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Coole Helfer und heiße Kumpanen – so macht Sommer Spaß

  

Zwar können wir das Wetter weder bestimmen noch voraussagen. Und doch ist die HIPPO-Prognose so  klar wie ein strahlender Sommerhimmel: Dieser Sommer nach dem Lockdown wird bombig! Es wird eine ganz besonders schöne Zeit mit jeder Menge heller Stunden, mit Badespaß, Biergarten und Barbecue und natürlich mit super Summer-Sales.
 
Frostige Gamaschen, kühlende Decken oder eisige Gels – mit welchen Produkten die Pferde Ihrer Kundschaft diesen Sommer cool bleiben, das haben wir für Sie zusammengestellt. Darüber hinaus verraten wir Ihnen die besten Mineral-Mixe, damit der Kreislauf bei Vier- und Zweibeinern selbst bei schweißtreibender Hitze nicht zu heiß läuft. Und natürlich haben wir auch wieder den ein oder anderen Tipp zum ultimativen Shoppingvergnügen bei sommerlichen Hitzerekorden.
 
Sommerliche Verkaufsinsel
Zu den klassischen Warenplatzierungen gehören die produktbezogene Präsentation, Shop-in-Shop- Systeme oder auch Sale-Arrangements. Aber auch die themenbezogene Darstellung hat durchaus verkaufsfördernde Wirkung. Vorteil: Eine ansprechende Deko macht diese Verkaufszone in Ihrem Laden­geschäft zu einem echten Highlight, das die Blicke und das Interesse der Käufer auf sich zieht. Diese Warenanordnung pusht die Motivation für Impulskäufe sowie spontane Quer-Einkäufe. Animiert durch sommerliche Dekoration sensibili­sieren Sie den Kunden für das Thema Sommer samt Hitze und bringen ihn mit Produkten, die Lösungen für die heißen Herausforderungen des Sommers versprechen, in Kontakt... Kaufrausch statt Hitze­koller heißt es, wenn Sie Ihrer Kundschaft zudem nicht nur den üblichen frisch aufgebrühten Kaffee anbieten, sondern auch kühle Getränke.
 
Hitzige Hintergrund-Infos
Obwohl Pferde Kälte und Hitze in der Regel gleich gut – beziehungsweise unter manchen Bedingungen eben nicht so gut – vertragen, wird von Seiten der Pferdebesitzer und Reiter auskühlenden Einflüssen in der Regel viel stärker getrotzt als den warmen Sonnenstrahlen: Da wird dick und regenfest eingedeckt, was das Zeug hält, warmes Mash gefüttert und das Solarium rund um die Uhr besetzt. Den sommerlichen Konditionen hingegen wird nicht immer die notwendige Aufmerksamkeit ent­gegen­gebracht. Dabei überhitzen Pferde zehnmal schneller als Menschen. Grund dafür: Der im Ver­gleich zum Menschen deutlich höhere Anteil an aktiver Muskelmasse. Zudem hat das Pferd verhältnis­mäßig weniger Oberfläche, um Wärme abzugeben. Von den rund 30 Litern Schweiß, die das Pferd bei Belastung in heißen Zeiten produziert, können lediglich 25 bis 30 Prozent über die Verdunstung Kälte erzeugen und damit den Körper abkühlen. Ein Hitzestau ist die unangenehme Folge. Bei Tem­peraturen, die jenseits der 25 Grad liegen (zwischen -7 und +25 Grad fühlen sich Pferde am wohlsten), sollte also gehandelt werden. Kühlende Maßnahmen und der Einsatz von coolen Produkten sind also durchaus an­gebracht. Letzteres insbesondere auch, weil die Kühlung über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden sollte. Warum zwei Minuten eiskaltes Wasser nicht reichen, um einem sommerlich erhitzten Pferd zum erfrischenden Cooldown zu verhelfen? Als Reaktion auf einen Kältereiz ziehen sich die Gefäße zunächst zusammen, um die Wärme im Körperinneren zu halten. Danach steigert sich die Durchblutung der Haut. Eine hitzige Reaktion...

