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Pflege-Hits und Pflege-Tipps

Foto: © James DeMers Pixabay


Der Herstellungsprozess des Leders und somit auch das Leder haben sich über die letzten Jahrzehnte stark geändert. Moderne Pflegemittel müssen sich an diese Veränderungen anpassen!
 
Leder ist nichts anderes als eine Tierhaut, die durch den Gerbeprozess haltbar gemacht wird. Im Gegensatz zur lebendigen Haut kann sich Leder nicht mehr regenerieren. Einmal kaputt ist es nicht wiederherzustellen! Genau wie auch bei unserer Haut wirken Schadstoffe wie Schweiß und Talg aggressiv auf die Struktur, die Salze aus dem Schweiß entziehen beispielsweise Feuchtigkeit. Ebenso wie bei der Haut ist regelmäßige Pflege zur Instandhaltung der Lederstruktur unumgänglich.
 
Der Lauf der Zeit
Die Ledergerbung hat sich im Laufe der letzten Jahre stark verändert. Viele aggressive Gerbsubstanzen dürfen nicht mehr verwendet werden. Hinzu kommt der Trend des immer weicher werdenden Leders, welches dadurch deutlich empfindlicher ist und vermehrter Reinigung und Pflege bedarf. Viele traditionelle Pflegeprodukte sind für das moderne Leder nicht mehr geeignet.

Foto: pixabay


Top-Produkte
Der moderne Lederreiniger sollte idealerweise folgende Eigenschaften aufweisen:
1. pH-neutral fürs Leder
2. keine scharfen Reinigungsstoffe
3. farbneutral
4. antibakteriell und antimykotisch
5. schimmelentfernend.
Man kann den Reiniger sehr gut mit einem klärenden Gesichtswasser vergleichen.
 
Sprühconditioner
Ideal für intaktes Leder, welches keine intensive Pflege benötigt, für die schnelle tägliche Pflege. Unser Conditioner enthält beispielsweise Kokosöl. Viele andere basieren auf Glyzerin. Hier ist aber bei weichem Leder Vorsicht geboten!
 
Balsam
Feiner gearbeitet als Fett, zieht schnell ein und pflegt intensiv. Für sehr feines oder angegriffenes Leder. Unser Balsam basiert auf Sojaöl (um auf Lanolin/Wollfett aus der Haut/Wolle der Schafe zu verzichten) und Bienenwachs zum Schutz des Leders. Bienenwachs gibt zudem einen angenehmen Griff auf dem Leder, den sich viele Reiter besonders am Sattel wünschen.
Achtung: Reines natürliches Bienenwachs ist geruchsarm. Der typische Bienenwachs-geruch entsteht durch Parfüm oder ein Derivat (künstliches Bienenwachs)
 
Öl/Fett
Sollte nur bei sehr altem und hartem Leder angewendet werden, da es die Struktur aufweicht. Generell gilt bei der Pflege: Weniger ist mehr. Pflegeprodukte sollten zwar regelmäßig, aber sparsam angewendet werden, um das Leder nicht zu überpflegen. Vielen Dank, Friederike Pfeil, Business Development Manager, equiXtreme! www.equixtreme.com

© Günter Havlena_Pixelio.de


 
Sanft und regelmäßig
Auch Gebisse müssen gepflegt werden. Damit Ihr Kunde hier nicht nach aggressiven und möglicherweise giftigen Metallpolituren aus dem Haushalt greift, sollten Sie professionelle Produkte anbieten und deren Verkauf entsprechend beraten: Denn Ihr Kunde sollte wissen, warum Gebisse zeitnah gereinigt werden müssen und was bei der Reinigung absolut tabu ist, weil es dem Produkt nachhaltig schadet.
 
Grundsätzlich sollten Gebisse regelmäßig und gründlich mit Wasser abgewaschen und anschließend mit einem trockenen Tuch abgetrocknet werden – im Idealfall nach jedem Benutzen. Dadurch wird Oberflächenveränderungen vorgebeugt, die in der Regel durch Ablagerungen von Speichel- und Futterresten verursacht werden. Gebisse aus den Materialien Sensogan und Aurigan enthalten Kupfer. Durch Oxidation (notwendig zur Anregung der Speichelbildung) dunkeln die Gebisse nach und können an Glanz verlieren. Mithilfe der im Fachhandel erhältlichen Spezialprodukte lassen sich Gebisse aus Metall besonders einfach reinigen und pflegen. Von der Reinigung mit schärferen oder säurehaltigen Reinigungsmitteln ist abzuraten. Die Finger weg lassen sollten Ihre Kunden auch von Topfreinigungs-Spiralen aus Edelstahl. Beides verletzt die Oberfläche des Gebisses. Und: Gebisse gehören nicht in den Spülmaschine!!!
Herzlichen Dank, Deike Bräutigam, Verkauf Pferdesport bei Herm. Sprenger!
www.sprenger.de

 

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Experten-Wissen
Vom Schweiß gebrochen
Hautschweiß und Hautfette sind nicht konserviert, das bedeutet, sie oxidieren. Wenn diese Stoffe ins Leder gelangen, verbrauchen sich da die Gerbstoffe im Kampf gegen fremde Oxidation und das Leder bricht. Daher ist eine regelmäßige Reinigung und Pflege des Lederzeugs enorm wichtig.
 
