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Steigbügel – für den perfekten Auftritt

Steigbügel sind viel mehr als nur ein Anhängsel. Sie geben Halt, Sicherheit und sorgen darüber hinaus durch ihre stoßdämpfende Wirkung für den optimalen Sitzkomfort.

 
Aufsteigen bitte 
Anprobieren und wohlfühlen – so könnte eine Devise für den erfolgreichen Verkauf von Steigbügeln lauten, der gerne im Sattel auf einem entsprechenden Sattelbock erfolgt. „Probiert wird im Idealfall mit dem Schuhwerk, das auch zum Reiten genutzt wird. Alternativ gibt es im gut sortierten Reitsportfachgeschäft ja genug Schuhwerk zum Testen“, das sagt Sonja Bunte von Pfiff und fügt an: „Die benötigte Größe und mit ihr die sogenannte Trittweite richtet sich hier nach der Schuhgröße des Nutzers“, Steigbügel und Stiefelschuh müssen zueinander passen. Das heißt, der Schuh darf nicht zu eng im Steigbügel sitzen, er darf aber auch nicht zu viel Spielraum haben. Idealerweise ist beidseitig des Schuhwerks rund ein halber Zentimeter Platz. Sonja Bunte berichtet: „In der Regel bieten die Hersteller mindestens drei Steigbügel-Größen an: Bei uns gibt es beispielsweise die Modelle Pony mit einer neun Zentimeter Innenmaß-Trittfläche und Full mit entsprechenden zwölf Zentimetern. Bei einigen Herstellern gibt es noch 13 Zentimenter Trittfläche (für Herren).“ Auch gibt es Anbieter, die bei den Modellen noch die Gewichtsklasse der Reiter berücksichtigen.

Stabile Trittfläche

Wer schon mal längere Zeit im leichten Sitz galoppiert ist, weiß, wie wichtig guter Gripp unter dem Fußballen ist, und auch alle anderen Reiter schätzen den sicheren Halt im Steigbügel, um ausbalanciert agieren zu können. Trittflächen, die eben dafür sorgen, gibt es mit und ohne austauschbare Einlagen. Verkaufsargument für die austauschbare Einlage: Bei Verschleiß muss lediglich die Einlage nachgekauft werden. Gummieinlagen werden aufgrund ihrer minimalen Elastizität in der Regel als bequem empfunden. Metallene Trittflächen sind bei feuchtem Wetter einfach rutschfester.
 
Wichtige Stoßdämpfer
Sie geben nicht nur Halt, sie halten auch viel ab: die Steigbügel, die sich als effektive Stoßdämpfer bewährt haben. Das kann jeder bestätigen, der schon mal einen längeren Ausritt ohne Steigbügel hat absolvieren müssen. Jede Unebenheit, jeder falsche Tritt und vor allem auch jede besonders schwungvolle Bewegung meldet sich ohne Steigbügel auf direktem Weg beim Reiter, stößt ins Kreuz, stresst die Gelenke. Schockabsorbierende Trittflächen oder Gelenksteigbügel federn Erschütterungen ab und sorgen so für ein elastisches Gesundheitsplus.
 
Qualität im Doppelpack
Qualität, Funktionalität und eine hohe Bruchlast zeichnen einen hochwertigen Steigbügel aus. Qualität bezieht sich dabei unter anderem auf die Verarbeitung und die Verwendung hochwertiger und haltbarer Materialien. Funktional ist ein Steigbügel, der nicht nur den Fuß des Reiters trägt, sondern diesen auch richtig positioniert, der die Gelenkte entlastet und der so sicher wie möglich ist. Zur Bruchlast: Ein Steigbügel muss teilweise das Drei- bis Vierfache des Körpergewichts abfangen – zum Beispiel beim Aufkommen nach dem Sprung. Die Bruchlast eines Steigbügels sollte also minimal 800 Kilogramm aufweisen. Bei Steigbügeln gilt, dass der Preis tatsächlich viel über die Qualität erzählt und die teuren Modell generell aus hochwertigerem Material gestaltet und sorgsamer verarbeitet sind. Empfehlen Sie Ihren Kunden Steigbügel aus rostfreiem, witterungs- und korrisionsbeständigem Material. Kunststoff-Steigbügel müssen darüber hinaus UV-beständig sein, damit sie unter Sonneneinstrahlung nicht spröde werden.