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Praktische Must-haves
Oftmals unterschätzt und doch so enorm wichtig gerade an heißen Tagen: das Schweißmesser. Wissen Ihre Kunden eigentlich, warum es absolut notwendig ist, das Wasser nach der erfrischenden Dusche vom Pferd abzuziehen? Bleibt zu viel Wasser auf dem Pferd, so entsteht ein undurchlässiger Nässefilm, der das Abtrocknen, bei dem ja die gewünschte Kühlung durch zügiges Verdunsten entsteht, verzögert. Klar, das Schweißmesser ist ein Produkt mit geringer Marge, und doch sollte es in jedem Fachgeschäft gerade in den Sommermonaten mit guter Hintergrundberatung offeriert werden. Vielleicht gleich vorne am Kassentresen neben den Leckerlis oder den Nudeln in Pferdeform. Eine weitere häufig etwas vernachlässigte Produktgruppe ist die der Wasserbehälter. Ob fester Tank oder faltbare Tasche, wer Wasser mobil schleppen oder zum Turnier mit­nehmen muss, benötigt hier solide Behälter. Neben dem Thema Wärme sollte auch die Sonne samt Strahlen thematisiert werden. Auch hier haben Sie sicherlich hilfreiche Produkte im Sortiment, beispiels­weise Fliegendecken und -masken mit integriertem UV-Schutz. Was viele nicht wissen: Nicht nur im Gesicht (im Bereich einer Blesse oder der Nüstern) kann ein Pferd Sonnenbrand erleiden, sondern bei intensiver Sonneneinstrahlung tatsächlich auch auf dem Rücken unter dem Fell. Hier also schützen die leichten Kombi- Decken perfekt. Sun-Blocker schützen lokal und Lotio­nen zum Behandeln von möglichem Sonnenbrand helfen, wenn es doch mal zu sonnig gewesen ist.
 
Sommerliches Fressen – der Mineral-Mix macht‘s
Schwitzen Pferde, und das tun sie im Sommer vermehrt, verlieren sie Elektrolyte. Aufgrund der spezifischen Schweißzusammensetzung des Pferdes ergibt sich bei schweißtreibender Arbeit ein deut­licher Mehrbedarf für die Elektrolyte Natrium-Chlorid und Kalium. Bei Höchstbelastung des Pferdes – beispielsweise am Geländetag einer Viel-seitigkeit – erhöht sich der Natriumbedarf sogar auf das 20-Fache. Salzlecksteine sind unter solchen extremen Bedingungen natürlich völlig sinnlos. Elektrolytmischungen sind ebenso notwendig wie eine geregelte Mineralzugabe. Und zwar möglichst zeitnah. Dass die Gabe von Elektrolyten direkt im Anschluss an eine schweißtreibende Trainingseinheit erfolgen muss, sollten Sie in der Verkaufsberatung thematisieren. Der Pferdekörper ist nämlich nicht in der Lage, Mineralstoffe zu speichern. Überschüssige Mineralstoffe werden über den Urin ausgeschieden. Ein Vorrat für kommende Hochleistung kann also vom Pferd nicht angelegt werden. Und auch folgende ist eine wichtige Info: Wenn Pferde bei großer Hitze wenig trinken, bedeutet das nicht, sie bräuchten weder Wasser noch ein Extra an Elektrolyten. Das Gegenteil ist der Fall. Denn: Erst der Mangel an lebenserhaltenden Elektrolyten zieht die Trinkunlust nach sich. Ein gefährlicher Teufelskreis. Ob als Pulver, Paste oder Liquid – Elektrolyte werden in diversen Darreichungsformen angeboten. Neben der Präferenz der Pferde ist auch entscheidend, dass gerade bei der gezielten Kompensation eine nachvollziehbare Menge an Mineralstoffen ins Pferd kommt. Wenn das Kraftfutter mit Pulver oder Pellets angereichert nicht sauber aufgefressen wird, herrscht hier Unklarheit. Booster oder Liquids, die beispielsweise mit Maulspritze gegeben werden, lassen hier ein besseres Bemessen zu.
 
Sarai Fauerbach-Preuß, 
St. Hippolyt, erklärt
 
„Während der warmen Sommermonate sind für Sport- beziehungsweise arbeitende Freizeitpferde Zusatzfuttermittel wichtig, die zum einen einer lockeren Muskulatur alle notwendigen Bausteine zur Verfügung stellen. Dazu gehören alle essentiellen Aminosäuren in einem ausgewogenen Verhältnis und die muskelrelevanten Nährstoffe wie Magnesium, Selen, Mangan sowie B-Vitamine und Vitamin E. So wird nicht nur ein reibungsloser Muskelstoffwechsel auch in anstrengenden Trainingseinheiten bei höheren Temperaturen ermöglicht, sondern auch der Aufbau einer kraftvollen Muskulatur. Zum anderen muss dem erhöhten Schweißverlust Rechnung getragen werden. Hierfür eignen sich spezielle Elektrolytmischungen, die für den Mineralstoffausgleich sorgen.
 
Wenn bei der Turnier- oder Wettkampfteilnahme für eine zusätzliche Wasser­aufnahme gesorgt werden muss, eignen sich Mash-Rezepturen, die auch mit kaltem Wasser zubereitet werden können. So können mit kleinem Mash-Einsatz meist mehrere Liter Wasser dem Pferd als schmackhaftes „Mash-Wasser“ angeboten werden.
 
