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Networking gegen Insekten

„Achtung, Insekten!“, heißt es, sobald die Frühlingssonne den Frost mit einem warmen Lächeln in den Winterschlaf schickt. Was gegen das lästige Geschwirr aus der Luft hilft? Networking – und zwar im doppelten Sinne des Wortes: Feine Netztextilien in Form von Weide- und Ausreitdecken sowie schützenden Kopfmasken schirmen die Pferde gegen stechende Schwärme ab. Doch damit nicht genug. Nur im Kontext mit effektiven Anti-Fly-Lotionen und ausgetüftelten Bremsenfallen wirft man ein undurchlässiges Schutznetz über Pferd und Reiter.

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Heiß – Sonnenschirm für Pferde?
Grundsätzlich bietet jeder Stoff einen UV-Schutz. Das gilt natürlich auch für eine feinmaschige Netz-Textilie wie die Weide- oder Ausreit-Fliegendecke. „Je dichter, desto besser“, ist hier eine Faustformel. Je mehr sich das Material dehnt und je durchsichtiger es ist, desto mehr nimmt der UV-Schutz ab.
Bei Fliegendecken für Paddock und Weide spielt der Sonnenschutz ehrlich gesagt aber kaum eine Rolle. Die UV-Strahlung ist in unseren Breitengraden abseits von Wasser und Schnee auch noch in vertretbarer Intensität, insbesondere weil die Pferde durch ihr Fell auch noch einen natürlichen Schutz mitbringen und zudem die natürliche Pigmentierung der Haut zusätzlich schützt. Pferde mit geringer Pigmentierung im Bereich fellloser Körperpartien können bei extremer Sonneneinstrahlung punktuell Probleme zeigen. Schimmel, Palominos, helle Füchse mit heller Haut im Bereich Augen, Nüstern und Nase reagieren hier schon mal. Dagegen helfen dann die entsprechenden Masken mit großzügigem Nüsternschutz. Danke, Marion Kühnel, Produktentwicklung und Marketing bei BUSSE Reitsport, www.busse-reitsport.de.

Schützender Schweif
Er ist die wahrscheinlich längste Fliegenklatsche der Welt: der Pferdeschweif. Damit die Pferde kraftvoll und erfolgreich zuschlagen können, benötigen sie gesunde und gut gepflegte Schweifhaare. Insofern gehören Mittel zur Schweif und natürlich auch Mähnenpflege auf jeden Fall in die Fliegen-Saison und können dort auch thematisch eingebunden dekoriert werden!

Foto: Fotolia.com

Nass – und was ist bei Regen?
Eine nasse Decke auf dem Pferderücken – der Supergau. Nicht nur, weil die umhüllende Nässe lange auf dem Pferd verbleibt und nicht von Fellwirbeln geleitet abtropft. Auch weil beim anschließenden Trocknen Verdunstungskälte entsteht und die empfindliche Rückenmuskulatur auskühlt und verhärtet. Jeder Sportler, der sein Shirt nach dem Workout nicht schnell genug wechselt, kennt dieses „coole“ Feeling. Und bei Fliegendecken? Der kurze Sommerregen ist Problem. Schließlich sind Weide-Fliegendecken aus Materialien, deren Fasern keine Feuchtigkeit aufnehmen. Dadurch trocknen sie schnell und ohne die gefährliche Verdunstungskälte. Aber: Gerade in unseren Breitengraden gibt es während der Bremsenzeit auch kühle, regnerische Wochen, in denen die Pferde unter den nassen Pferdedecken stehen. Für diese Wetterlage sollten Sie Ihrem Kunden unbedingt eine kombinierte Regen-/Fliegendecke empfehlen. Diese Decke ist am Hals und am Rücken aus einem wasserdichten Stoff. An den Seiten hat die Fliegendecke einen engmaschigen Stoff gegen Fliegen. Somit schützt sie vor Regen und hält gleichzeitig die Fliegen ab. Diese Art von Fliegendecke ist nicht für heiße Tage gedacht, das Pferd würde darunter schwitzen. Ein guter Grund, für zwei Fliegendecken-Modelle für den Weidebedarf zu argumentieren!

