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Haltet den Dieb

Die Zahl der schweren Ladendiebstähle nimmt kontinuierlich zu. Zwar sinken die unspektakulären Taten von Gelegenheitsdieben – dem gegenüber aber stehen organisierte Diebstähle und Bandenkriminalität, die dem Einzelhandel schwere Schäden zufügen.

© Pixabay

Wer, wie, was?
Dass Ladendiebe in der Regel nicht zahlende „Kunden“ sind, stimmt gewissermaßen nur zur Hälfte. Denn nur rund 50 Prozent der im Einzelhandel begangenen Diebstähle werden von fremden Personen ausgeübt. Betriebsangehöriges Personal, Lieferanten und Boten machen ebenfalls lange Finger. Und: Man sollte es kaum glauben, selbst die Geschäftsführer und Chefs lassen Dinge, gelinde gesagt, „verschwinden“ – und verbuchen die Verluste als Diebstahl. Neben dem Warenklau gehören übrigens der Griff in die Kasse und das unrechtmäßige Aneignen von Post und Paketen zu den üblen Gaunereien.
 
Fiese Tipps
Man muss gar nicht ins Darknet abtauchen, um mit kriminellen Machenschaften in Kontakt zu kommen. Da Ladendiebstahl offensichtlich immer noch bagatellisiert wird, gibt es Tipps und Tricks, wie man Waren unbezahlt aus dem Laden schleust, ganz öffentlich und frei zugänglich: Wenn Sie wissen wollen, wo sich die Diebe mit den neuesten Infos rund ums Thema Ladendiebstahl versorgen, schauen Sie doch mal hier: www.lebensraeuber.wordpress.com. Natürlich gibt es diese Tipps nicht nur als „Anleitung“, sondern eben als Hallo-Wach-Infos für Verkäufer.

  

Foto: Petra Bork, © pixelio.de

Hochsicherheitstrakt versus Wohlfühlatmosphäre
Sie können die Verkaufsatmosphäre so gestalten, dass sich ehrliche Käufer wohl fühlen und potenzielle Diebe erst gar nicht in Versuchung geraten, Böses auszuhecken und zu vollstrecken. Diese Balance halten Sie vornehmlich auf zwei Säulen: Ihrem Personal und Ihrem ladenbaulichen Konzept!
 
Wachsame Augen
Den allerbesten Schutz vor Ladendieben bietet tatsächlich qualifiziertes Verkaufspersonal. Mitarbeiter, die erkennbar präsent und aufmerksam sind sowie im Umgang mit Ladendieben aus- und immer wieder fortgebildet sind, haben sich nämlich als wirksamste Waffe gegen Gauner und Co erwiesen. Aus langjähriger Erfahrung weiß die Polizei: Ladendiebe fürchten nichts mehr, als auf frischer Tat ertappt zu werden. Allein die Präsenz aufmerksamen Personals, der freundliche, jedoch scharfe Blick zur rechten Zeit nimmt Dieben die Ruhe und die Selbstsicherheit, zur kriminellen Tat zu schreiten. Über die fachliche Ausbildung des Personals hinaus bietet sich dem Einzelhandel eine ganze Fülle präventiver Schutz-Möglichkeiten. Um sich gegen solch dreistes Vorgehen zu schützen, setzen große Fachgeschäfte auf elektronische Artikelsicherungen.
 
Film ab
Eine Videoüberwachung mittels Kameras trägt auf jeden Fall auch zur Abschreckung potentieller Täter bei. Dabei muss aber unbedingt auf bestehende Datenschutzbestimmungen geachtet werden. So ist prinzipiell jede Videokamera bei der Datenschutzkommission meldepflichtig und muss genehmigt werden. Ausnahmen wie beispielsweise für Juweliere und auch Tankstellen, sofern diese verschlüsselt aufzeichnen und erst bei einem Anlassfall die Bänder entschlüsseln, sind im Reitsportfachhandel nicht Usus.
 
Offen und ehrlich
Zu den baulichen Präventionen gehört, dass die Verkaufsräume möglichst so gestaltet sind, dass alle Gänge und Nischen von zentralen Punkten aus einsehbar sind. Regale sollten nicht zu eng gestellt werden und trotz ihrer Höhe einen gewissen Überblick erlauben. Die Beleuchtung der Verkaufsräume sollte überall hell und gleichmäßig sein. Auch die Ordnung und die an sich übersichtliche Präsentation der Waren gehört zu wirksamen Maßnahmen gegen Diebstahl. Besonders diebstahlgefährdete Waren (Schmuck rund ums Pferd, Geländereiter-Uhren und ähnliches) bewahren Sie sicherheitshalber in abschließbaren Vitrinen auf. Um zu verhindern, dass Kunden Taschen mit in den Verkaufsraum nehmen, könnten Sie von sich aus anbieten, an der Kasse darauf zu achten. Auch eine Investition in die elektronische Warensicherung senkt das Diebstahlrisiko.
 