Um sowohl Freizeit- als auch Sportpferde während der Sommermonate vor lästigen Insekten zu schützen, ist der Einsatz von Zusatzfuttermitteln zu empfehlen, die einen Knoblauchextrakt enthalten. Damit verändern sich die Körperausdünstungen vor allem schwitzender Pferde in einen insekten-unfreundlichen Geruch. Nebenbei schützen die besonderen Vitalstoffe der Gewürz- und Heilpflanze das Herz und die Gefäße, verbessern darüber hinaus die Blutfließeigenschaft und sorgen für einen gesunden Darm.
 
Freizeitpferde, die während des Sommers eine 24-stündige Weidezeit genießen, können am besten mit Mineralstoffen in Würfelform mit allen wichtigen Vitalstoffen versorgt werden. Auch den Weidepferden sollte der Zugang zu einem möglichst unbehandelten Salzleckstein immer ermöglicht werden, damit die Pferde ihrem ganz individuellen Salzbedarf nachkommen können.“
 
Besten Dank, Sarai Fauerbach-Preuß, St. Hippolyt, www.st-hippolyt.de
 
Anne-Kathrin Fleischer 
von Lexa berät so
 
„Es empfiehlt sich grundsätzlich, Mineralfutter zur Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ganzjährig anzubieten. Diese Vitalstoffe sind für alle Pferderassen und in den verschiedenen Einsatzgebieten unerlässlich. Erfahrungsgemäß werden die Pellets am besten aufgenommen und auch ein Untermischen ins Krippenfutter oder Mash ist problemlos möglich. 
 
Für Pferde mit stärkeren Hautproblemen und Sommerekzem in den warmen Monaten empfehlen wir außerdem Extraspurenelement-Booster wie das Derma-Akut oder die Micro-Spurenlemente. Bei Turnierpferden kommt in der Saison außerdem häufig ein Magnesiumprodukt zum Einsatz – hier wäre das Mag proSport ein Beispiel. 
 
Pferde, die viel gearbeitet werden und stark schwitzen, können außerdem mit dem Elektrolyt flüssig vor stärkeren Nährstoffverlusten bewahrt werden. Zum schnellen Ausgleich empfiehlt sich bei diesen Produkten vor allem die flüssige Variante anstatt der Elektrolytpulver.“
 
Besten Dank, Anne-Kathrin Fleischer von Lexa, www.lexa-pferdefutter.de
 

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Kalt am Bein
Kühlgamaschen oder Bandagen und Waterboots für die Hufe bringen den Frischekick ans Bein und wirken von dort kühlend auf den gesamten Organismus. Deshalb auch ihr Einsatz bei sehr warmem Sommerwetter. Die Kühlung, wie sie beim Anlegen von Kühl­gamaschen bezweckt wird, bewirkt einen Tempe­raturrückgang im Gewebe. Die Kälte wirkt sich nicht nur wohltuend auf das gesamte Pferd aus, sondern dämpft lokal auch Entzündungen. Zurch die reduzierte Körpertemperatur wird nämlich die Aktivität der Entzündungsmediatoren gehemmt: Der Flüssigkeitsaustritt aus Blut- und Lymphgefäßen verringert sich bei Kälte, die Gefäße verengen sich und die Haut wird spärlicher durch­blutet. Das funktioniert natürlich in Kombination mit der Kompression durch die angelegte Gamasche besonders gut. Kühlgamaschen finden ihren Einsatz beim gesunden Pferd nach sportlicher Belastung im Zuge des abpflegenden Cool-downs und auch als flankierendes Thera­peutikum bei Behandlungen von Verlet­zungen – angefangen vom einfachen ange­laufenen Bein bis hin zu veritablen Sehnen- oder Bänder­schäden. Nicht nur im Zusammenspiel mit Druck, sondern auch mit massierenden Vibrationen kommen Kühlgamaschen zur Anwendung.
 