Fashion meets function
Die Mode hat das eigentlich Funktionsprodukt Steigbügel längst erreicht und so spiegeln sich beidseitig des Sattel Fashion-Trends in farbiger Lackierung, in Strass und jeder Menge individueller Details wie der persönlichen Gravur wieder. „Dadurch, dass bei unseren Sicherheitsbügeln die Gelenke flexibel sind, wird die Anpassung der Trittfläche an die federnde Fußbewegung des Reiters ermöglicht, so dass ständiger Kontakt mit der Sohle entsteht. Das Resultat sind ein guter Halt und entspannte Waden. Fuß-, Knie- und Hüftgelenke werden entlastet, Bänder und Menisken geschont. Auch aus diesen Gründen ist es empfehlenswert, Steigbügel mit Gelenken in jeder Reitdisziplin zu verwenden.“ Brigitte Lüdemann, Herm. Sprenger! www.sprenger.de
 
Zusätzlich zum Steigbügel verkaufen Sie idealerweise:
Ersatztrittflächen oder -einlagen, Steigbügelriemen, Steigbügelschoner, Reinigungspaste für Steigbügel – und vielleicht doch noch einen neuen Sattel, schließlich ist man schon ganz nah am Thema dran...
 

Foto: pixabay

 
 
 
...und so wird ein Schuh draus
Ob derbe Freizeitboots mit Antirutsch-Riffelsohle oder klobige Winterwarmstiefel – nicht jedes Schuhwerk ist gefahrlos steigbügeltauglich. Das bietet Ihnen im Verkaufsgespräch gleich zwei Ansätze für Zusatzverkäufe: Zum einen können Sie Reitstiefel und Stiefeletten anbieten, zum anderen das zweite Paar Steigbügel im größeren Format für die winterlichen Thermostiefel.
 

 

Foto: pixabay

Streit der Gewichtsklassen
Schwer gleich sicher? Das war lange Zeit das Verkaufsargument für die Traditions-Modelle aus Edelstahl. Inzwischen aber haben Kunststoff- und Alusteigbügel mindestens genauso viele Fans. So berichtet Sonja Bunte: „Kunststoffsteigbügel haben den Vorteil, besonders leicht zu sein. Gerade wenn Kinder ihre Ponys alleine satteln müssen, macht jedes Gramm einen Unterschied. Deshalb ist hier ein Leichtmodell sicherlich vertretbar. Auch Alubügel sind recht leicht. Sie sind modisch absolut en vogue und werden gerne gekauft. Edelstahlbügel hängen hingegen schwer am Sattel. Dadurch sind sie leichter wieder zu finden, wenn man sie mal verliert.“ Für und Wider der Steigbügel-Schwere sind auch unter Experten nicht final geklärt. Das individuelle Wohlgefühl des Reiters sollte hier die Richtung bestimmen. Die meisten Fachleute aber nennen eine Gewichtsspanne zwischen 600 und 800 Gramm. Vielen Dank, Sonja Bunte von Pfiff! www.pfiff.com

© Archivfoto_Verlag


Freigabe – so sicher sind Steigbügel
 
Runde Sache
Mit runden Formen sorgen traditionell Islandbügel für Sicherheit fürs Reiterbein. Durch die Ausbuchtungen an den Seitenstreben soll der Fuß genügend Freiraum haben, um sich beim Fall aus dem Bügel befreien zu können. Zwar verfügen die Sättel über so genannte Sturzfedern, in welche der Steigbügelriemen eingehängt wird, doch nicht immer lösen sie sich im Fall eines Sturzes. Zweck von Sicherheitssteigbügeln ist folglich, das prompte Herauslösen des Fußes beim Sturz zu gewährleisten und ein Verkanten und Hängenbleiben zu verhindern. Hierzu bieten die diversen Hersteller unterschiedliche Lösungssysteme an. Diese bieten per Sicherheitsgelenk oder Durchtrittschutz ein Höchstmaß an Sicherheit, aber eine 100-prozentige Sicherheitsgarantie können sie dennoch nicht liefern. Zu viel hängt auch davon ab, wie der Fuß im Steigbügel steht oder wie der Fall des Reiters verläuft. Fragen Sie bei der Beratung von Sicherheitssteigbügeln unbedingt die Reitdisziplin Ihres Kunden ab!
 
Ganz schön gelenkig
Ein beliebtes Sicherheitsmodell ist der „bewegliche Steigbügel“, der zumeist über mehrfache seitliche Gelenkmechanismen verfügt. Beim Sturz knickt der Bügel ein und lässt den Fuß frei. Ebenfalls auf Beweglichkeit setzen die Hersteller von Bügeln mit mobilen Trittflächen. Auch hier ist das Risiko, den Fuß beim Sturz im Bügel zu verkanten, aufgrund der variablen Winkelung der Trittfläche minimal. Ein Steigbügel mit Gelenk muss den Spagat zwischen der genügenden Flexibilität und einer haltbaren Positionierung schaffen.
 
