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Winterzeit — Kuschelzeit

Es wird kälter. Endlich! Nun können Sie Ihren Kunden die kuscheligsten Eisbrecher ever präsentieren. Von der molligen Lammfellsohle über wohlige Thermo­hosen und wattierte Anoraks bis hin zu coolen Mützen. Nicht zu vergessen all die dicken Pferdedecken... Mit trendigen Winter-Must-haves gewinnen Sie die heiße Schlacht im Jahresendgeschäft ganz sicherlich.

© TomsPic_Thomas Hartig

Revolutionäre News aus dem Winter-Wärmeland, das muss man feststellen, gibt es nicht wirklich. Sicherlich wird an Funktionsvielfalt und komfor­tabler Schnittigkeit gefeilt, aber letztlich ist es eher das Design, das die Kollektion 2021 von der vom Vorjahr unterscheidet. Wie Sie als Fachhändler dem Hersteller da ein wenig auf die Sprünge helfen und seine Innovationsfreude ankurbeln können? Indem Sie Ihre Kunden insbesondere auf nachhaltige und vorbildhaft hergestellte Produkte aufmerksam machen. Das Wissen dazu haben Sie (jetzt) ja...
 

© Pixabay


 

Der Röntgenblick —
Wissen, was drin steckt

Schicht für Schicht – so funktioniert die Winterausrüstung. Das gilt nicht nur für den viel zitierten Zwiebellook, sondern Jacken, Mäntel oder Decken an sich sind bereits in mehrfachen Lagen kon­zipiert: die zur Haut gewandte Lage, die Füllung und die Außenhaut. Innen darf die Winterware für Zwei- und Vierbeiner gerne soft und mit leicht auf­gerautem Material ausgekleidet sein – fürs ultima­tive Kuschelfeeling. Bei der Füllung warmer Oberbekleidung scheiden sich die Geister und zur Debatte stehen Daunen als klassisches Naturpro­dukt und Kunstfasern als modernes Synthese-Textil. Die Außenhaut muss nicht nur die perfekte Grundlage für coole Designs darstellen, sondern auch den Funktions-­Spagat zwischen Atmungsaktivität einerseits und Wind- und Regendichte andererseits schaffen. Hier versucht man, mit Spezial-Membranen und modernen Beschichtungen zu agieren.
Leider bei modisch angelegter Winter-­Wear häufig vernachlässigt: reflektierende Applika­tionen, die für Sichtbarkeit und somit für Sicherheit des Winteroutfits sorgen. Es müssen ja keine neongrellen Design-Killer sein: Im Lichtkegel „strahlend schöne“ Regionen als Basis-Security aber sind für die dunkle Jahreszeit absolut empfehlenswert!!!  

  

© Waldhausen

Herbst-/Winter-Kollektion 2019/2020 - www.waldhausen.com 

Der Klassiker: Die Daune

Geliebt, aber nicht unumstritten bei Winterbekleidung ist die klassische Daunenfüllung. Ein absolutes No-Go – so beteuert jedenfalls das Gros der Hersteller – sind Daunen aus sogenanntem Lebendrupf. Eine tierquälerische Prozedur. Allerdings lässt sich die Herkunft der Daunen gerade bei Ware aus Fernost nicht in ausreichendem Maße zurückverfolgen. Ganz egal ob Ente oder Gans – fern von Europa wird das Geflügel nicht nur zwangsgemästet, sondern zudem bei lebendigem Leib gerupft. Mehrfach. Ein No-Go!!! Fachhändler sollten deshalb nur Winterware anbieten, deren Füllungen nachweislich aus Daunen von Schlachttieren sind! Neben der Herkunft, die für das gute Gewissen relevant ist, spielt die Qualität der Daunenfüllung eine Rolle. Grund­sätzlich gilt – so wie beim Leder und anderen tierischen Produkten auch –, draußen gehaltene und gesund gefütterte Tiere liefern hochwertigeres „Material“. Das Mischverhältnis von weichen Daunen zu stützenden Federn liegt idealerweise bei 90:10, 80:20 ist aber immer noch gut. Vorteil von Daunen zu Kunstfaser: Sie vermitteln ein weiches Tragegefühl und sind im Gewichts-/Wärmeverhältnis unschlagbar.  

 

Moderne Variante

Kunstfasern haben einen schlechten Ruf. Beim derzeitigen Klimahype bekommt man schon Schweißausbrüche, bevor man eine Winterjacke aus synthetischem Textil überhaupt angezogen hat, oftmals zu Unrecht. Ihre Vorteile: Sie wärmen sogar nass, trocknen schnell, sind pflegeleicht und deutlich günstiger als Produkte mit Daunenfüllung. Natürlich aber haben diese Synthetics gegenüber anderen Naturfasern und Daunen entscheidende ökologische Nachteile: Sie verbrauchen bei ihrer Herstellung sehr viel Energie, enthalten häufig Chemie und: Sie verrotten niemals. Stichwort „Plastikmüll“. Doch es ist inzwischen durchaus möglich, diese Nachteile zu reduzieren. Zum einen, indem man Kunstfasern aus recyceltem Plastik nutzt. Hier sind beispielsweise die Füllungen aus alten PET-Flaschen in aller Munde. Das lässt zwar die Müllberge schrumpfen und die Ozeane aufatmen, aber: Die Verfahren, bis man solch eine alte Trinkflasche in eine kuschelige Winterwärme-Faser verwandelt hat, sind ungleich aufwändiger als der Nutzen, den der Recycling-Versuch birgt. Die Lösung: bereits in Textilien eingesetzte Fasern verwenden. Das Recyceln von Outdoor-Kleidung ist also der Königsweg, den die Textilindustrie einschlagen muss. Ob für Reitanoraks, Hundecapes oder Pferdedecken.