Kühle Varianten
Nach welchem Prinzip die jeweiligen Gamaschen genau kühlen, variiert und sollte im Beratungsgespräch vorgestellt und gegeneinander abgewogen werden: Coolpads, die im Gefrierfach gelagert und dann in die Gamaschen eingesetzt werden, gehören zu den gängigen Prinzipien. Nachteil: Sie müssen eben in frostigem Zustand eingesetzt werden. Nicht alle (Turnier-)Reiter aber haben eine mobile Kühl­gelegenheit im Stall oder unterwegs mit dabei. Wichtig bei der Beratung ist es, den Kunden drauf hinzuweisen, dass solche Gelkissen nicht direkt auf das Pferdebein aufgelegt werden dürfen. Sonst kommt es zu Erfrierungen. Boots mit Taschen für Crushed-Eis werden von Buschprofis gerne genutzt – dadurch, dass das Eis in die Taschen gefüllt wird, kommt es nicht direkt an das empfindliche Pferdebein. Unabhängig frostig bleiben Kältekissen, die durch eine chemische Reaktion kühlen. Hier wird (analog zu Wärmekissen) eine Kapsel geknickt und Kälte entsteht. Nachteil: Diese Produkte sind in der Regel nur einmal verwendbar und somit weder preisgünstig für den Kunden noch nachhaltig. Die sicherlich unkomplizierteste Kühlung im Hinblick auf Produktnutzung wird mit Kühlgamaschen, die mit speziellen Granulaten gefüllt sind, erzielt. Hier müssen die Gamaschen in Wasser eingeweicht werden – so werden sie aktiviert. Durch das Granulat verdunstet das Wasser nach und nach und garantiert so Kühlung für mehrere Stunden. Diese Gamaschen können nach dem Trocknen wieder in Wasser gelegt werden, dann funktionieren sie erneut.
 
Cool aufgetragen
Kühlgels sind eine schnelle Möglichkeit, regional am Pferd zu kühlen. Sie enthalten in der Regel ätherische Öle und Alkohole, die beim Kontakt mit der Haut verdunsten und dadurch den Kühleffekt gewährleisten. Diese kühlende Wirkung ist nicht so stark wie bei den Coolpacks und hält auch nicht so lange an. Vorteil: Kühlgels lassen sich anders als Gamaschen oder Bandagen an fast jeder Stelle des Körpers auftragen. Inzwischen ist die Produkt­palette an Kühlpräparaten durch kühlende Sprays und Shampoos erweitert, die gerade für die Sommermonate stark beworben und zunehmend auf dem Markt platziert werden. Viel falsch machen kann man dabei nicht. Allerdings dürfen sie nicht angewendet werden, wenn die Haut gereizt oder verletzt ist. Durch die im Gel enthaltenen ätherischen Öle ist das nicht nur schmerzhaft für das Pferd, es könnten so auch entzündliche Prozesse in Gang gesetzt werden.
 
 
HIPPO im Gespräch 
mit Dr. Florian Roggel
 
Kühlgamaschen, wer braucht sie für seine Pferde im Sommer? Sind sie für jedes Pferd eine kühlende Wohltat oder benötigen sie nur die stark geforderten Sportpferde?
Dr. Florian Roggel: „Ich empfehle das Kühlen, beispielsweise mit Kühlgamaschen, nach starker körperlicher Beanspruchung grundsätzlich. Nach einer Schrittrunde ist es sicher nicht not­wendig, nach intensiverem Training hilft es auf jeden Fall – und dann nicht nur im Sommer. Als Wellness schadet es aber sicher nicht.“
 
Welche Art von Kühlgamaschen halten Sie für besonders empfehlenswert, welche finden Sie eher weniger gut?
Dr. Florian Roggel: „Aus medizinischer Sicht finde ich die am besten, die nicht nur das Sehnenpaket bedecken, sondern auch die Fessel und sogar den Huf miteinschließen, weil die kühlende Wirkung dann noch stärker ist. Bei konkreten Problemen wie zum Beispiel Sehnenverletzung im Mittelfußbereich reichen auch die üblichen Gamaschen-Abmessungen.“
 
Kühlgamasche oder -bandage, welches Produkt ist für welchen Fall vorzuziehen und was ist beim Anlegen der Produkte zu beachten?
Dr. Florian Roggel: „Ich würde immer die Gamasche bevorzugen, da sie nicht so schnell zu stramm angelegt wird. Sie sollten Ihre Kunden also bei der Beratung darauf hinweisen, dass Kühlban­dagen keinesfalls zu fest gezurrt werden dürfen! Grundsätzlich sehe ich aber keinen großen Unterschied in der Wirkung.“
 
Erfrierungen durch Kühlgamaschen: Kommt das häufig vor und wie ist das zu vermeiden?
Dr. Florian Roggel: „Ich kenne tatsächlich keinen Fall. Bei Kühlgamaschen, die nicht aktiv kühlen, sondern vorher eingefroren werden, kann eigentlich nichts passieren... Ein Pferd steht im Winter ja auch mal im Schnee. Man kann Pferde bei Hufrehe auch in Beutel mit Crushed-Ice stellen, da passiert nichts. Länger als 20 bis maximal 30 Minuten sollte man sie nicht anwenden, dann reagiert der Körper mit einer Weitstellung der Blutgefäße im gekühlten Bereich, so dass vermehrt warmes Blut dorthin gelangt und genau das Gegenteil passiert von dem, was man möchte. Machen Sie Ihren Kunden im Verkaufsgespräch darauf aufmerksam, dass das Kühlen unter null Grad, also beispielsweise auch mit vorher einge­frorenen Gamaschen, im Wettkampf verboten ist. Das fällt unter Doping!“
 