© Kölnmesse

 
Tatort Spoga?
Die Koelnmesse berät, wie Sie sich vor Diebstahl auf Messen schützen können. Menschenmengen, fremde Gesichter und viel Aktion: Großveranstaltungen bieten Langfingern viel Raum, auch auf Messen. Die meisten Veranstalter unterstützen und beraten Aussteller und Besucher mit Maßnahmen, um Eigentum leichter zu schützen. So auch die Koelnmesse auf der spoga horse.
 
Was in der Fußgängerzone gilt, gilt auch auf dem Messeboulevard
Machen Sie es den Taschendieben schwer und tragen Sie Ihre Wertgegenstände immer eng am Körper. Sollte das nicht möglich sein, lassen Sie sie niemals unbeaufsichtigt, auch nicht bei intensiven Geschäftsgesprächen. Das gilt für Handtaschen ebenso wie für Rollkoffer. Besonders ärgerlich für Diebe: Wenn sich die Mühe nicht lohnt! Nehmen Sie nie mehr Bargeld mit als unbedingt nötig.

Gelegenheit macht Diebe
In den Fokus der Diebe gerät aber nicht nur Bares, sondern alles, was gefällt – von der Deko-Vase bis hin zum Designer-Sattel an den Ausstellerständen. Häufig sind Diebstahlopfer verwundert, welche Produkte Begehrlichkeiten wecken. Auch wenn der finanzielle Schaden manchmal gering ausfällt, ist der Ärger auch bei kleiner Beute groß. Deshalb gilt es, Produkte und Waren niemals unbeaufsichtigt offen am Stand zu lassen. Besonders in der Hektik des Auf- und Abbaus und in der Nacht vor dem ersten Messetag, wenn die meisten Stände bereits gut bestückt sind, versuchen Langfinger, aktiv zu werden. Abschließbare Kabinen oder Wertfächer sowie Sicherungen durch Schlösser an Exponaten erschweren einen Diebstahl. „Wir nehmen das Thema sehr ernst und unterstützen unsere Kunden bestmöglich“, so Ines Rathke, Direktorin der spoga horse. „Ich rate daher allen Ausstellern, die kostenlose Sicherheitsberatung in Bezug auf Diebstahlsprävention unseres internen Ermittlungsdienstes in Anspruch zu nehmen, um das eigene Sicherheitskonzept am Stand zu überprüfen.“ Über weitere Infos zur Diebstahlprävention und allgemeine Sicherheitshinweise informiert die Messe auf ihrer Homepage.
 
Erste Hilfe im Fall der Fälle
Die Sensibilisierung der Aussteller und die umfassenden Maßnahmen der Koelnmesse zeigen in der Statistik Wirkung. Wenn es doch einmal zum Diebstahl kommt, kann die Anzeigenerstellung über den Ermittlungsdienst erfolgen. Dieser leitet die Anzeige dann an die Kölner Polizei weiter. Ein Service, der die Formalitäten erledigt und so den Betroffenen während des Messebetriebs viel Zeit und Nerven erspart.

Klauen im Vorbeigehen
Gut besuchte Events wie Top-Turniere oder Messen sind bei Langfingern sehr beliebt. Überall dort, wo es unübersichtlich ist, wo viel „Durchgangsverkehr“ herrscht und eine große Menge an Waren – mäßig gesichert – feilgeboten wird, schlagen sie zu. Publikumsmessen wie auch Fachmessen können davon ein Lied singen.
 
Klauen nach der Uhr
Ladendiebe werden vorzugsweise zu Zeiten starken Kundenaufkommens aktiv, etwa in der Vorweihnachtszeit, zu Aktionstagen oder während der Schlussverkäufe. Auch kann man ein erhöhtes Diebstahlrisiko zum Letzten des Monats ausmachen, kurz vorm Wochenende sowie in den letzten Stunden vor Ladenschluss. Sicherlich muss man neben den Diebstählen während der Ladenöffnungszeiten auch die Einbrüche während der Schließzeiten im Auge behalten. Gerade Profis nutzen die stillen Stunden, um Waren in großem Stil mitgehen zu lassen. Die örtliche Polizei ist Ansprechpartner genauso wie spezialisierte Sicherheitsfirmen, um Ihre Geschäftsräume in einen Hochsicherheitstrakt zu verwandeln.

