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Perlentaucher

Sie sind die Zukunft Ihres Unternehmens: die Auszubildenden. Genau deshalb ist es so wichtig, die passenden Bewerber zu finden und für die Lehre bei Ihnen zu gewinnen. Doch – wo finden Sie den Nachwuchs, der Ihr Team bestmöglich komplettiert? Und: Wie begeistern Sie den Spitzenverkäufer in spe, bei Ihnen ins erfolgreiche Handelsgeschehen einzugreifen?

Foto: © Patrick Neufelder_Pixabay

Finest Selektion
Irgendwas mit Pferden... – das wollen viele Jugendliche machen. Aber nicht alle zieht es hinaus in die Ställe. Diejenigen, die Pferdewissen mit kaufmännischem Know-how verbinden wollen, die Kundenkontakt suchen und tolle Produkte lieben, wären bei Ihnen bestens aufgehoben. Doch um eben diese Schätze zu heben, müssen Sie zum Perlen-taucher werden. Ob Azubis Ihnen im Netz ins Netz gehen oder vor Ort an Land, das hängt natürlich ein bisschen von Ihrer Suchstrategie ab. Und die sollte sich, das sagt Simon Grupe von der IHK Deutschland, nicht ausschließlich auf die digitalen Kanäle konzentrieren! „Im Einzelhandel lohnt es sich immer, auch direkt vor Ort im Geschäft zu suchen, also zum Beispiel einen Aushang zu machen oder potentielle Kandidatinnen und Kandidaten direkt anzusprechen.“ Grupe ist sich sicher: „In dem speziellen Segment des Pferdesportfachhandels macht es sicherlich auch Sinn, in verwandten Betrieben zu schauen (zum Beispiel Pferdehöfe), ob dort Interessenten zu finden sind.“ Dem einen ist der Alltag im Reitstall zu stressig, der andere hat sich das Leben auf dem Zuchthof ganz anders vorgestellt – und schon ist man auf der Suche nach einer Alternative.
 
Ab ins Käseblatt
Auch klassische regionale Kommunikationswege empfiehlt Simon Grupe und nennt in erster Linie die lokale Zeitungsbeilage. „Inserieren Sie ruhig einmal im örtlichen ‚Käseblatt‘, machen Sie Aushänge in Ihrem eigenen Geschäft oder in befreundeten Betrieben.“ Die persönlichen Gespräche mit Kunden oder auch mit Lieferanten brächten zudem manchmal interessante Kontakt und der ein oder andere Lehrling würde auf diesem Weg gefunden.“ „Nutzen Sie darüber hinaus regionale Ausbildungsmessen, insbesondere auch kleinere Formate, in denen man neben den großen Platzhirschen im Discounterbereich wahrgenommen wird“, rät der Fachmann, der auch Kooperationen mit Schulen ins Gespräch bringt. „Bei diesen Varianten wird das suchende Unternehmen erfahrungsgemäß als sehr authentisch wahrgenommen werden und das kommt gut an“, so sein Fazit.
 
Digitale Kanäle bespielen
Ganz auf die Suche im Netz sollte man heutzutage natürlich nicht verzichten. „Beim Social Media-Marketing ist es sinnvoll, sich auf zielgruppenspezifische Kanäle zum Thema Pferd zu konzentrieren und dort Beiträge zu platzieren“, spricht Grupe die Azubi-Suche beispielsweise in Fachforen oder spezialisierten Jobgruppen an. Hier finden Sie mit Ihrem Lehrstellenangebot höchstwahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit als auf den digitalen Mega-Jobbörsen wie Monster oder StepStone.
 
Klein, aber fein
Aldi oder Lidl, Rewe oder Edeka, die großen Discounter sind absolute Lehrlings-Magneten und ziehen Schulabgänger als begehrte Ausbildungsbetriebe in ihre Reihen. Insbesondere die guten Karrierechancen, die mit dem Aufstieg im Unternehmen winken, locken. Aber: Häufig bläst Azubis im Angesicht des Kundenansturms ein rauer Wind im Arbeitsalltag entgegen. Stress und Hektik lassen wenig Zeit für persönliche Kontakt und Beratung. Das ist im Fachhandel anders. Simon Grupe rät, diesen Vorteil zu kom-munizieren. „Die besondere Atmosphäre von familien- beziehungsweise inhabergeführten Mittelstandsunternehmen mit Tradition, Wertschätzung und persönlicher Beratung sind absolute Vorzüge. Auch die Leidenschaft für ein bestimmtes Thema und Produktsortiment kann in einem Fachhandel beruflich viel intensiver gelebt werden als in einem Discounter! Werben Sie mit diesen Unternehmensskills offensiv!“ Schließlich weist Simon Grupe auch auf die Angebote der IHK hin. Er sagt: „Die IHKs bieten Unterstützung mit verschiedenen Formaten (Tag der Ausbildungschance, Azubi-Speed-Dating). Hier lohnt es sich, bei der IHK vor Ort nachzufragen. Nutzen Sie in jedem Fall auch die IHK-Lehrstellenbörse für Stellenanzeigen: www.ihk-lehrstellenboerse.de.“ Besten Dank, Simon Grupe von der IHK Deutschland!

 
 

Foto: © Public Domain Pictures_pixabay

 
Ja zum Einzelhandel
Über eine halbe Million Schulabgänger drängt jedes Jahr auf den Arbeitsmarkt und sucht einen adäquaten Ausbildungsbetrieb. Das sind bei weitem nicht genug, um offene Ausbildungsstellen zu besetzen. Am beliebtesten bei Berufsanfängern war auch im vergangenen Jahr die Lehre im Einzelhandel mit 28.500 Verträgen. Ebenfalls angesagt: Kaufleute für Büromanagement, Verkäufer, Kraftfahrzeugmechatroniker sowie Industriekaufleute. Fast ein Viertel der Azubis entschied sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes für diese fünf Ausbildungsberufe. Gute Aussichten also für den Fachhandel, junge Leute mit einem Karrierestart im Einzelhandel eben auch ins Reitsportgeschäft locken zu können.
 