Kühlgels helfen wann? Nur nach sportlicher Höchstleistung oder auch bei sommerlicher Hitze?
Dr. Florian Roggel: „Ich empfehle sie nur nach dem Training bei vorerkrankten Pferden oder be­gleitend bei akuten Sportverletzungen. Bei sommer­licher Hitze hilft der Wasserstrahl sicher besser.“
 
Was ist beim Einsatz von Kühlgel im Zusammenspiel mit Kühlgamaschen zu beachten?
Dr. Florian Roggel: „Ich würde es auf jeden Fall nicht zeitgleich anwenden. Viele Gels wirken durch Verdunstungskälte. Wenn ich etwas drumherum wickele, kann die Flüssigkeit nicht so gut verdunsten und kühlt nicht effektiv.“
 
Was halten Sie von Kühldecken? Welche Vorteile haben sie und welche möglichen Risiken bergen sie?
Dr. Florian Roggel: „Ich habe bisher keine Erfahrung mit Kühldecken, sehe aber ehrlich gesagt auch keine Notwendigkeit, abgesehen von extremen Klimabedingungen (beispielsweise Olympia in Hongkong oder eventuell nächstes Jahr Tokio), mit extremer Hitze bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit wenn die Ver­dunstung durch Schwitzen oder kaltes Abduschen nicht funktioniert und (Sport-)Pferde wirklich über­hitzen können.“
 
Welche flankierenden Kühlprodukte empfehlen Sie darüber hinaus für den Gebrauch während der heißen Sommermonate?
Dr. Florian Roggel: „Mein liebstes flankierendes Kühlprodukt ist tatsächlich die kalte Dusche – einerseits Kühlung durch kaltes Wasser und anschließend durch Verdunstung des Wassers auf der Haut. Und der klebrige Schweiß wird auch gleich mit abgewaschen... Wir Menschen gehen ja auch unter die Dusche oder springen in den Badesee und reiben uns nicht mit Kühlgel ein!“
 
Vielen Dank, Dr. Florian Roggel, www.pferdepraxis-roggel-buecker.de
 
Dr. Florian Roggel ist Mannschaftstierarzt der Nachwuchsspringreiter. Der 34-jährige gebürtige Mindener studierte an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und arbeitete danach als Assistenz­tierarzt in der dortigen Klinik für Pferde, wo er auch promovierte. Im August 2013 kam er zunächst als Assistenztierarzt in die Tierärztliche Klinik für Pferde nach Warendorf-Milte. Seit dem Abschluss seiner Weiter­bildung zum Fachtierarzt für Pferde im Jahr 2016 und in Pferde-Chiropraktik war er dort als Oberarzt tätig. Seit Juni 2018 praktiziert er als niedergelassener Tierarzt in der Pferdepraxis Dr. Roggel & Bücker in Münster.
 
 
Veröffentlichung in der Ausgabe HIPPO 5/2020 
  

 
Reinigen, Reparieren, Personalisieren – die Top Drei-Serviceleistungen 
Der stationäre Einzelhandel sollte in Zukunft noch mehr mit Zusatz-Dienstleistungen für das Kundenerlebnis punkten und das Angebot und die Qualität der Services optimieren. So generiert der Kunde einen echten Mehrwert und fühlt sich „seinem“ Ladengeschäft eng verbunden. Neben der persönlichen Beratung bietet besonders der After-Sales-Bereich super Chancen, sich vom Onlinehandel zu differenzieren und Kundenbindung und Umsätze zu steigern: Ob das die Reinigung von Decken und Schabracken ist, das Reparieren von Equipment oder das immer stärker nachgefragte Individualisieren und Personalisieren – egal: Hauptsache umfangreich, unkompliziert und bezahlbar! 
 
Saubere Sachen
Berge von schmutzigen Winterdecken türmen sich dieser Tage in den Lagern vieler Fachgeschäfte. Die Deckensaison ist beendet und viele Kunden nutzen die Möglichkeit, ihre Decken vorm Einlagern professionell reinigen zu lassen. Passen Abschwitzdecken und Schabracken gerade so in die haushaltsüblichen Waschmaschinen, so finden voluminöse Outdoordecken und dick wattierte Pads eben nur in den riesigen Wäschetrommeln industrieller Waschautomaten Platz. 
 

