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Kleine Bodenkunde – darauf stehen Ihre Kunden

Ob Sie Ihren Kunden den roten Teppich ausrollen sollten oder Sie diese lieber auf die (Holz-)Bretter schicken, das erfahren Sie in unserem Report zum Bodenbelag im Laden­geschäft: Strapazierfähig, pflegeleicht und ausge­sprochen gutaussehend soll er sein und die Bereiche der Stand- und Laufflächen in Ihrem Geschäft optimal abdecken.

© Rainer Sturm pixelio

Gut drauf sein
Ganz sicher betritt die Kundschaft Ihr Geschäft nicht mit gesenktem Blick, um sich gezielt für Ihren Ladenboden zu interessieren. Aber: Auch unbemerkt nehmen die Ladenbesucher ihn wahr und integrieren ihn automatisch in das Gesamtbild Ihres Fachhandels. Gepflegt oder dreckig, top in Schuss oder abgelaufen, passend zum Design oder „out of order“? In Sekundenschnelle scannen die Kunden das Interieur und lassen sich von ihm inspirieren. So bestätigen es auch Verkaufspsychologen. Sie attestieren, dass der Boden einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Einkaufserlebnis Ihrer Kunden nimmt. Der perfekte Bodenbelag optimiert das Shoppingerlebnis. Deshalb ist es wichtig, dass das ladenbauliche Geschäftskonzept – inklusive Bodenausstattung – positive Erwartungen Ihrer Kunden erfüllt und ihnen ein rundherum gutes Gefühl vermittelt. Beim harmonischen Zusammenwirken von Sortimentsauswahl, Warenpräsentation und einem schönen Fußboden als Basis des Geschäfts haben Sie alles richtig gemacht. Die Kunden werden von Ihrem stylishen Ladenauftritt begeistert sein! Bei aller Liebe zu einer Top-Bodenbasis: Im viel­fre­quen­­tierten Einzelhandel ist der Bodenbelag nur dann wirklich perfekt, wenn er nicht nur gut aussieht. Er muss auch robust, langlebig, pflegeleicht und komplika­tionslos auszubessern sein! Schließlich wird er ziemlich gestresst. Von scharfkantigen Hacken, „Straßen“-Schmutz, Sohlenabrieb, Feuchtigkeit, Hundepfoten und vielem mehr. All das sorgt mit der Zeit doch für Kratzer und Schrammen im Antlitz und macht dem stärksten Bodenbelag zu schaffen.
 
Qual der Wahl
Stein oder Holz, Laminat oder PVC, Teppich oder Kork? Oder Naturböden wie Bambus, Seegras, Kokos und Sisal, die gut zum grünen Reitsport passen und von vielen Ladenbauern zunehmend geordert werden? Neben dem Grundmaterial ist auch das Format entscheidend. Wer denkt, nur bei Boden aus schnell wachsen­dem Holz sei dem Nachhaltigkeitsgedanken Ge­nüge getan, sollte den Markt genau studieren. Etliche Kunststoffböden sind heutzutage rückstandslos zu recyceln und kommen sogar ohne Klebstoff aus. Kunden stehen übrigens auf relativ helle, holzfarbige Böden oder auch auf rustikalen Steinfußboden. Mit ihnen können Sie also wenig falsch machen. Exklusive Designböden in auffälliger Couleur oder im nachtschwarzen Dunkel haben eher in der Luxus-Boutique als im Reitsportfach­geschäft ihren großen Auftritt. Schließlich muss der Kunde sich auch trauen, Ihren Laden zu betreten, nachdem er gerade zuvor sein Ross vom Paddock gefischt hat...

© Matzen

 

Hereinspaziert

Der erste Eindruck zählt – das ist bei Ladengeschäften nicht anders als bei Menschen: Einladend, attraktiv und gepflegt – so sollte er sein, der ideale Ladenboden. Dazu trägt der Bodenbelag in der Willkommenszone einen wichtigen Teil bei. Diese beginnt nicht erst im Ladeninneren, sondern eigentlich schon auf dem Parkplatz. Auch wenn die Reiter rund um den Stall widerstandslos durch Matschsümpfe und metertiefe Pfützen waten, so freuen auch sie sich, trockenen Fußes vom Auto ins Geschäft zu gelangen. Ein ebenmäßig gepflasterter oder asphal­tierter Parkplatz samt Weg zum Eingang empfängt den Kunden. Hier wird regel­mäßig gefegt, gegen rutschiges Moos gekärchert, Unkraut aus den Fugen gerupft und mit praktischer Außendeko aufgepimpt. Führen Stufen zum Geschäft, sind auch diese sauber und rutsch­frei zu halten und so, dass die Kanten klar erkennbar sind. Direkt vor dem Laden nimmt ein Schmutzgitter den gröbsten Dreck von Stallschuhen und Reitstiefeln, bevor ein Schmutzfänger sich Nässe und feinerem Dreck annimmt. Vergessen Sie nicht, dass die Mulde unter dem ersten Abtritt beizeiten ausgeleert werden muss.

