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Urheberrechtsverletzung – das kann teuer werden

Rechtsanwältin Bettina Sander aus Mainz informiert!

Gerade haben die EU-Staaten das Urheberrecht geändert. Laut dem neu vorgesehenen Artikel 13 sollen Betreiber von Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten für unautorisierte Veröffentlichungen urheberrechtlich geschützter Werke haften.

Foto: © www.pixabay.de

Das Urheberrecht war in Deutschland jedoch bereits vor den Änderungen der EU durch das Urheberrechtsgesetz besonders geschützt. Urheberrechtlich geschützt sind alle geistigen und künstlerischen Leistungen wie Bilder, Produktfotos oder auch musikalische Werke. Allein dem Urheber wird die Verwertung seines Werkes zugestanden. Das heißt, nur der Urheber darf das Werk vervielfältigen, verbreiten, ausstellen, öffentlich wiedergeben oder bearbeiten. Demnach ist es verboten, Fotos von anderen Webseiten zu kopieren und auf der eigenen Homepage einzustellen. Gleiches gilt für Influencer, die Produkte online bewerben. Auch hier gilt das Urheberrecht. Urheber dieser Fotos ist nämlich immer derjenige, der das Fotos gemacht hat. Solange man eigene Fotos ins Netz lädt, stellt sich nicht die Frage nach Urheberrechtsverletzungen, da man dann ja selbst Urheber des Fotos ist und damit keine fremden Rechte verletzt. Ebenso verhält es sich, wenn ein Einzelhändler eigene Produktfotos und eigene Beschreibungen im Internet veröffentlicht. Da in diesen Fällen der Einzelhändler Urheber der Fotos und der Beschreibung ist, darf er sie auch im Internet veröffentlichen. Möchte der Einzelhändler jedoch eine Standardbeschreibung mit einem Standardfoto veröffentlichen, muss er den Urheber um Erlaubnis bitten und gegebenenfalls eine Lizenzgebühr zahlen.
Erfährt ein Urheber, dass sein Werk von einem Dritten im Internet hochgeladen oder verbreitet wurde, beispielsweise für eine Verkaufsanzeige, kann er von demjenigen, der die Urheberrechtsverletzung begangen hat, entweder ein Nutzungsentgelt verlangen, gegebenenfalls Schadensersatz geltend machen oder aber eine Abmahnung aussprechen und die Entfernung des hochgeladenen Beitrags verlangen. Jeder Einzelhändler, der einen Onlineshop betreibt, sollte sich zuvor genau darüber informieren, mit welchen Produktfotos er Waren im Internet anpreisen darf. Häufig gibt es von den Produzenten oder Herstellern Fotos, die lizenzfrei angeboten werden. Diese lizenzfreien Fotos darf der Händler dann auch dazu nutzen, die Waren im Internet anzubieten und zu bewerben.
Keinesfalls sollte man ungefragt von der Homepage eines Herstellers oder gar Konkurrenten Fotos herunterladen und für seine eigenen Zwecke verwenden. Dies kann einen am Ende teuer zu stehen kommen. Die Gerichte setzen die Streitwerte in solchen Verfahren häufig mit mehr als 5.000 Euro an.
 
Veröffentlichung in Ausgabe HIPPO 4/2019: Dieser Text stellt keine Rechtsberatung dar und erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

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