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Schwarzes Gold

Kaffee ist unser Liebling. Kaum ein Erwachsener, der nicht mehrmals täglich eine heiße Tasse zu sich nimmt: zum Wachwerden, um Kreislauf und Verdauung in Schwung zu bringen oder einfach als geselliges Tässchen Klatsch. Und – Kaffee ist viel mehr als ein belebendes (meist) Heiß-Getränk: Kaffee ist Genuss, Kaffee ist Kult, Kaffee ist Lifestyle.

Foto: © Christoph Pixabay

Tierische Entdeckung

Die Ziegen vom Hirten Kali sind die wahren Entdecker des Kaffees. Sie nämlich kosteten anno dazumal in Äthiopien die roten Kirschen des Kaffeestrauches und sprangen alsbald sehr viel munterer daher als noch zuvor. Und das bei der Hitze. Also naschte der Ziegenhirte selbst die kleinen Früchte und siehe da: Auch er erlebte den Hallo-wach-Effekt, den er von nun an mit der Welt teilte...
 
Variationen – große Vielfalt
Cappuccino, Latte Macchiato oder Frappocino, mit oder ohne Koffein, mit Soja-, Mandel oder Hafermilch, ein starker Espresso oder ein sanfter Milchkaffee – Variationen, wie der Kaffeee gepimpt und genossen wird, gibt es unzählige. Interessant zu wissen: Die wachmachende und gesundheitsfördernde Wirkung verliert der Kaffee bei vielen Mischungen – beispielsweise in Kombination mit tierischer Milch. Und: Wer seinen Kaffee nicht nur blond, sondern auch noch süß mag, rüstet sein Heißgetränk schnell zur Kalorienbombe auf.

 

Foto: © GCC TAFELSTERN

Der Kraft-Saft

Koffein ist der Turbo im Kaffee und verantwortlich für dessen anregende Wirkung. Es steigert die Herzfrequenz, erweitert Blutgefäße im Körper, aber verengt Blutgefäße im Gehirn. Koffein steigert Antrieb, Leistungsfähigkeit sowie Konzentration und hält länger wach. Der Genuss des koffeinhaltigen Getränks hat sich bewährt im Kampf gegen Diabetes, Gicht oder Parkinson. Auch wird ihm vorbeugende Wirkung gegen eine Reihe von Krebserkrankungen attestiert. Das Koffein macht nicht nur müde Menschen munter: Es regt auch Pferde tierisch an. Deswegen gilt es im Turniersport als Doping. Die alten Stallmeister verabreichten Kaffee bei Kreislaufproblemen und bisweilen bei Koliken. Dazu sollte man aber immer erst einen Veterinär konsultieren. Beachten sollten Sie die Dopingrelevanz auch beim Verkauf von koffeinhaltigen Pflegeprodukten. Denn auch in Shampoos wird Koffee ein als Energiekick und Wachstumsbooster von Fell und Langhaar eingesetzt.
 

Foto: © Wolfgang Eckert Pixabay

Das ist die Krönung
Die Tasse Kaffee oder auch das Glas Wein kommen im besten Fall nicht alleine daher, sondern im Team mit allerhand Leckerem: Kuchen oder Kekse, Pralinen, Schoki oder einfach ein paar Bonbons – Kaffee verträgt sich super mit Süßem. Hier können Sie also allerhand Zusatzprodukte rund ums Thema Reiterstübchen-Kaffeklatsch platzieren. Motivschokoladen gibt es dabei einige – insbesondere auch mit dem „erweiterten“ Pferd, dem legendären Einhorn. In Sachen Motivkekse sieht es mit dem Vorrat am Markt eher mau aus. Also: selbst backen, in Deko-Tütchen verpacken und feilbieten. In Ihrer Kaffeecke ist sicherlich auch Platz für glitzernden Horsecco und schlussendlich für hochprozentige „Wurmkuren“. Denn wenn man sich beim Kaffeeklatsch die Seele frei gelästert und den Bauch vollgeschlagen hat, muss ein Ausputzer her... Kaffeetassen mit Pferdemotiven gibt es von etlichen Anbietern, nicht nur mit fixem Aufdruck. Hier sprechen Becher samt Personalisierungs-Service an. Auch die Möglichkeit, Tassen in einem Vereins- oder Stallgemeinschaftsdesign zu kreieren, wird sicherlich stark nachgefragt. Darüber hinaus ersetzen Coffee-to-go-Becher aus alternativen Materialien die elendigen Einweg-Becher. Aus Bambus, Kokosblättern oder ähnlichem gefertigt werden Sie von Pferden oder Einhorn dekoriert und gehören ganz klar auf Ihre Kaffeetafel.
 
