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Reinigen, Reparieren, Personalisieren – die Top Drei-Serviceleistungen

Der stationäre Einzelhandel sollte in Zukunft noch mehr mit Zusatz-Dienstleistungen für das Kundenerlebnis punkten und das Angebot und die Qualität der Services optimieren. So generiert der Kunde einen echten Mehrwert und fühlt sich „seinem“ Ladengeschäft eng verbunden. Neben der persönlichen Beratung bietet besonders der After-Sales-Bereich super Chancen, sich vom Onlinehandel zu differenzieren und Kundenbindung und Umsätze zu steigern: Ob das die Reinigung von Decken und Schabracken ist, das Reparieren von Equipment oder das immer stärker nachgefragte Individualisieren und Personalisieren – egal: Hauptsache umfangreich, unkompliziert und bezahlbar!

Saubere Sachen

Berge von schmutzigen Winterdecken türmen sich dieser Tage in den Lagern vieler Fachgeschäfte. Die Deckensaison ist beendet und viele Kunden nutzen die Möglichkeit, ihre Decken vorm Einlagern professionell reinigen zu lassen. Passen Abschwitzdecken und Schabracken gerade so in die haushaltsüblichen Waschmaschinen, so finden voluminöse Outdoordecken und dick wattierte Pads eben nur in den riesigen Wäschetrommeln industrieller Waschautomaten Platz. 
 

© RachelBostwick_Pixabay

 

Wissenswertes zum Reinigungsservice und Industrie-Waschmaschinen
Ab wievielen Deckenreinigungen täglich lohnt es sich für einen Fachhändler, eine eigene Waschmaschine anzuschaffen und die Wäsche nicht außer Haus zu geben

Anke Schläger: „Ein Fachgeschäft mit einem Angebot zum Waschen von Reitsporttextilien hat immer auch einen bestehenden Kundenkreis – sprich: Man darf davon ausgehen, dass in der nä­­heren Umgebung geritten wird und eine größere Anzahl Pferde verfügbar ist. Also sollte es für den Händler auch kein Problem sein, eine neue Dienst­leistung wie das Waschen von Pferdedecken bekanntzumachen. Bei einem Durchschnittsbetrieb geht Miele davon aus, dass eine Gewerbewaschmaschine für elf Kilogramm Beladung (zum Beispiel die PW 811) mit dem passenden Ablufttrockner PT 8257 rund drei Beladungen an fünf Tagen in der Woche absolviert. Die Geräte können entweder mit einer Winterdecke oder zwei Sommerdecken gefüllt werden. Selbstverständlich kann noch kleineres Waschgut – wie bei­spielsweise Ban­dagen – mit dazugegeben werden. In diesem Fall ist man nicht nur kostendeckend, sondern erwirt­schaftet auch einen Gewinn bei der Aufbereitung: Allein bei Sommerdecken von rund 6.200 Euro pro Jahr. Ein Gewinn würde etwa ab fünf Winterdecken oder zwölf Sommerdecken pro Woche erzielt.“

 

Wenn ein Reitsportfachgeschäft diesen Service anbieten möchte, sollte es eine neue Industrie­maschine kaufen oder ist eine gebrauchte Maschine auch eine Option

Anke Schläger: „Mit den Kräften, die beim Waschen und Trocknen durch die schweren Decken auftreten, wäre eine Haushaltswaschmaschine schnell über­fordert. Gewerbliche Waschmaschinen und Trockner verfügen über die richtigen Programme, die an die jeweilige Textilart angepasst werden können, und sind schon allein deshalb die richtige Wahl. Ganz gleich, ob neu oder gebraucht, was immer eine Frage des Anspruchs ist: Für ein gutes Waschergebnis sind eben diese schonenden Programme wichtig – und umso weiterentwickelt, je aktueller die jeweiligen Geräte sind. Eine gute Gebrauchte kann bei geringem Gerätealter durchaus eine Alternative sein.“
 
Welchen Preis empfehlen Sie pro Reinigung, damit es für die Endkunden günstig, für den Fachhändler dennoch lohnenswert ist?
Anke Schläger: „Wir können schwerlich einen Angebotspreis des Händlers empfehlen – gleichwohl können wir aber anhand von Durchschnittskosten sagen, was die Aufbereitung der einzelnen Textilien kostet. Dies bedeutet, dass eine Winterdecke etwa sieben Euro, eine Sommerdecke etwa 3,50 Euro und eine Sattel­unterlage beispielsweise einen Euro kosten würden. Wie der Händler darauf seine Kalkulation ausrichtet, bleibt ihm na­­türlich selbst überlassen. Vergleicht man allerdings den Wert von sieben Euro für die Winter­decke mit einem durchschnittlichen Angebotspreis anderer Dienstleister von beispielsweise 14 Euro, so ergibt sich in jedem Fall eine ansehnliche Spanne.“
 