Besten Dank, Sarah Becker-Kraft, Koelnmesse
 

  
Die Top-Tricks der  Ladendiebe     
Besten Dank, www.lemke-training.de
 
  • Der Schwangerschafts-Trick

Weibliche Ladendiebe täuschen manchmal eine Schwangerschaft vor, um unter dem weiten Umstandskleid alle möglichen Waren zu verstecken. Einzige Möglichkeit, die Diebin bei begründetem Verdacht zu entlarven, ist, diese Person in ein Gespräch zu verwickeln und ihr so zumindest zu zeigen, dass sie bemerkt worden ist.

  • Der Helm-Trick
Der vermeintliche Kunde kommt mit seinem Reithelm oder auch einem Fahrradhelm in das Geschäft und steckt Kleinartikel in diesen Helm.
 
  • Der Kinderwagentrick
Ein Kinderwagen ermöglicht es, eine große Anzahl gestohlener Ware zu entwenden. Die Ausrede des Ladendiebs bei Überführung („das muss der Kleine wohl eingesteckt haben“) erschwert die Beweislage, da Minderjährige bis 14 Jahre nicht strafbar sind.
 
  • Der Alt-gegen-Neu-Trick

Diese Methode wird häufig im Textilbereich angewandt. Mit neuen Stiefeletten an den Füßen oder mit einer teuren Ganzbesatz-Hose verlassen die „Kunden“ das Geschäft, während etwa die Montur im Laden zurückgelassen wird.

  • Der Deponier-Trick
Häufig wird dieser Trick bei Textilwaren mit meist zwei Personen angewandt. Eine Person nimmt zwei oder mehrere Teile in die Kabine und lässt bewusst ein Teil zurück. Die zweite Person trägt offensichtlich ein Teil in dieselbe Kabine. Das dort deponierte Teil steckt sie ein oder zieht es unter ihre eigene Kleidung.
 
  • Der Ablenkungs-Trick

Es handelt sich dabei um eine Methode, die gerne beim Ladendiebstahl durch mehrere Personen angewandt wird. Während eine Person die Aufmerksamkeit des Verkaufspersonals auf sich lenkt, begehen in der Zwischenzeit die Komplizen den Ladendiebstahl. Oder: Eine Person fragt nach dem Artikel, der nicht im Verkaufsraum, sondern im hinteren Geschäftsbereich oder nur auf Lager vorrätig ist. Dadurch muss das Verkaufspersonal den Verkaufsraum für eine kurze Zeit unbeaufsichtigt lassen.

  • Der Zusatz-Kauftrick
Der Dieb stattet die von ihm ausgewählten Artikel mit Zusatzartikeln aus – zum Beispiel die Reitkappe mit einem entsprechenden Überzug. Hier sind die Kassenmitarbeiter immer wieder zu informieren, welche Zusatzartikel in den angebotenen Verkaufs- artikeln mit enthalten sind.
 
  • Der Ineinanderpack-Trick

Hohlkörper, wie beispielsweise gekaufte Reitstiefel, werden mit gestohlener Ware aufgefüllt. Dieser Trick eignet sich auch bei Putzkisten. Hier ist die Aufmerksamkeit der Kassenmitarbeiter besonders gefordert.

  • Der Große-Taschen-Trick

Die Ware verschwindet direkt in der Einkaufstasche, in großen Manteltaschen oder in weiten offenen Jacken. Diese einfache Methode kommt in über 90 Prozent der Fälle zum Einsatz. Meist wird sie von so genannten Gelegenheitsdieben angewandt, die heutzutage wieder wesentlich häufiger zu beobachten sind. Es ist besonders verdächtig, wenn ein Kunde im Frühjahr oder gar im Sommer mit einer dicken Jacke oder einem Mantel bekleidet das Geschäft betritt.

  • Der Präparier-Trick
Neue Ware wird so „präpariert“, dass der Eindruck erweckt wird, sie sei bereits ins Geschäft mitgebracht worden. So werden zum Beispiel eine angebrochene Zigarettenpackung, ein Schlüsselbund und vielleicht auch Streichhölzer in den Taschen einer neuen gestohlenen Jacke positioniert.
 
  • Der Trojanische Pferd-Trick
Hier handelt es sich um einen wirklich professioneller Trick. Eine offene, präparierte Handtasche wird auf einen Warenstapel gestellt. Der Ladendieb täuscht dann vor, etwas in der Tasche zu suchen. In Wirklichkeit öffnet er die im Boden der Tasche eingelassene Klappe und zieht die unter der Tasche befindliche Ware hinein.
 