 

Natur pur

Schaffell ist Trend: Als reines Naturprodukt ist es nicht nur nachhaltig, sondern der 

gemütliche Pelz ist darüber hinaus warm, langlebig und einfach wunderbar kuschelig. Ob als Sohle oder Futter im Stiefel, als Polster auf dem Sattel, als Fell auf den Stühlen im Reiterstübchen oder als mollige Unterlage fürs heimische Interieur Ihrer Kunden:

Bieten Sie auf jeden Fall eine Auswahl des flauschigen Evergreens an. Wissen sollten Sie, dass Schaffell über den unvergleichbaren Komfort hinaus mit weiteren Features punktet: So isoliert es prima und nimmt dennoch bis zu 30 Prozent Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf auf. Dabei fühlt es sich überhaupt nicht klamm oder kalt an. Seine Wolle ist schmutzabweisend und sehr strapazierfähig. Da Schaffell aus 100 Prozent Eiweißproteinen bestehen und dieses Eiweiß keine Grundlage für Viren oder Bakterien bietet, gilt es als antibakteriell und Haut schonend.

© Rudy and Peter Skitterians_Pixabay


Have a „break“ - hab es warm!

Klein, unkompliziert und herrlich warm, so stecken Handwärmer die Kälte vorübergehend in die Tasche – also gewissermaßen, indem sie diese aus eben der Tasche verbannen. Doch wie genau funktionieren diese kleinen Kunststoffbeutel mit dem hitzigen Gel eigentlich? Mit einem Mix aus Chemie und Physik: Im Handwärmer befinden sich Wasser und ein wasserhaltiges Salz, zumeist Natriumacetat, sowie ein kleines Metallplättchen. Bei der Herstellung badet der Beutel in heißem Wasser. Dadurch löst sich das Salz und es bleibt – anders als beispielsweise simples Kochsalz – in diesem gelösten Zustand. Eine solche spezielle Salz-Wasser-Verbindung nennt man übrigens „unterkühlte“ Flüssigkeit. Da keine Energie verloren geht, bleibt diese im Handwärmer erhalten. Sie wird allerdings schlagartig freigesetzt, wenn die unterkühlte Flüssigkeit in ihrer Ruhe gestört wird wie beispielsweise durch den Knick. Beim Knicken des Metallplättchens im Handwärmer werden Kristallisationskeime erzeugt und die Flüssigkeit kristallisiert sofort aus. Dieser Vorgang erzeugt eben die Wärme, die man braucht, um winterliche Eisfinger für gewisse Zeit angenehm warm zu halten. Als erste Hilfe inmitten der Eiszeit haben die kleinen Gel-Heizungen natürlich ihren Reiz. Ökologisch unbedenklich allerdings sind sie nicht, denn: Sie lassen sich nur einige wenige Male wieder nutzen (jeweils nach einem erneuten heißen Wasserbad). Danach wandern sie auf den Müll... und mit ihnen Kunststoff und Metall.

 

Unter Strom

In beheizbaren Jacken wird vielen Reitern und Outdoor-­Fans ganz warm ums Herz und weiter drumherum auch. Die Modelle sind tragekomfortable Partner bei deftigen Minus­temperaturen und zwar über Stunden. Welche Köperteile elektrisch beheizt werden, ist Jacke wie Hose. Ein enormer Vorteil gegenüber traditioneller Winterkleidung im auftragen­den Zwiebellook: die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit. Und die Entlastung des Körpers, der nicht permanent auf Hochleistung laufen muss, um eine gewisse Basis-Wärme zu er­halten. Klamottentechnisch eine echte Über­legung für alle Reitlehrer und braven Mamas und Papas, die eisige Stunden in der Reithalle ausharren, um für den Fortschritt der Reiterei zu sorgen. Zumindest einen Katalog mit dieser äußerst angenehmen, wenn auch kostspieligen und nachhaltig nicht unbedenk­lichen Heizbekleidung sollten Sie parat halten. Heizsysteme, Verteilung der Wärmezone und Dauer der Wärmeleistung – auch nach Ausfall des Akkus – sind wichtige Kaufkriterien.

 

Fell weg, Decke rauf!