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Wissenswertes zum Reinigungsservice und Industrie-Waschmaschinen
Ab wievielen Deckenreinigungen täglich lohnt es sich für einen Fachhändler, eine eigene Waschmaschine anzuschaffen und die Wäsche nicht außer Haus zu geben

Anke Schläger: „Ein Fachgeschäft mit einem Angebot zum Waschen von Reitsporttextilien hat immer auch einen bestehenden Kundenkreis – sprich: Man darf davon ausgehen, dass in der nä­­heren Umgebung geritten wird und eine größere Anzahl Pferde verfügbar ist. Also sollte es für den Händler auch kein Problem sein, eine neue Dienst­leistung wie das Waschen von Pferdedecken bekanntzumachen. Bei einem Durchschnittsbetrieb geht Miele davon aus, dass eine Gewerbewaschmaschine für elf Kilogramm Beladung (zum Beispiel die PW 811) mit dem passenden Ablufttrockner PT 8257 rund drei Beladungen an fünf Tagen in der Woche absolviert. Die Geräte können entweder mit einer Winterdecke oder zwei Sommerdecken gefüllt werden. Selbstverständlich kann noch kleineres Waschgut – wie bei­spielsweise Ban­dagen – mit dazugegeben werden. In diesem Fall ist man nicht nur kostendeckend, sondern erwirt­schaftet auch einen Gewinn bei der Aufbereitung: Allein bei Sommerdecken von rund 6.200 Euro pro Jahr. Ein Gewinn würde etwa ab fünf Winterdecken oder zwölf Sommerdecken pro Woche erzielt.“

 

Wenn ein Reitsportfachgeschäft diesen Service anbieten möchte, sollte es eine neue Industrie­maschine kaufen oder ist eine gebrauchte Maschine auch eine Option

Anke Schläger: „Mit den Kräften, die beim Waschen und Trocknen durch die schweren Decken auftreten, wäre eine Haushaltswaschmaschine schnell über­fordert. Gewerbliche Waschmaschinen und Trockner verfügen über die richtigen Programme, die an die jeweilige Textilart angepasst werden können, und sind schon allein deshalb die richtige Wahl. Ganz gleich, ob neu oder gebraucht, was immer eine Frage des Anspruchs ist: Für ein gutes Waschergebnis sind eben diese schonenden Programme wichtig – und umso weiterentwickelt, je aktueller die jeweiligen Geräte sind. Eine gute Gebrauchte kann bei geringem Gerätealter durchaus eine Alternative sein.“
 
Welchen Preis empfehlen Sie pro Reinigung, damit es für die Endkunden günstig, für den Fachhändler dennoch lohnenswert ist?
Anke Schläger: „Wir können schwerlich einen Angebotspreis des Händlers empfehlen – gleichwohl können wir aber anhand von Durchschnittskosten sagen, was die Aufbereitung der einzelnen Textilien kostet. Dies bedeutet, dass eine Winterdecke etwa sieben Euro, eine Sommerdecke etwa 3,50 Euro und eine Sattel­unterlage beispielsweise einen Euro kosten würden. Wie der Händler darauf seine Kalkulation ausrichtet, bleibt ihm na­­türlich selbst überlassen. Vergleicht man allerdings den Wert von sieben Euro für die Winter­decke mit einem durchschnittlichen Angebotspreis anderer Dienstleister von beispielsweise 14 Euro, so ergibt sich in jedem Fall eine ansehnliche Spanne.“
 
Wie viele Decken schafft eine Maschine pro Tag in der Regel? Und wie viele Decken/Schabracken rechnen Sie pro Lebensleistung eines Industrie-Waschautomatens?
Anke Schläger: „Ein Waschgang dauert im Schnitt eine Stunde und 15 Minuten. Somit können an einem normalen Arbeitstag mit Ladenöffnungszeiten von 9 bis 18 Uhr maximal sieben Wasch­gänge durchgeführt werden. Die Lebensdauer unserer Geräte beträgt 30.000 Betriebsstunden. Daraus ergibt sich, dass mit einer Miele-Waschmaschine und dem entsprechenden Trockner 24.000 Waschzyklen als Lebensleistung für Pferdedecken gefahren werden können.“
 
Was zeichnet die neuesten Industrie-Modelle im Vergleich zu denen vor fünf Jahren aus und wann sollte ein Fachhändler, der schon eine in die Jahre gekommene Maschine hat, den Kauf eines neuen Modells erwägen?
Anke Schläger: „Die moderneren Maschinen zeichnen sich unter anderem durch einen noch sparsameren Umgang mit den Ressourcen Wasser und Strom aus, da sie bis zu 30 Prozent weniger Energie und 20 Liter weniger Wasserbedarf gegenüber der Vorgängergeneration benötigen. Außerdem sind sie selbstverständlich mit den speziellen Wasch- und Trockenprogrammen für eine besonders schonende Aufbereitung ausgestattet.“
 
Bietet Ihr Unternehmen beispielsweise hier die Möglichkeit an, gebrauchte Maschinen in Zahlung zu nehmen, und wie sieht das aus mit dem Leasen von Industriemaschinen?