  • Der Zwiebel-Trick
Hier wird fleißig übereinander gezogen und zwar in der Umkleidekabine. „Überflüssige“ Etiketten werden in Hohlräumen, etwa hinter dem Spiegel, „entsorgt“.
 
  • Der Umpack-Trick
Diese Methode ist an einem einfachen Beispiel erläutert: An der Kasse bezahlt der Kunde eine Flasche Insektenspray. Im Umkarton befindet sich jedoch nicht die Original-Flasche, sondern eine teureres Produkt.
 
  • Der Umtausch-Trick
Der Kunde kauft regulär ein Paar Gamaschen. Am Folgetag kommt er mit dem Bon zur Kasse und behauptet, die gekauften hätten nicht gepasst, er hätte sie bereits zurückgelegt und sich die kleineren genommen. Das stimmt so natürlich nicht. Er hat sich einfach einen weiteren Satz Gamaschen gegriffen. Ein Paar bezahlt, ein Paar ergaunert…
 
  • Der Fenster-Trick
Manche Geschäfte haben in den Verkaufsräumen Fenster, die bei entsprechenden Witterungsbedingungen geöffnet werden. Geschickte Ladendiebe nutzen diese Fenster, wenn sie nicht verschlossen oder vergittert sind, um Waren hinauszuwerfen, die dann ein zweiter Komplize aufnimmt.

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Wie im Krimi
Ladendetektiv Johann Liebel packt aus
Natürlich kann ich einem eintretenden Kunden nicht ansehen, ob er als zahlender oder stehlender Kunde ein Ladengeschäft betritt. Ich kann aber anhand seiner Bekleidung und seiner mitgeführten Ausrüstung eventuell Rückschlüsse über seine Vorhaben erkennen.
 
Bei mir erregen folgende Sachverhalte mein Misstrauen:
1.  Sackartige Bekleidung mit vielen Einsteckmöglichkeiten bei herrlichem Wetter
2.  Mitgeführter Regenschirm bei strahlend blauem Himmel und keiner Regenvorhersage
3.  Kinderwagen ohne Kleinkind
4.  Bei Geschäftseröffnung kommt ein Kunde mit sperriger geschäftseigener, anscheinend leerer Tragetasche
 
Alle diese Merkmale dienen einem erfahrenen Detektiv als Hinweise auf eine mögliche schädliche Absicht des Besuchers. Der weitere Beobachtungsablauf hängt von der Beschaffenheit des Geschäftsraums und einer eventuell vorhandenen Videoüberwachung ab. Außerdem kennt ein Detektiv oder Ladeninhaber sein Ladengeschäft und dort eventuell vorhandene Klauecken. Das sind Örtlichkeiten, an denen sich immer wieder entleerte Verpackungen oder entfernte Sicherungsetiketten auffinden lassen. Gewöhnlich sind diese Klauecken trotz vorhandener Videoüberwachung nicht einsehbar. Das eingesetzte Personal kann sich nur eingeschränkt in diesem Bereich aufhalten. Von der Kasse aus ist dieser Bereich ebenfalls nicht einsehbar. Das Personal kann sich in vielen Fällen nur bedingt mit verdächtigen Kunden befassen. Bei der Beobachtung einer gerade stattfindenden Diebstahlsaktion ist es ratsam, sich sein Verhalten genau zu überlegen. Hat die Person mitbekommen, dass ein Augenzeuge die Tat mitverfolgt hat, so legt diese in vielen Fällen die Ware wieder zurück und verlässt das Geschäft. In einem solchen Fall ist es ratsam, den Vorgang zu protokollieren und den Sachverhalt der Geschäftsleitung und eventuell vorhandenen Kollegen mitzuteilen. Der Augenzeuge sollte eine relativ exakte Personenbeschreibung des Täters in Schriftform erstellen. Sollte der Dieb sich unbeobachtet fühlen und später das Ladengeschäft mit der entwendeten Ware verlassen wollen, greifen in der Regel die Maßnahmen, welche ein umsichtiger Ladenbesitzer oder Geschäftsführer seinem Personal für solche Situationen vermittelt hat.

 

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Aufgepasst!
Es grenzt an unhaltbaren Leichtsinn, in einem Ladengeschäft im Kunden­bereich arbeitendes Personal nicht zu Beginn der Tätigkeit dahingehend zu unterrichten, wie im Umgang mit Dieben zu verfahren ist. Diebe sind mittlerweile in fast allen Bereichen unserer Lebensführung anzutreffen. Gerade die Menschen, welche im Handel kundenorientierte Dienstleistungen verrichten, sollten im Umgang mit Straftätern bestimmte Grundregeln beachten und ihr Verhalten darauf abstellen.
 
