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Inventurfehler können sehr teuer werden…

Rechtsanwältin Bettina Sander aus Mainz informiert!

Foto: pixabay

Stellt ein Prüfer des Finanzamtes bei einer Betriebsprüfung fest, dass die Buchführung nicht ordnungsgemäß ist, kann das Finanzamt unter bestimmten Umständen Hinzuschätzungen vornehmen oder sogar ein Steuerstrafverfahren einleiten. Das Finanzamt hat unter anderem in folgenden Fällen eine fehlerhafte Buchführung angenommen und Hinzuschätzungen vorgenommen:
 
Fehlende Eröffnungsbilanz / Jahresbilanz | Verspätet aufgestellte Bilanz | Inventur ohne Mengenangaben | Verlust der Inventurunterlagen | Unvollständige Bestandsaufnahme.
 
Die Zuschätzungen erfolgen aufgrund von Richtsatzverprobungen, die vom Bundesministerium der Finanzen festgelegt werden. Nach der einhelligen Rechtsprechung gelten diese Richtsätze als anerkanntes Hilfsmittel für Verprobung und Schätzung der Umsätze und des Gewinns durch das Finanzamt. Ergibt eine Richtsatzverprobung, dass die Roh- und Reingewinne weit unterhalb der Richtsätze für vergleichbare Betriebe liegen, kann dies schon einen Anfangsverdacht der Steuerhinterziehung begründen. Insbesondere ist ein Anfangsverdacht der Steuerhinterziehung regelmäßig dann gegeben, wenn noch weitere Indizien wie zum Beispiel eine Anzeige wegen Schwarzgeschäften hinzukommt.
 
Aufbewahrungspflicht Inventurunterlagen
Die gesetzliche Aufbewahrungspflicht für folgende Inventurunterlagen beträgt zehn Jahre: Aufnahmebelege | Angefertigte Protokolle | Inventuranweisungen |  Inventurkalender.
 
Verstöße gegen Aufbewahrungspflichten stellen immer auch Verstöße gegen Buchführungspflichten dar und führen in der Regel zu Zuschätzungen durch die Finanzbehörden und gegebenenfalls sogar zur Einleitung eines Steuerstrafverfahrens.
 
Veröffentlichung in der Print-Ausgabe HIPPO 8-9/2018: Dieser Text stellt keine Rechtsberatung dar und erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

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