 

Foto: © Archiv

Kaffee und Umwelt
Nicht nur der Anbau in riesigen Monokulturen unter teils menschenunwürdigen Bedingungen hat dem Kaffee seinen Ruf als umweltschädigend beschert. Auch der Weg von der Aussaat über die gereifte rote Kirsche bis hin zur schwarzen Röstbohne hat es in sich. Denn Anbau und Waschung verbrauchen jede Menge Wasser: So stecken in einer Tasse Kaffee tatsächlich nicht 150 oder 200 Milliliter Wasser, sondern ganze 140 Liter!Achten Sie beim Einkauf von Kaffee auf nachhaltig angebaute und fair gehandelte Ware!
 
Kaffee mit Persönlichkeit
Bieten Sie individuelle Kaffeemischungen an: Vielleicht für einen Reitverein, für ein Turnier oder für den ganz speziellen Reitertyp? Happy Eventing, Dressage-Angel oder High Jump – viele Kaffeeröstereien kreieren auf Wunsch den ganz speziellen Mix mit der besonderen persönlichen Note. Mild und sanft, kräftig, würzig, fruchtig blumig – die Baristas sind kreative Künstler, lieben ihr Handwerk und verwöhnen Sie und Ihre Kunden mit dem Besten aus der Bohne!
 
Knackfrische Bohne
Einer der entscheidenden Schritte auf dem Weg zum guten Kaffee ist das Rösten der Bohnen, bei dem die kleinen Aromabomben ihr ganz typisches Geschmacksprofil erhalten. Bei diesem Veredelungsprozess verlieren die Bohnen Wasser und Öle und gewinnen ihr einzigartiges Bouquet. Verantwortlich dafür sind Dauer und Temperatur des Röstvorgangs, der seinen eigentlichen Höhepunkt im „First Krack“ erlebt – dem Aufbrechen der gebräunten Bohnen. Nach diesem Knaller, ersichtlich im langen Riss durch das kleine Oval, legt der Kaffee schnell an Charakter zu: Je länger der Kaffee geröstet wird, desto mehr Säuren werden abgebaut. Gleichzeitig entfalten sich immer mehr Röstaromen. Daraus folgt: Ein Kaffee, der lange geröstete wurde, verfügt über einen viel kräftigeren und bittereren Geschmack. Wer es lieber individueller mag, der setzt auf kurze Röstzeiten und verstärkt somit den Eigengeschmack des Kaffees.
 
Kaffee und Reiter
Claudia, 47, Westernreiterin:
„Ich bin meist nach der Arbeit im Stall. Mit einem guten Kaffee kann ich den Bürostress hinter mir lassen, abschalten und mich anschließend ganz auf mein Pferd konzentrieren. Die Tasse Kaffee ist also wie ein kleines Abschalteritual. Darüber hinaus gibt es bei uns im Stall eigentlich immer und überall Kaffee: sehr gerne natürlich in den kleinen Pausen bei der Arbeit mit und ums Pferd und in netter Gesellschaft nach dem Training. Gemeinsam Kaffee zu trinken, verbessert die Atmosphäre in unserer Stallgemeinschaft. Man kommt einfach leichter ins Gespräch.“
 
Am 1. Oktober feiert die Welt den „Tag des Kaffees“

 

Foto: © Darboven

Kaffee und Pferde – die zwei Leidenschaften des Albert Darboven
Kaffee-König Albert Darboven ist seit seiner Kindheit begeisterter Galopp- und Pferde-sport-Enthusiast und Pferdeliebhaber. Bereits seit 1970 werden auf dem eigenen Gestüt IDEE erfolgreich Pferde gezüchtet.
 