 Das Zweifach-Argument
„Viele Kunden greifen zum Anti-Fly-Gel nur für den Fall, dass ihr Pferd ein Sprühflaschen-Angsthasser ist. Doch auch sprüherprobte Pferde benötigen ein zusätzliches Gel: nicht nur für Kopf und Beine – auch für den Bauch! Denn hier müsste überkopf gesprayt werden, was dazu führt, dass das Produkt in der Regel schlecht anhaftet und viel von dem Mittel einfach nicht dort ankommt, wo es hin soll!“ Andreas Pfüll für Stiefel, www.stiefel-net.com


Ist es sinnvoll, die Fliegendecken bei starkem Befall zusätzlich zu besprühen?
Denn mit der Decke sind die Pferde ja dennoch von den Insekten zu erriechen und manche Bisse gehen doch bestimmt durch den Stoff... „Bei der Verwendung des Fliegensprays gilt wirklich mal der Spruch ‚Viel hilft viel’. Es kann sehr sinnvoll sein, den Einsatz eines Insektensprays mit einer Fliegen- oder Ekzemerdecke zu kombinieren. Gerade bei Ekzemerpferden oder empfindlichen Pferden kann der doppelte Schutz Abhilfe schaffen.“ Britta Metje, Bense & Eicke GmbH & Co. KG, www.bense-eicke.de

© Rihaij_Pixabay.de

Angst vorm Zebra? 
Durch die vielen Streifen im Zebramuster sollen die Stechfliegen und Bremsen irritiert werden und keinen geeigneten Landeplatz auf dem Pferdekörper finden. Dasselbe Prinzip gilt auch für den Leoprint – man könnte natürlich auch ein schwarzweiß-gewürfeltes Schachbrettmuster oder den wildesten Look auf die Decke designen – Fakt ist, es ist nicht das Zebra, das die Fliegen schockt, sondern das unklare Landungsprofil. 


 

Foto: www.busse-reitsport.de

 

Foto: Julia Simon

Partnerlook:
Horse & Hound

Lästige Luftpiraten terrorisieren nicht nur die Pferde, sondern auch Ihren besten Freund, den Hund. Insbesondere Kurzhaar-Rassen leiden unter den stechenden, beißenden Plagegeistern und sehen nach einem Tag im Stall nicht selten aus wie ein Streuselkuchen. Neben Fliegen-Frei-Lotionen für den Vierpfoter haben sich auch speziell aufgemachte Schutztextilien gegen Angriffe der fliegenden Armadas durchgesetzt. Insektenschutz-Westen aus super leichtem Hightech-Material aus der Outdoorindustrie sind das Pendant zur viel bewährten Fliegendecke für Pferde. Die coolen Westen sind auf der Oberfläche mit einem durchlüftenden Mesh versehen, das dafür sorgt, dass der Hund nicht überhitzt. Zur Körperseite hin ist eine Unterlage verarbeitet, welche Stiche und Bisse von Insekten zuverlässig verhindert. Knalliges Orange ist als Top-Design gesetzt: Denn signalfarben eingedeckt können kriechende Insekten auf dem Hund leicht erkannt und vor einem „Angriff“ abgelesen werden. Ein wirklich hippes On-Top, das Ihr Sortiment an Anti-Fly-Produkten wirkungsvoll verstärkt. Noch gibt es die Insektenschutzweste nur im Direktvertrieb, beispielsweise bei www.hunde-bekleidung.com, doch möglicherweise ergeben sich hier künftig Kooperationsmöglichkeiten.