Frei geclickt
Nicht nur Mechanismen am Bügel direkt, sondern auch Systeme, deren Sicherheit an der Verbindungsstelle von Bügel und Bügelriemen ansetzt, befinden sich auf dem Markt. Ein sogenannter Steigbügelclip wird hier zwischen Bügel und Riemen geklemmt. Sehr sicher, aber nur, wenn er wirklich exakt montiert und der Bügel auch korrekt aufgenommen wird.
 
Safety mit Kasus Knacktus
Ein typisches Sicherheitsgrundmodell ist der „offene Bügel“. Der Metallbügel an der Außenseite ist durch ein Gummiband ersetzt und hat hier seine Soll-Bruchstelle. „Kasus Knacktus“: Beim Sturz muss sich der Steigbügel seitlich öffnen, bei der normalen Belastung durch das Reitergewicht muss er allerdings geschlossen bleiben und darf nicht plötzlich aufspringen. Dieser Bügel ist nichts für reiterliche Schwergewichte, da er nicht über genügend Festigkeit verfügt, und er ist – aufgrund der seitlich fehlenden festen Begrenzung – zunächst gewöhnungsbedürftig. Dieser offene Bügel findet seine Fortführung in einem asymmetrischen Bügel, der anstelle des Gummizuges außen eine fast geschlossene Seite aus demselben Kunststoff hat, in dem der übrige Bügel auch beschaffen ist. Diese Bügel werden stark nachgefragt, vermitteln sie doch mit dem massiven, aber dennoch flexiblen äußeren Steigbügelschenkel mehr Festigkeit als der Band-Bügel.

Zwischen zwei Spangen
Mit zwei Bügel-Spangen ausgestattet ist ein sehr effektiver Sicherheitsbügel, der nach folgendem Prinzip funktioniert: Im Fall des Falles springt die innere Spange sofort auf und die äußere Spange klappt weg. Durch die innere Spange ist der Bügel verhältnismäßig eng. Also nichts für robuste Winterreitstiefel.
 
Ab ins Körbchen
Eine Möglichkeit, den Fuß am Durchrutschen durch den Bügel zu hindern, ist, den Bügel an der Front mit einem Korb zu versehen. Diese vergitterte Form der Sicherheit wird selten im Bereich der klassischen Disziplinen, aber häufig im Bereich der Distanz- und Freizeitreiterei gewählt.
 

Foto: Schemmi_www.pixelio.de

Aus Sicht des Orthopäden
Grundsätzlich müsse der Steigbügel groß und schwer sein, damit der Fuß gut positioniert werden kann, sagt Orthopäde Dr. Jan Holger Holtschmit. Er erläutert: „Man muss den Steigbügel von zwei Grundaspekten her betrachten und bewerten. Die Sicherheit und die Auswirkung auf den Sitz des Reiters und die Position des Fußes stehen dabei im Fokus.“ Ganz wichtig für die reibungslose Funktion von Sicherheitsbügeln ist das korrekte Einschnallen. Weisen Sie den Kunden darauf hin, dass er sich unbedingt an die Händlervorgaben halten muss!
 
 
HIPPO im Gespräch mit Franziska Franke
 
Was zeichnet einen hochwertigen Steigbügel ganz generell aus?
„Auswahl von getesteten Qualitäts-Materialien, gute handwerkliche Fähigkeiten des Herstellers sowie eine Menge Erfahrung. Dazu eine stetig laufende und gute Endkontrolle, damit die Qualität bestätigt wird.“
 
Was spricht aus Ihrer Sicht für Steigbügel aus Metall im Gegensatz zu solchen aus Kunststoff?
„Das Gewicht ist durch das Material Metall höher, die Bügel aus Metall sind langlebiger und pflegeleichter. Mir ist es manchmal bei Tests passiert, dass sich beispielsweise Nylonbügel ‚hochvibriert‘ haben. Durch weniger Stabilität und Starre fingen diese zu ‚singen‘ an.“
 
Was macht einen Steigbügel sicher?
„Eine fast 100-prozentige Sicherheit bringt meiner Meinung nach nur ein Durchrutschschutz! So ist ein Hängenbleiben im Bügel vermeidbar. Alle anderen sicheren Varianten bringen nur die Annahme von mehr Sicherheit. Der Kopf reitet ja schließlich auch mit...“

Wie schwer muss ein guter Steigbügel sein?
„Wir empfehlen 600 bis 800 Gramm, denn je mehr Gewicht der Bügel hat, desto mehr Stabilität bringt er ins Bein.“

Was für Trends bei den Steigbügeln fragen Reiter zur Zeit besonders nach?
„Viel Nachfrage gibt es natürlich in puncto Sicherheit. Aber auch Bequemlichkeit und eine individuelle Farbgebung sind Verkaufsargumente.“ Vielen Dank, Franziska Franke von Elastostep! www.elastostep.de
 

Veröffentlichung in der Online-Ausgabe HIPPO 10/2018


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