Anke Schläger: „Unser Unternehmen selbst bietet die Möglichkeit, diese Geräte neben dem klassischen Kauf auch zu mieten oder zu leasen. Der örtliche Fachhandel für professionelle Wäschereitechnik kann darüber hinaus auch noch in vielen Fällen die Rücknahme von Altgeräten anbieten.“

Besten Dank, Anke Schläger, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Miele, www.miele.de


  

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Fast wie neu

Ein gerissener Zügel, ein defekter Reißverschluss am Stiefel, ein Loch in der Decke – damit kommen Ihre Kunden zu Ihnen.

 
Aus gutem Grund: Denn sicherlich helfen Sie mit Rat und Tat – indem Sie selber diese Reparatur durchführen, das defekte Produkt an den Hersteller oder einen entsprechenden Fachmann in Ihrem Netzwerk weiterleiten und dafür sorgen, dass Ihre Kunden das reparierte Stück kostengünstig und zeitnah in einwandfreiem Zustand zurückerhalten.
 
Warum Sie sich kümmern? 
Nicht nur aus reiner Freundlichkeit. Sie wissen: Diese Kulanz ist ein wichtiger Baustein in der Kundenbindung und genau diese Kundenbindung ist Trumpf im hart umkämpften Markt des Handels von heute. Gerade der stationäre Einzelhandel muss genau mit solch einem Service punkten und dem Kunden lästiges Formulare-Ausfüllen, Einpacken, Versenden und später dann von der Paket-Station Abholen abnehmen. Wenn Sie bei der Annahme der Reparatur auch noch ein offenes Ohr und ein freundliches Wort für Ihre Kundschaft haben, kommen die Kunden gerne gerade in Ihr Geschäft. 
 
Reparatur ist auch Nachhaltigkeit
Neben dem Kundenservice spielt das Reparieren von Ware auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit eine zunehmend stärkere Rolle. Schließlich steht die Wegwerfgesellschaft zur Zeit am Pranger und sowohl Kunden als auch Produzenten sind im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte eher bereit, auf Aus­besserung zu setzen anstatt alles gleich in die Tonne zu hauen.
 
Beitrag für Umwelt
Große Unternehmen nehmen das zum Anlass und propagieren ihre Reparaturservices als ihren wichtigen Beitrag zur gesunden Umwelt und zu weniger Abfall. „Unser wichtigstes Ziel ist es, die Produkte durch unseren Reparatur-Service so lange wie möglich schön und in der Nutzungsphase zu halten. So helfen wir unseren Kunden dabei, einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten.“ schreibt beispielsweise Jack Wolfskin auf seiner Onlinepräsenz und stellt seine Reparaturangebote sowie das Beschaffen von Ersatzteilen (Knöpfe, Bänder an Reißverschlüssen oder Schnüre aus Hoodie-Kapuzen) im Detail vor. Auch Outdoor-Spezialist Goretex hat der Repara­tur-Info einen eigenen Menüpunkt eingeräumt, nennt dort zertifizierte Reparatur-Zentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz und bietet sogar Re­paratur-Sets zum Selbstreparieren an. Gerade vor dem Hintergrund der zunehmend in der Kritik stehenden Outdoor-Mode – ein kluger Schachzug und eine wirklich sinnvolle Maßnahme. Kultlabel Barbour verfolgt den gleichen Weg und offeriert einen umfassenden Service rund um gebrauchte Wachsjacken: „Eine Wachsjacke kann bei guter Pflege Jahrzehnte halten. Durch unterschiedliche Beanspruchung erhält sie im Laufe ihres Lebens eine eigene Patina und wird zum Unikat und Liebhaberstück. So manche Tragespuren machen jedoch ein Facelift notwendig. Wir bieten Ihnen eine Überarbeitung oder Repa­ratur: Ihr Lieblingsstück wird bei uns die bestmögliche Behandlung erfahren. Natürlich in professioneller Handarbeit, mitten in Deutschland und mit motivierten und erfahrenen Mitarbeitern.“ Auch die RethinkFashion-Kampagne von Wasch­mittel­­hersteller Perwoll, dessen Slogan „Neu, nein mit Perwoll gewaschen“, den Trend Gebrauchtes zu fitten statt Neues zu kaufen, schon vor Jahrzehnten vorweg ahnte, lädt den Gedankengang von Reinigungen und Reparieren nun noch flugs auf den medial prima laufenden Trendzug zur Nach­haltigkeit.