Wie viele Decken schafft eine Maschine pro Tag in der Regel? Und wie viele Decken/Schabracken rechnen Sie pro Lebensleistung eines Industrie-Waschautomatens?
Anke Schläger: „Ein Waschgang dauert im Schnitt eine Stunde und 15 Minuten. Somit können an einem normalen Arbeitstag mit Ladenöffnungszeiten von 9 bis 18 Uhr maximal sieben Wasch­gänge durchgeführt werden. Die Lebensdauer unserer Geräte beträgt 30.000 Betriebsstunden. Daraus ergibt sich, dass mit einer Miele-Waschmaschine und dem entsprechenden Trockner 24.000 Waschzyklen als Lebensleistung für Pferdedecken gefahren werden können.“
 
Was zeichnet die neuesten Industrie-Modelle im Vergleich zu denen vor fünf Jahren aus und wann sollte ein Fachhändler, der schon eine in die Jahre gekommene Maschine hat, den Kauf eines neuen Modells erwägen?
Anke Schläger: „Die moderneren Maschinen zeichnen sich unter anderem durch einen noch sparsameren Umgang mit den Ressourcen Wasser und Strom aus, da sie bis zu 30 Prozent weniger Energie und 20 Liter weniger Wasserbedarf gegenüber der Vorgängergeneration benötigen. Außerdem sind sie selbstverständlich mit den speziellen Wasch- und Trockenprogrammen für eine besonders schonende Aufbereitung ausgestattet.“
 
Bietet Ihr Unternehmen beispielsweise hier die Möglichkeit an, gebrauchte Maschinen in Zahlung zu nehmen, und wie sieht das aus mit dem Leasen von Industriemaschinen?

Anke Schläger: „Unser Unternehmen selbst bietet die Möglichkeit, diese Geräte neben dem klassischen Kauf auch zu mieten oder zu leasen. Der örtliche Fachhandel für professionelle Wäschereitechnik kann darüber hinaus auch noch in vielen Fällen die Rücknahme von Altgeräten anbieten.“

Besten Dank, Anke Schläger, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Miele, www.miele.de


  

© Reitsport Frölich

Fast wie neu

Ein gerissener Zügel, ein defekter Reißverschluss am Stiefel, ein Loch in der Decke – damit kommen Ihre Kunden zu Ihnen.

 
Aus gutem Grund: Denn sicherlich helfen Sie mit Rat und Tat – indem Sie selber diese Reparatur durchführen, das defekte Produkt an den Hersteller oder einen entsprechenden Fachmann in Ihrem Netzwerk weiterleiten und dafür sorgen, dass Ihre Kunden das reparierte Stück kostengünstig und zeitnah in einwandfreiem Zustand zurückerhalten.
 
Warum Sie sich kümmern? 
Nicht nur aus reiner Freundlichkeit. Sie wissen: Diese Kulanz ist ein wichtiger Baustein in der Kundenbindung und genau diese Kundenbindung ist Trumpf im hart umkämpften Markt des Handels von heute. Gerade der stationäre Einzelhandel muss genau mit solch einem Service punkten und dem Kunden lästiges Formulare-Ausfüllen, Einpacken, Versenden und später dann von der Paket-Station Abholen abnehmen. Wenn Sie bei der Annahme der Reparatur auch noch ein offenes Ohr und ein freundliches Wort für Ihre Kundschaft haben, kommen die Kunden gerne gerade in Ihr Geschäft. 
 
Reparatur ist auch Nachhaltigkeit
Neben dem Kundenservice spielt das Reparieren von Ware auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit eine zunehmend stärkere Rolle. Schließlich steht die Wegwerfgesellschaft zur Zeit am Pranger und sowohl Kunden als auch Produzenten sind im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte eher bereit, auf Aus­besserung zu setzen anstatt alles gleich in die Tonne zu hauen.
 
Beitrag für Umwelt
Große Unternehmen nehmen das zum Anlass und propagieren ihre Reparaturservices als ihren wichtigen Beitrag zur gesunden Umwelt und zu weniger Abfall. „Unser wichtigstes Ziel ist es, die Produkte durch unseren Reparatur-Service so lange wie möglich schön und in der Nutzungsphase zu halten. So helfen wir unseren Kunden dabei, einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten.“ schreibt beispielsweise Jack Wolfskin auf seiner Onlinepräsenz und stellt seine Reparaturangebote sowie das Beschaffen von Ersatzteilen (Knöpfe, Bänder an Reißverschlüssen oder Schnüre aus Hoodie-Kapuzen) im Detail vor. Auch Outdoor-Spezialist Goretex hat der Repara­tur-Info einen eigenen Menüpunkt eingeräumt, nennt dort zertifizierte Reparatur-Zentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz und bietet sogar Re­paratur-Sets zum Selbstreparieren an. Gerade vor dem Hintergrund der zunehmend in der Kritik stehenden Outdoor-Mode – ein kluger Schachzug und eine wirklich sinnvolle Maßnahme. Kultlabel Barbour verfolgt den gleichen Weg und offeriert einen umfassenden Service rund um gebrauchte Wachsjacken: „Eine Wachsjacke kann bei guter Pflege Jahrzehnte halten. Durch unterschiedliche Beanspruchung erhält sie im Laufe ihres Lebens eine eigene Patina und wird zum Unikat und Liebhaberstück. So manche Tragespuren machen jedoch ein Facelift notwendig. Wir bieten Ihnen eine Überarbeitung oder Repa­ratur: Ihr Lieblingsstück wird bei uns die bestmögliche Behandlung erfahren. Natürlich in professioneller Handarbeit, mitten in Deutschland und mit motivierten und erfahrenen Mitarbeitern.“ Auch die RethinkFashion-Kampagne von Wasch­mittel­­hersteller Perwoll, dessen Slogan „Neu, nein mit Perwoll gewaschen“, den Trend Gebrauchtes zu fitten statt Neues zu kaufen, schon vor Jahrzehnten vorweg ahnte, lädt den Gedankengang von Reinigungen und Reparieren nun noch flugs auf den medial prima laufenden Trendzug zur Nach­haltigkeit.