Die perfekten zehn Minuten
Hinsetzen, hallo sagen, die Zeit läuft: Viele Singles kennen die rasanten Minuten aus der Ein- in die Zweisamkeit bereits bestens. Nun rennen die Sekunden auch für Azubis. Sie performen eine minutiös getaktete Bewerbung von Uhrschlag zu Uhrschlag. Von der Kurzvita über mögliche Qualifikationen bis hin zu den ganz wichtigen Soft Skills bringen potentielle Lehrlinge ihr Profil auf den Punkt. Azubi-Speeddating ist im Kommen und wird von Betrieben und Bewerbern gleichermaßen gern genutzt.
 
Harmonischer Dreiklang
Alle guten Dinge sind drei – das gilt insbesondere für die Zeit der Ausbildung. Denn die klappt nur, wenn Betrieb, Berufsschule und Lehrling an einem Strang ziehen und dasselbe Ziel vor Augen haben: die Ausbildung so lehrreich und motivierend wie möglich zu gestalten und den Azubi für sein weiteres Berufsleben auf sichere Beine zu stellen. Wie das klappt: mit transparenter Kommunikation und viel Herzblut.
 
Mit Freude ausbilden
Die beste Basis, immer genügend passende Azubis zu finden, ist: einfach ein guter Ausbildungsbetrieb zu sein! Denn das spricht sich schnell herum. Spannende Lerninhalte, ein fairer Chef oder hilfreiche Kollegen, all das ebnet den Schritt ins Arbeitsleben und motiviert, mit Freude zu lernen und tagtäglich zur Arbeit zu kommen. Diese Freude tragen die Lehrlinge nach außen. Ob in Gesprächen oder Postings, wenn Jugendliche von ihrem Arbeitsplatz schwärmen, machen sie das Unternehmen auf positive Weise bekannt.
 
 
Wie Sie zum Leuchtturm-Ausbilder werden 
Fachlich kompetent
Fachliche Kompetenz ist das absolute A und O der Ausbilder-Eigenschaften. Wie sonst könnte ein Ausbilder dem Nachwuchs im Unternehmen etwas beibringen? Schließlich ist der Ausbilder ja auch eine Art „Lehrer“. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass es genau jene fachliche Kompetenz ist, die auf dem Weg zum Ausbilderschein von einer IHK oder HWK genau überprüft wird.
 
Berufserfahren
Ein angehender Ausbilder muss also auch immer eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium nachweisen können und sollte eine angemessene Zeit im Beruf tätig gewesen sein. Die Abschlüsse und Prüfungen, die der Ausbilder durchlaufen hat, sind dabei immer auf die Fachrichtung bezogen, die dem Ausbildungsberuf der Lehrlinge entspricht. Ein Ausbilder, der sogar die gleiche Ausbildung wie seine zukünftigen Azubis durchlaufen hat, sollte außerdem bestens darüber Bescheid wissen, wo die jeweiligen Herausforderungen liegen und wie man mit ihnen umgeht.
 
Pflicht- und verantwortungsbewusst
Ein Ausbilder ist der allererste Ansprechpartner im Unternehmen für die Azubis. Ihm wird alleine schon dadurch eine Sonderstellung zuteil. Als Schnittstelle ist er nicht nur eine Art Vorbild für die jungen Menschen, sondern muss sich auch immer darüber bewusst sein, dass mit dieser Verpflichtung ein großes Maß an Verantwortung einhergeht. Hilfsbereitschaft ist ein weiterer wichtiger Aspekt, der aus dieser Eigenschaft abgeleitet werden sollte.
 
Freude am Lehren
Natürlich muss der Ausbilder sein vorhandenes Fachwissen auch dazu einsetzen, um dem Nachwuchs essenzielle Dinge beizubringen. Eine kommunikative Ader ist dafür ebenso notwendig wie eine gewisse Grundfreude am Lehren. Je ausgeprägter diese nämlich ist, desto einfacher wird es sein, den jungen Azubis die Inhalte motivierend zu vermitteln. Selbst trockene Themengebiete können spannend werden, wenn der Ausbilder mit der nötigen Begeisterung an die Sache herangeht.
 
Gerecht
Natürlich ist es sehr wichtig, ein Verhalten zum Wohl des Unternehmens konsequent einzufordern. Dabei muss ein Ausbilder aber unbedingt gerecht sein und bleiben. Das bedeutet auch, dass der eifrige Lieblingsazubi ebenso für Fehlverhalten gerügt wird wie das vermeintlich schwarze Schaf. Und: Dass neben berechtigter Kritik immer auch das Lob zu Wort kommt und gute Leistungen kommuniziert und im Idealfall auch honoriert werden.
 
Kritikfähig
Nobody’s perfect. Den perfekten Ausbilder findet man außerhalb von Lehrbüchern in der Praxis natürlich auch nicht. Dass Perfektion eine Illusion zu sein scheint, darf aber nicht als Ausrede dafür herhalten, nicht zumindest zu versuchen, danach zu streben. Aus diesem Grund muss auch der Ausbilder stets kritikfähig sein und bleiben.
Einen herzlichen Dank an Andy Giesbrecht, den Initiator des Ausbilderscheins24. Weitere Infos zum Online-Ausbilderkurs finden Sie auf www.ausbilderschein.de
 
Veröffentlichung in der Print-Ausgabe HIPPO 5/2019 

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