© tretford.eu

 
Themen teasern
Es muss nicht immer ein durchgehender Bodenbelag für den gesamten Laden sein. Funktionale und thematische Variationen sind durchaus erlaubt. Neben den Lauf- und Standzonen, dem Eingangsbereich und den Umkleidekabinen, die diverse Anforderungen an den Ladenboden stellen, können beispielsweise die Bereiche Mode, Futter, Stallzubehör oder Weideequipment mit unterschiedlichen Bodenbelägen visuell hervorgehoben werden. Kann der Modebereich durchaus mit Teppich ausgelegt sein, kommen Futter und Stallequipment auf Holz oder sogar gepflastertem Belag passend zur Geltung. Und warum das Weide­equipment nicht einmal in einer Ecke mit ausgerolltem Kunstrasen präsentieren?
 
Schleusenwärter
„Jeder Besucher bringt bis zu 12 Gramm Schmutz in ein Gebäude“, das hat eine Studie von emco-bau.com ergeben: Und dabei wurde „normalen“ Kunden auf die Füße geschaut. Reiter legen da ganz sicherlich noch einen drauf, wenn es um Matschbrocken, Steinchen, regennasse Feuchtigkeit und durchaus auch Ammoniak geschwängerte Hinterlassenschaften geht. All dieser Schmutz schädigt Ihre Bodenbeläge und verursacht hohen Pflegeaufwand. Gerade im Schleusenbereich, den der Eingang zum Ladengeschäft bildet. Sogenannte Sauberlaufprodukte sorgen in diesem Eingangsbereich für ein effektives „Dreck-weg“. Dazu gehören neben dem Schmutzgitter vor der Tür die Schmutzfangmatten oder -läufer. Diese werden in der Regel über den normalen Bodenbelag gelegt, bewahren diesen im vorderen Teil des Ladens vor Schmutz und schützen damit auch das weitere Innenleben des Geschäftes von Grund auf. Grobschmutz, Feinschmutz und Feuchtigkeit werden nämlich von ihnen abgefangen. So werden die Bodenbeläge geschont und Reinigungsaufwand eingespart. Die Aufnahme von Feuchtigkeit verbessert zudem die Sicherheit. Um diese doch recht charmefreien Schmutzfangmatten ein bisschen aufzupimpen, kann man sie mit Geschäfts­namen und Logo bedrucken. Auch die Öffnungszeiten könnten hier notiert werden.
 
Einfach und unkompliziert
Bodenbeläge lassen sich übrigens auch hervorragend überarbeiten und mit einem aufgefrischten oder gänzlich neuen Look versehen. Als Make-over für Holzbeläge aller Art bieten Profis Services vom Abschleifen bis hin zum Lackieren und Versiegeln an. Aber auch einer Reihe von Kunststoffböden lässt sich mit überschaubarem Aufwand neuer Glanz oder ein gänzlich neuer Look verleihen. Nach einer entspre­chenden Vorbehandlung können zum Beispiel Colour-Lacke Farbe ins Spiel bringen. Voll im Trend und im Rahmen von einer Bodensanierung möglich: Fotoböden. Mit den passenden Pictures legen Sie Ihren Kunden echte Highlights zu Füßen. Das Überarbeiten be­stehender Böden ist nicht nur nachhaltig – da es Material spart –, es ist zudem kostengünstiger und zeitsparender als das Verlegen eines komplett neuen Belags. Flott zuwege ist man in Sachen Restauration bei Mischböden und lose verlegten Bodenmodulen. Hier können Sie einzelne Segmente pro­blemlos austauschen. Das Entfernen defekter Bereiche oder auch das Umge­stalten mit wechselnden Highlights auf unterer Ebene gelingen so ohne viel Aufwand.   