Darboven und die Pferde
„Leidenschaft“ – so bezeichnet Albert Darboven die Vollblutzucht im Galoppsport. Auf seinem Gestüt IDEE züchtet er gemeinsam mit der Gestütsleiterin Vanessa Körner gesunde, kräftige und schnelle Rennpferde. Dabei steht nicht nur die Zucht für nationale und internationale Auktionen im Fokus, sondern auch für den eigenen Rennstall. Der Anspruch dabei: stets die erfolgreichen traditionellen Blutlinien behutsam weiterzuentwickeln und durch regelmäßige Zukäufe aufzufrischen, zu ergänzen und zu erweitern. Darüber hinaus gestalten Albert Darboven und Vanessa Körner die Aufzucht der Pferde so naturnah und gesund wie nur möglich. Dies beinhaltet die erstklassige Pflege der Weiden, bestes Futter sowie eine über Jahre systematisch ergänzte und verbesserte Stutenherde. Die Aufzucht der Pferde ist rau, aber herzlich. Frische Luft und freier Auslauf – das sind wichtige Einflussfaktoren bei Jungtieren. Deshalb werden sie den Sommer über in Gruppen im Freien gehalten und verbringen auch im Winter den ganzen Tag an der frischen Luft. Dies schult das Sozialverhalten und fördert die Gesundheit. Die Trainingsbahnen und die Reithalle ermöglichen es, das Einreiten und Antrainieren sehr individuell zu gestalten. So können die Trainer genau auf die Bedürfnisse von jedem einzelnen Pferd eingehen.
 
Darboven und der Kaffee
Albert Darboven wird am 15. April 1936 in Darmstadt geboren. Nach dem Tod des Vaters wird er von seinem Onkel Arthur Darboven und dessen Frau adoptiert. So kommt er bereits in jungen Jahren mit dem Kaffeehandwerk in Berührung. Daraus sollten sich eine Leidenschaft und eine Verbundenheit entwickeln, die sich bis heute fortsetzen. Nach der Mittleren Reife beginnt die Kaffeekarriere von Albert Darboven. Von 1953 bis 1956 absolviert er eine Ausbildung zum Außenhandelskaufmann beim Hamburger Kaffee-importeur Bernhard Rothfos. Als Einkäufer auf Kaffeeplantagen verbringt er drei weitere Lehrjahre (1956 bis Anfang 1960) in El Salvador, Nicaragua und Costa Rica. Kurz nach seiner Rückkehr aus Mittelamerika tritt Albert Darboven in die Firma J.J. Darboven in Hamburg ein. Seit 1973 ist er mit Edda Prinzessin von Anhalt verheiratet. Der Unternehmer, Geschäftsführer und Inhaber des Kaffeehandelshauses J.J. Darboven GmbH & Co. KG führt die Hamburger Firma in vierter Generation in Familienhand.

Foto: © Pixabay


  
Schwarze Zahlen
162 Liter Kaffee trinken die Deutschen pro Jahr – eine süffige Menge, die Bier und sogar Wasser in den Schatten stellt. Gebrüht wird er übrigens immer noch am liebsten in der Filterkaffeemaschine. Das Wichtigste an einem guten Kaffee ist seine Frische. Kann er darüber hinaus noch aus einer großen Tasse genossen werden, ist der deutsche Kaffeetrinker zufrieden.
 