 Nachgefragt bei Mareike Ballantine
 
Welche Information muss bei der Beratung einer Fliegendecke eingeholt werden?
„Größe/Körperbau des Pferdes; Haltung des Pferdes (Stall mit ein wenig Auslauf, ständig
Weidegang, etc.), Empfindlichkeit des Pferdes (Ekzemerdecke nötig?)“
 
Welches sind Infos, die vom Kunden häufig fehlerhaft eingeschätzt werden?
„Viele Kunden wissen die richtige Deckengröße, die sie für ihr Pferd benötigen, nicht. Das Stockmaß kann hier schon Auskunft geben, ansonsten muss der Kunde zunächst einmal die Rückenlänge vom Widerrist bis zum Schweifansatz in Zentimeter messen, dies entspricht den meisten Deckengrößenangaben. Die Länge des Halsteils ist ganz automatisch meistens passend zum Grasen ausgelegt. Weisen Sie den Kunden dennoch darauf hin, dass man Änderungen vornehmen muss, falls es „von der Stange“ zu lang oder zu weit ist. Hier kann das Pferd aus Versehen mit dem Huf beim Vorwärtsgehen hineintreten, die Decke zerreißen oder sich verletzen. Es muss entweder ein anderes Deckenmodell angeboten oder die Änderungen durch einen fachlich kompetenten Schneider durchgeführt werden. Vielleicht derjenige, der auch Ihre Deckenreparaturen durchführt.“
 
Bei Winterdecken ist es selbstverständlich, diese dem Kunden zum Anprobieren
mitzugeben. Wie ratsam ist das bei Fliegendecken?

„Wenn man diesen Service anbieten kann, warum nicht? Allerdings kann man Staub oder Haare von dem Meshmaterial meist nicht so gut entfernen wie von dem etwas glatteren Winterdeckenmaterial. Hier muss man den Kunden bitten, dass die Decke auch wirklich nur über einer anderen, sauberen Decke ausprobiert werden sollte.“ Vielen Dank, Mareike Ballantine von Kavalkade, www.kavalkade.de

Fein und hell
„Die Fliegendecken werden immer feinmaschiger und weisen in der Regel eine maximale Lochung von 0,1 Millimeter auf, damit auch kleinste Insekten nicht an das Pferd gelangen. Hochwertige Decken werden zumeist aus Micro-Mesh aus modernem Polyester-Material gefertigt. Das ist leicht und atmungsaktiv, so dass die Pferde möglichst nicht schwitzen und durch den Schweiß Fliegen und Bremsen angelockt werden. Der Farbtrend geht zu hellen Farben wie Silber oder Hellgrau, um eine sonnenreflektierende Funktion zu gewährleisten, so dass sich Decke und Pferd nicht aufheizen.“ Anna Blecker von Kerbl/Bucas, www.kerbl.de | www.bucas.com 

Foto: www.busse-reitsport.de

Worauf Sie bei einer perfekten Fliegendecke achten sollten!
    kühlendes, feinmaschiges Gewebe | exzellenter UV-Schutz | Komfort-Frontverschluss-System (gepolstert) | eingebaute Schulterfalte | für beste Bewegungsfreiheit | abnehmbarer Bauchlatz (elastisch) | integriertes Halsteil für vollständigen Schutz | Schweiflatz und elastisches Stirnband

    Foto: pixabay


     
    & Human...
    Ein neuartiges Insektenschutz-Shirt soll vor Bremsen und Mücken schützen und sogar Zecken und Co wirksam abwehren. Aus Spanien stammt diese textile Erfindung, bei der das Material mit einem Repellent behandelt wurde: Das soll weder chemisch riechen noch die Haut angreifen noch in der Wäschetrommel verfliegen... Aber: Es wird das Ausreiten, die Arbeit auf dem Hof und das Feierabendbier vorm Stall deutlich angenehmer machen. Von der Firma Stingbye – auf Deutsch etwa „Mückestich-Tschüß“ – wird dieses vielversprechende T-Shirt hergestellt. www.stingbye.com 
     

    Veröffentlichung in der Print-Ausgabe HIPPO 4/2018



     

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