© visuals united

 

 

Komm in die Puschen

Apropos saubere Füße. Die spielen nicht nur in Ihrem Ladengeschäft eine große Rolle, sondern auch im Zuhause Ihrer Kunden. Die können ihre vier Wände auch mit Stallschuhen, Reitstiefeln und Gummiboots betreten, ohne eine dicke Dreckspur zu hinterlassen: in sogenannten Museums- oder Schlosspantoffeln. Stellen Sie ruhig ein Paar davon an Ihrem Eingang parat, vielleicht mag der ein oder andere hineinschlüpfen und so Ihren Bodenbelag schonen. Natürlich können Sie diese super praktischen Überschuhe auch in Ihr Sortiment aufnehmen. Ganz sicherlich werden diese als nützliches Extra gerne geshoppt.
 
ACHTEN Sie darauf, dass Böden im Ladengeschäft immer auch den geltenden Sicherheitsbestimmungen entsprechen müssen – das gilt unter anderem für den Brandschutz und auch für die Rutschhemmung (siehe: Seiten RECHT).
 

© Steve Buissinne Pixabay

 
Kosten am Boden
Die Ladengröße spielt eine zentrale Größe bei der Kostenberechnung und damit der Wahl des Bodenbelags. Je größer Ihr Geschäft ist, umso teurer wird folglich der Fußboden. Mit Mischbelägen, die beispielsweise in den Durchgangsbereichen mit einem besonders robusten Material gestaltet sind und im Modebereich mit einem strapazierfähigen Teppich ausgelegt sind, können Sie gezielt wirtschaftlich kalkulieren und langfristig planen, ohne auf Trends und auffälliges Bodendesign zu verzichten.

 

Nachgefragt bei Julia Ammann

Gibt es in Sachen Bodenbelag auch so etwas wie Mode oder Trends? Oder ändert sich da nicht viel? 
 
Julia Ammann: „Der Trend geht definitiv zum Einsatz von mehr Natur. Verbraucher werden bewusster im Umgang mit natürlichen, nachhaltigen Materialien, so auch im Bereich Boden­belag. Von den Vorteilen eines natürlichen Bodenbelags möchten immer mehr profitieren. Und das Thema Farbe spielt eine Rolle. Auch der Boden kann die Individualität eines Ladens beeinflussen, je kreativer, je individueller. Und das wollen immer mehr Einzelhändler – individuell und interessant sein.“
 
Sind Sie immer für einen einheitlichen Belag, der sich durch das ganze Geschäft zieht, oder ist es besser, das Ganze räumlich, funktionell und thematisch anzupassen? Was wäre hier ein cooler Mix? 
 
Julia Ammann: „Es macht Sinn, Bodenbeläge den Notwendigkeiten anzupassen und durch unterschiedliche Beläge und Farben Bereiche optisch und haptisch voneinander zu trennen. Ein cooler Mix ist beispielsweise eine Kombination aus Steinfliesen und Teppich oder Holz- und Teppichboden. Dabei ist es vorteilhaft, dass der Teppich pflegeleicht und schnittfest ist und alle gewünschten Formen geschnitten werden können, ohne dass die Ränder ausfransen.“
 
Welche Frage sollte sich der Einzelhändler stellen, bevor er sich für einen Bodenbelag entscheidet? 
 
Julia Ammann: „Der Handel sollte sich vor allem folgende Fragen stellen: Was soll und muss der Bodenbelag leisten? Wie sehr wird der Boden strapaziert? Wie muss er gepflegt werden? Welches Gefühl möchte ich dem Kunden auch durch den Boden transportieren? Welcher Boden passt zu meinen Produkten und unterstützt diese? Welches Budget steht zur Verfügung?“
 
Gibt es typische Fehlentscheidungen beim Ordern von Bodenbelag für das Laden­geschäft – und später dann Fehler in der Pflege und Behandlung, die häufig von Laden­betreibern gemacht werden? 
 
Julia Ammann: „Ladenbetreiber sollten sich vorab intensiv mit der Entscheidung für einen geeigneten Boden auseinandersetzen und sich über mögliche Alternativen informieren. Wir empfehlen den Einsatz natürlicher Materialien und die damit verbundenen Vorteile – auch um eine Hochwertigkeit dem Kunden gegenüber zu kommunizieren. Und keine Angst vor Farbe! Die kann einen Laden sehr besonders und für Kunden spannend machen.“
 
Besten Dank, Julia Ammann, Pressesprecherin von tretford Teppich! www.tretford.eu 
 
Veröffentlichung in der Ausgabe HIPPO 3/2020 

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