  1. Der Mitarbeiter informiert vorhandene Detektive über den Sachstand.
  2. Der Mitarbeiter greift zum Telefon und wählt   die Nummer der örtlichen Polizeiwache, schildert  kurz den Sachstand und bittet um Hilfe.
  3. Der Mitarbeiter fühlt sich körperlich in der Lage, den Dieb anzusprechen und das rechtlich erforderliche Prozedere zur Sicherstellung der entwendeten Ware durchzuführen. Dieser Schritt sollte wirklich nur vorgenommen werden, wenn sich der Augenzeuge seiner Sache sicher ist und seine körperliche und mentale Stärke dies zulässt. Natürlich ist es auch möglich, dem Dieb durch störendes Verhalten klar zu machen, dass seine Absichten erkannt wurden und er besser ohne Beute das Geschäft verlassen sollte.
 
Bestimmte Personengruppen, zum Beispiel Personen unter Einfluss von Betäubungsmitteln, sind in ihrem Verhalten nur schwer einzuschätzen und deshalb sollten diese Täter nur von fachlich qualifiziertem Personal behandelt werden.
 
Vorbeugen
  • Installation einer rechtlich zulässigen und optisch angenehmen Videoüberwachungsanlage 
  •  
  • Konzeption einer überschaubaren Verkaufsfläche, wenn möglich ohne tote Winkel 
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  • Waches, vernünftig bezahltes und auf Kundendiebstahl geschultes Verkaufspersonal 
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  • Im Bekleidungssektor: Umkleidekabinen, die nicht total geschlossen sind. Im Fußbereich die unteren 25 Zentimeter offen einsehbar, da somit der total intime Charakter nicht entstehen kann. Die Anzahl der in die Kabine mitzunehmenden Teile begrenzen.

 

Ausgeplaudert: Dreister Diebstahl

Zu Zeiten, in denen in den größeren Geschäften noch Münztelefone vorhanden waren...
An einem Mittwochmorgen betraten zwei Herren im Blaumann mit je einem Namensschild mit Postlogo das Warenhaus und steuerten zielgerichtet auf das Münztelefon zu. Sie beschäftigten sich kurz mit dem Gerät und fragten dann nach dem zuständigen Abteilungsleiter. Dieser war jedoch nicht am Platz, da jeden Mittwochvormittag ein Abteilungsleitertreffen abgehalten wurde. Die beiden Männer gaben an, das Gerät sei defekt und müsse in die Werkstatt. Da den beiden Mitarbeitern aber das geeignete Werkzeug zur Demontage fehlte, baten sie um entsprechende Hilfsmittel. Eine entsprechende Zange, Imbusschlüssel und Schraubendreher wurden vom Personal zusammengesucht und bereitwillig zur Verfügung gestellt. Nach etwa 45 Minuten war das Münztelefon abgehängt und einer der beiden Postmitarbeiter ging nach draußen und holte einen kleinen Sackkarren zum Abtransport. Die beiden freundlichen Herren gaben das Werkzeug mit Dank zurück und verließen dann das Haus. Der Abteilungsleiter kam wenige Minuten später von seiner Besprechung zurück und wurde direkt über die Abholung des Münztelefons unterrichtet. Unser Unternehmen, zu dieser Zeit in diesem Betrieb für die Warensicherheit und Videoüberwachung zuständig, konnte dann am Nachmittag dem noch immer sprachlosen Abteilungsleiter den gesamten Diebstahlvorgang, inklusive dem freundlichen Winken der beiden Diebe in die Kamera am Geschäftsausgang, vorführen. „Trotz technischer Aufrüstung und hoher Investitionen in teure Warensicherungssysteme nimmt der Run auf Beute immer krassere Formen an. Die Täter werden immer abgebrühter und der Wunsch nach dem schnellen Geld treibt Eingeborene und Gäste immer rücksichtsloser voran.“ Detektiv Johann Liebel


 § - hätten Sie‘s gewusst?
 „Wird jemand auf frischer Tat betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterliche Anordnung vorläufig festzunehmen.“ So steht es in der sogenannten Strafprozessordnung, § 127. Diese als „vorläufige Festnahme“ deklarierte Verfolgung erlaubt also die „Jagd“ für den Fall, dass ein Dieb mit gestohlener Ware abhauen will. Aber Achtung, bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. Eigensicherung geht immer vor Warensicherung! Im Zweifelsfall wählen Sie lieber die 110 und warten auf die Polizei. 

 
 Veröffentlichung in der Print-Ausgabe HIPPO 7/2019

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