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3D-Drucker zur Individualisierung von Konsumentenwünschen

 

3D-Drucker werden in Zukunft die Prozesse der Individualisierung verstärken. Bereits heute ist es möglich, Gegenstände wie beispielsweise Schuhe zu designen, in Auftrag zu geben und zu erstellen. Die Technik wird sich in diesem Segment weiterentwickeln und es wird ohne Probleme möglich sein, auf sich zugeschnittene Produkte zu entwickeln, um sie dann zu Hause oder im 3D-Drucker-Fachgeschäft auszudrucken. Unternehmen werden sich daher erneut auf die Wünsche der Konsumenten einstellen und individuelle Lösungen sowie Angebote finden müssen.
 
Vom Kunden zum Chefdesigner
Das Internet mit seinen Möglichkeiten unterstützt die Prozesse, in denen Konsumenten die Möglichkeiten haben, in Sekundenschnelle eigens angefertigte oder personalisierte Produkte zu erstellen und in Auftrag zu geben. So sind aber nicht nur die Produkte personalisierbar, sondern auch die Produktionsprozesse an sich – Kunden können sich an der Gestaltung des Produkts beteiligen und sich ganz nach Wunsch in die Prozesse einbringen.
 
Nachteile individualisierter Produkte:

Umtausch ist nicht möglich und wenn nur aus Kulanz

Produkte sind in der Regel teurer

Vorteile individualisierter Produkte:

Persönlichkeitsempfinden

Unternehmen erzielen Wettbewerbsvorteile

Oft nachhaltiger produziert

Besten Dank, Christian Rätsch, Marketingexperte und CEO der Werbeargentur Saatchi & Saatchi Deutschland, www.christianraetsch.de

 

Einzigartig von der Stange

Von der selbst gewählten Traum-Autoausstattung bis zur coolen Zahnspange, in ganz persönlichem Look – Produkte von heute sind zunehmend auf ihre Besitzer zugeschnitten.
 
Das ist auch in der Pferdesportindustrie nicht anders. Längst sind es nicht mehr Initialen oder Namenszüge von Ross und Reiter, die Decke und Schabracke zieren, Kunden können sich via Konfigurator die Wunsch­fassungen von Kappe, Stiefel und Co zusammenstellen und mit einzigartigem Design individuell punkten. Diese Mög­lichkeit wird gerne angenommen: „In der Wirtschaft steht ein neuer Megatrend an: die Individualisierung und Personalisierung von Produkten“, das sagt Marketingexperte Christian Rätsch. „Mass Customization ist das Thema der Zukunft“, berichtet Rätsch und erklärt: „Der Kunde von heute wünscht sich nicht nur eine Palette an Standardprodukten, sondern er sucht nach Produkten, die auf ihn zugeschnitten sind, und solchen, denen er eine persönliche Note geben kann.“ Diejenigen Unternehmen, die Konsumenten die Möglichkeit auf Individualisierung eigener Produkte geben, werden die großen Gewinner sein. Firmen mit Standardprodukten auf dem Markt werden früher oder später Verlierer sein.
 
Blick über den Tellerrand – diese hippen Firmen tun es:
 
M&M‘s mit Text und Bildern
Auf www.mymms.de können Kunden eigene Bilder und Texte auf die beliebten Schokolinsen drucken lassen und individuell gestalten. Die Personalisierung von M&M’s steht in verschiedenen Kategorien zur Verfügung, Farbe und Verpackung lassen sich ebenfalls anpassen.
 
My Müsli
www.Mymuesli.com ermöglicht die Zusammenstellung seines eigenen Wunschmüslis mit über 80 Zutaten.
 
Deutsche Post
Eigene Briefmarken lassen sich schnell, einfach, aber auch sehr kostenintensiv auf www.post-individuell.de kreieren. Der Wert der Marke lässt sich bestimmen, mehrere Motive sind ebenfalls möglich.
 
„Mein Design” von Rossmann
Mit „Mein Design” kann eine kleine Auswahl an Kosmetikprodukten (Duschgel, Seife und Creme) mit eigenen Fotos, Texten sowie ausgewählten Mustern, Formen und Farben zum individuellen Wunschprodukt werden.
 
Veröffentlichung in der Ausgabe HIPPO 4/2020 

Koelnmesse

Wir danken unseren Sponsoren