Übler Ausschlag
Er sieht auf den ersten Blick aus wie Schimmel – der sogenannte Fettausschlag, der falsch gepflegtes Leder überzieht. Bei diesem weißlichen Beschlag handelt es sich um Restfette, die das Leder ausschwitzt. Fettausschlag tritt häufig auf bei Neuware, die in Asien gefertigt wurde und in Containern lange Transportwege hat. Die teilweise in Folien eingepackte Ware fängt nämlich eingeschweißt an, die zu starke Rückfettung der Gerberei auszuschwitzen. Auch Lederprodukte, die mit zu wachshaltigen Pflegemitteln überpflegt wurden, bekommen üblen Ausschlag. Insbesondere bei Schwankungen der Temperaturen oder Luftfeuchtigkeit. Um zu prüfen, ob es Schimmel oder Fettausschlag ist, gibt es einen einfachen Test. Wenn man einen Fön mit leichter Warmluft auf diese Stellen hält, schmilzt das Wachs oder Fett und verschwindet vorübergehend. Schimmel würde durch Fönen unverändert bleiben.
www.lederzentrum.de 

 

Foto: pixabay

Ja zur Arbeitsteilung
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Produkten zur Lederreinigung und solchen zur Lederpflege. Beides zu vermengen und in einem All-in-one-Produkt anzubieten, ist auf den ersten Blick arbeits- und zeitsparend und deshalb von Kunden gerne nachgefragt. Aber es gilt: eins nach dem anderen. Die Gründe für das erforderliche Zwei-Schritt System liegen auf der Hand und sind insbesondere Ihren weiblichen Kunden sehr nachvollziehbar zu erklären. Denn wie bei der Hautpflege steht zunächst das Abschminken auf dem Pflegeprogramm und erst dann wird eine Pflegecreme aufgetragen. Reinigen sollten Ihre Kunden das lederne Equipment am besten täglich, damit Schweiß, Talg und andere Umwelteinflüsse gar nicht erst ihr schädliches Werk verrichten können. Wasser allein genügt dafür nicht, da es den fetthaltigen Talg nicht aus den Poren lösen kann. Für die spätere Pflege ist es ausschlaggebend, dass der Porenkanal frei ist, da sonst keine Pflege ins Lederinnere vordringen kann.

Achtung Sattelseife
Aus diesem Grund ist Sattelseife auch nicht für die primäre Reinigung geeignet (sondern vielmehr für die Pflege – denn es verschließt mit dem enthaltenden Glyzerin die Poren des Leders. Zudem ist Glyzerin ein Weichmacher, der früher für hartes Leder notwendig war, aber auf modernes weiches Leder einen schadhaften Effekt hat. Deswegen ist Sattelseife stark in Verruf geraten. Die meisten Lederunternehmen raten inzwischen sogar von der Benutzung ab. Einige Sattelhersteller gehen soweit, dass die Produktgarantie verfällt, wenn Sattelseife verwendet wird! Eine Information, die so zu vielen Kunden noch gar nicht vorgedrungen ist, die aber zu einem fachlich fundierten Beratungsgespräch gehört!  

„Wie ich aus vielen meiner Schulungen weiß, fehlt es im Fachhandel relativ häufig am Wissen um die richtige Pflege. Schlichtweg weil sich weder Lederhersteller noch Pflegemittellieferanten die Mühe machen, die Hintergründe zu erklären. Die Empfehlung der richtigen Pflege kann dem Fachhändler viel Mühe ersparen, denn wohin geht der Kunde zuerst, wenn der neue Sattel nach kurzer Zeit unschöne Blessuren durch mangelnde oder falsche Pflege zeigt?! Genau – zum Fachhändler, um den Sattel zu reklamieren...“
Friederike Pfeil 
 
Friederike Pfeil empfiehlt:
> Vergleich des Leders mit Haut
> Schwere Öle und Glyzerin am Leder vermeiden
> Lederpflege im Geschäft in der Nähe von Lederartikeln positionieren
> Cross-Selling beim Verkauf von Lederartikeln, die richtige Pflege mit anbieten und die Wichtigkeit der regelmäßigen Pflege verdeutlichen Gerne bieten wir allen interessierten Händlern eine kostenlose Schulung in allen Pflegebereichen an.
www.equixtreme.com 
 

Veröffentlichung in der Online-Ausgabe HIPPO 5/2018

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