beleuchtung ihre Magnetwirkung für den abendlichen Schaufensterbummel erhöhen.

© Reitsport Peter, Gundelfingen


 
Vielfältige Aufgaben
 
Grundbeleuchtung erhellt Ihre Ladenfläche gleichermaßen. Sie sollte im Idealfall neutralweiß sein und Verkaufsraum oder Schaufenster ebenmäßig ausleuchten, um dem Kunden Übersicht und Orientierung zu bieten.
 
Akzentbeleuchtung ist das Highlight in Ihrem Laden. Spot an für echte Glanzstücke, ein „Licht für echte Hingucker“. Es setzt einzelne Produkte oder Bereiche optisch in Szene, betont ihre Details und ist daher heller als die normale Grundbeleuchtung – allerdings in einem angenehmen Warmweiß. Akzentbeleuchtung wird gebündelt abgegeben, ideal hierfür sind LED-Strahler oder -Downlights.
 
Effektlicht ist eine ganz spezielle Form der Akzentbeleuchtung. Hier wird das Licht durch Farbwechsel oder bewegliche, veränderliche Elemente selbst zum Blickfang.
 
Lichte Stimmung
Wussten Sie, dass Fisch unter bläulichem Licht schimmert wie gerade gefangen? Fleisch rosé angeleuchtet mit dem ultimativen Frischekick auftrumpft und Brötchen unter goldgelbem Schein ein äußerst knuspriges Erlebnis bieten? Und was Licht an der Lebensmitteltheke kann, schafft es erst recht in Ihrem strahlenden Lichtkonzept: Warmweißes Licht lässt exklusive Lederwaren noch hochwertiger und neutrale bis kaltweiße Helligkeit Gebisse und Spezialzäumungen technisch noch ausgereifter erscheinen. Für modische Trends ist es durchaus schwierig, eine passende Lichtfarbe zu empfehlen, da es wie bei Fisch und Fleisch auch auf die Farbe der Ware ankommt. Für jede Trendfarbe eine eigene Leuchte zu installieren, ist nicht praxistauglich. Wichtig für Mode ist eine gute Farbwiedergabe, die über den Farbwiedergabeindex (CRI) angegeben wird. Dieser sollte über 80 liegen. Dies wird am besten mit neutralweißem Licht (4.000 Kelvin) erreicht. Für schwarze Stoffe kann auch kälteres Licht benutzt werden, es ist aber abzuwägen, ob eine zu große Variantenvielfalt bei der Lichtfarbe nicht eine zu große Unruhe in das Geschäft bringt. In Umkleiden ist übrigens eher warmweißes Licht (3.000 Kelvin) empfehlenswert, da es dem Betrachter im Spiegel schmeichelt (gesunde Hautfarbe – ähnlich wie in der Fleischtheke!).  
 

Veröffentlichung in der Print-Ausgabe HIPPO 11/2018

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