© mebner1_Pixabay

3D-Drucker zur Individualisierung von Konsumentenwünschen

 

3D-Drucker werden in Zukunft die Prozesse der Individualisierung verstärken. Bereits heute ist es möglich, Gegenstände wie beispielsweise Schuhe zu designen, in Auftrag zu geben und zu erstellen. Die Technik wird sich in diesem Segment weiterentwickeln und es wird ohne Probleme möglich sein, auf sich zugeschnittene Produkte zu entwickeln, um sie dann zu Hause oder im 3D-Drucker-Fachgeschäft auszudrucken. Unternehmen werden sich daher erneut auf die Wünsche der Konsumenten einstellen und individuelle Lösungen sowie Angebote finden müssen.
 
Vom Kunden zum Chefdesigner
Das Internet mit seinen Möglichkeiten unterstützt die Prozesse, in denen Konsumenten die Möglichkeiten haben, in Sekundenschnelle eigens angefertigte oder personalisierte Produkte zu erstellen und in Auftrag zu geben. So sind aber nicht nur die Produkte personalisierbar, sondern auch die Produktionsprozesse an sich – Kunden können sich an der Gestaltung des Produkts beteiligen und sich ganz nach Wunsch in die Prozesse einbringen.
 
Nachteile individualisierter Produkte:

Umtausch ist nicht möglich und wenn nur aus Kulanz

Produkte sind in der Regel teurer

Vorteile individualisierter Produkte:

Persönlichkeitsempfinden

Unternehmen erzielen Wettbewerbsvorteile

Oft nachhaltiger produziert

Besten Dank, Christian Rätsch, Marketingexperte und CEO der Werbeargentur Saatchi & Saatchi Deutschland, www.christianraetsch.de

 

Einzigartig von der Stange

Von der selbst gewählten Traum-Autoausstattung bis zur coolen Zahnspange, in ganz persönlichem Look – Produkte von heute sind zunehmend auf ihre Besitzer zugeschnitten.
 
Das ist auch in der Pferdesportindustrie nicht anders. Längst sind es nicht mehr Initialen oder Namenszüge von Ross und Reiter, die Decke und Schabracke zieren, Kunden können sich via Konfigurator die Wunsch­fassungen von Kappe, Stiefel und Co zusammenstellen und mit einzigartigem Design individuell punkten. Diese Mög­lichkeit wird gerne angenommen: „In der Wirtschaft steht ein neuer Megatrend an: die Individualisierung und Personalisierung von Produkten“, das sagt Marketingexperte Christian Rätsch. „Mass Customization ist das Thema der Zukunft“, berichtet Rätsch und erklärt: „Der Kunde von heute wünscht sich nicht nur eine Palette an Standardprodukten, sondern er sucht nach Produkten, die auf ihn zugeschnitten sind, und solchen, denen er eine persönliche Note geben kann.“ Diejenigen Unternehmen, die Konsumenten die Möglichkeit auf Individualisierung eigener Produkte geben, werden die großen Gewinner sein. Firmen mit Standardprodukten auf dem Markt werden früher oder später Verlierer sein.
 
Blick über den Tellerrand – diese hippen Firmen tun es:
 
M&M‘s mit Text und Bildern
Auf www.mymms.de können Kunden eigene Bilder und Texte auf die beliebten Schokolinsen drucken lassen und individuell gestalten. Die Personalisierung von M&M’s steht in verschiedenen Kategorien zur Verfügung, Farbe und Verpackung lassen sich ebenfalls anpassen.
 
My Müsli
www.Mymuesli.com ermöglicht die Zusammenstellung seines eigenen Wunschmüslis mit über 80 Zutaten.
 
Deutsche Post
Eigene Briefmarken lassen sich schnell, einfach, aber auch sehr kostenintensiv auf www.post-individuell.de kreieren. Der Wert der Marke lässt sich bestimmen, mehrere Motive sind ebenfalls möglich.
 
„Mein Design” von Rossmann
Mit „Mein Design” kann eine kleine Auswahl an Kosmetikprodukten (Duschgel, Seife und Creme) mit eigenen Fotos, Texten sowie ausgewählten Mustern, Formen und Farben zum individuellen Wunschprodukt werden.
 
Veröffentlichung in der Ausgabe HIPPO 4/2020 

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