Von Schleichkatzen und Elefanten
Als teuerster Kaffee der Welt wird Kopi Luwak gehandelt und zwar zu einem Kilopreis zwischen 800 und 1.200 Euro. Was den aus Indonesien stammenden Kaffee so teuer macht? Sein etwas ungewöhnlicher Herstellungsprozess: Er ist nämlich gewissermaßen ein Second-Hand-Produkt. Nachtaktive Schleichkatzen naschen die Bohnen, verdauen sie und scheiden sie wieder aus. Daher rührt sein samtweicher Geschmack. Echter Genuss oder Marketing-Gag – Kaffeeliebhabern schmeckt‘s. Der Kopi Luwak hat übrigens Konkurrenz bekommen: das „schwarze Elfenbein“ aus Thailand! Diese Kaffeesorte durchläuft dieselbe Prozedur nur im Darm von Elefanten und nennt sich Black Ivory Coffee. What a shit!
 
Brasilien ist die Nummer eins unter den Kaffeeproduzenten
Aber auch in vielen anderen Ländern wird Kaffee angebaut – er wächst hauptsächlich in all den Regionen, die zum sogenannten Kaffeegürtel gehören. Das ist ein Bereich rund um den Äquator, der sich durch feucht-warmes Klima und wenig Wetterextreme auszeichnet.

Foto: © Archiv


 
Einkaufen mit Wohlfühlaroma
Nichts duftet so gut wie frischer Kaffee. Er duftet nach Sonnenaufgang, frischen Brötchen und Sonntagsfrühstück. Nach Wärme, Geborgenheit und Omas selbstgemachtem Apfelkuchen. Frischer Kaffee schafft eine Wohlfühlatmosphäre und genau die wollen Sie Ihren Kunden samt Begleitung in Ihrem stationären Handel bieten. Der Kunde fühlt sich als Gast und wird eingeladen, Ihre Waren in aller Ruhe zu begutachten. Mit der Tasse Kaffee laden Sie ein zum Verweilen. Möglicherweise nur gekommen, um sich einen Eimer Huffett zu schnappen, verlängert der Kaffee den Aufenthalt im Laden und es wird nicht nur auf die Schnelle mitgenommen, sondern: gestöbert, gefachsimpelt, geshoppt. Mehr als vorgesehen. Nicht nur dem Kunden schmeckt diese leckere Pause, sondern auch seiner Begleitung in der gemütlichen Chillout-Lounge. Das Servieren von Kaffee, von einem Glas kalter Brause und ein paar Sweeties ist eine nette, gern gesehene Geste. Und zahlt sich aus: guter Geschmack, gute Laune, gute Geschäfte! Aber Achtung: Der bittere abgestandene Kaffee, der lauwarm aus der Thermoskanne tröpfelt, ist kein Genuss, sondern saures Übel. Hier lohnt es sich, auf einen einfachen, aber modernen Kaffeevollautomaten zu setzen, der Tasse für Tasse frisch produziert. Die industrielle Barista-Maschine, die gleich zehn diverse Variationen auf Knopfdruck zaubert und in modernen Coffeeshops zischt und dampft, muss es gar nicht sein. Um die Umwelt nicht übermäßig zu belasten, sind Maschinen, die Kaffeekapseln benötigen, Tabu. Denn diese funktionieren nach dem Prinzip „wenig Kaffee, viel Müll“. Sie arbeiten sicherlich mit Pad- oder Siebmaschinen. Portionierte Kaffeesahne sollte ebenfalls durch ein Kännchen mit Kondensmilch oder – noch schöner – frischer Milch ersetzt werden.

Simone, 46, geführte Wanderritte

„Warum Kaffee für mich im Stall unersetzlich ist? Ich bin meist schon vor der Arbeit früh bei den Pferden. Bei ihnen Kaffee zu trinken, ist für mich seit vielen Jahren meine liebste Morgentradition. Wenn die Heuraufen befüllt sind und die Pferde genüsslich knabbern, setze ich mich dazu, lausche ihnen und betrachte sie. Diese Kaffeezeiten sind für mich die 15 Minuten Ruhe vor dem Sturm. Das hebt meine Laune ungemein. Außerdem schätze ich Kaffee als Kommunikations-Starter: ‚Wollen wir mal einen Kaffee trinken?‘ hört sich definitiv besser und unverkrampfter an als ‚Wir müssen da mal etwas besprechen...‘.“

Veröffentlichung in der Online-Ausgabe HIPPO 6/2019

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