Winterzeit ist Deckenzeit und seit jeher Zeit für Diskussionen: Sollen Pferde geschoren werden oder eben nicht? Wer mit seinem Pferd sportlich unterwegs ist, für den stellt sich die Frage nicht! Schließlich macht kein Mensch freiwillig im Pelzmantel Sport. Eine sorgfältige Schur mit qualitätsstarkem Equipment ist nicht nur die beste Voraussetzung für fitte Sportpferde im Winter, sondern auch für ein professionelles und angepasstes Deckenmanagement. Damit das gelingt, offerieren Sie hochwertige Scherma­schinen samt Zubehör und bieten ein umfangreiches Deckensortiment sowie Services wie Deckenwäsche, -reparatur oder -bestickung an! 

 

Doppelstrategie bei Pikeur

„In puncto Füllmaterialien verfolgen wir bei Pikeur eine Doppelstrategie, zum einen verwenden wir bei echter Daune nur die nach dem strengen RDS (Responsible Down Standard) zertifizierte Daune, zum anderen setzen wir auf alternative Fül­lungen aus Polyester mit ähnlichen Funktions­eigenschaften wie bei echter Daune. Ob recyceltes Polyester sinn­voll ist, muss jedes Unternehmen für sich entscheiden. Jedenfalls stellt es eine Alternative zur Daune dar und verbraucht deutlich weniger Ressourcen. Beheizbare Mode ist bei Pikeur derzeit kein Thema, was aber auch mit den gesetzlichen Regelungen hinsichtlich Elektrogesetz und der Entsorgung der Bekleidungs­stücke zu tun hat. Es ist auch schwer, auf der einen Seite eine Kollektion nachhaltig zu gestalten und dann Elektronikbauteile einzubauen, die das Kleidungsstück zu Sondermüll machen.“ Stephan Jahn, Qualitätsmanager bei Pikeur

 

Die Legende von Patagonia

„Kaufen Sie diese Jacke nicht!“, so lautete der Titel einer ganzseitigen Anzeige, die Outdoormode-Hersteller Patagonia vor einigen Jahren in den USA schaltete. Anti-Werbung zum Start der Weihnachtssaison. Das US-Unternehmen forderte dazu auf, Kleidung lieber reparieren zu lassen, zu recyceln oder einfach länger zu tragen, als sich dem Konsumrausch hinzugeben. Diese Botschaft gilt bis heute. Trotzdem verkaufen sich die Pro­dukte bestens – oder gerade deshalb. Der Umsatz hat sich seit 2008 verdreifacht auf in diesem Jahr 750 Millionen US-Dollar... Mitreißende Marketingidee und Wachstums­strategie mit Vorbildwirkung.

 

Smart und warm

Unter Umweltaspekten betrachtet gilt bei Winterware wie bei allen Outdoor-Textilien: so wenig textile Features wie möglich, so viele wie nötig. Warum das so ist? Weil bei vielen Hightech-Stoffen eben auch ein höherer Einsatz teils schädlicher Chemi­kalien gegeben ist wie beispielsweise Fluor­carbone. Wenn man zwar den sonn­täglichen Ausritt bei typisch deutschem Schmuddel-Winter überleben, aber nicht den Mount Everest per Pferd erklettern will, braucht es einfach keine Drei-Lagen-Mem­branjacke mit einer Wassersäule von 40.000 Millimetern, wo doch die DIN-Norm bereits bei 1.300 Milli­metern Wasserdichte attestiert. Zeiten, in denen Wintertextilien nur warm, bequem und funk­tional sein sollten, sind längst passé. Heute müssen die Teile möglichst smart sein. Gerade für die junge Generation sind Features wie ein eingearbeitetes Thermostat in die Pferdedecke oder „heiße Drähte“ in Hundekorb und Anorak echte Kaufargumente! Richtig cool bei warmer Ware ist auch die Möglichkeit, relevante Infos („Dein Pferd friert gerade“) in Echtzeit aufs mobile End­gerät übermittelt zu bekommen und dann – ebenfalls online – Lösungsmöglichkeiten zu veranlassen.
 

© Gerd Altmann_pixabay


Cavallo nimmt Nachhaltigkeit ernst

„Wir setzen bei unseren Reithosen – natürlich auch bei den Wintermodellen – überwiegend auf euro­päische Qualitäten und produzieren diese ressourcensparend im benachbarten europäischen Ausland. Kurze Wege reduzieren den CO2-Ausstoß und schonen das Klima. Bei den warmen Winter-Jacken ist Daunenfüllung immer noch das hochwertigste Material, da es als einziges Füllmaterial sofort nach dem Anziehen wärmt. Für Cavallo werden keine Daunen aus Lebendrupf eingesetzt, davon überzeugen sich Mitarbeiter regelmäßig vor Ort. Bommeln an Mützen und Fellkrägen bestehen selbstverständlich aus hochwertigem Kunstmaterial. Tierwohl steht bei Cavallo an höchster Stelle und schließt Echt-Pelz-Produkte aus.“        
Sandra Berghaus, Cavallo
 
BUSSE verzichtet auf Daunen
„Den ab Juli 2020 geltenden REACH-­Standard hinsichtlich der Verwendung von PFOA haben wir bezüglich unserer BUSSE-Outdoorkollektion bereits seit der Produktion Herbst/Winter 2018 umgesetzt. Fellkragen oder -bommel sind bei uns grundsätzlich immer aus Kunstfaser hergestellt und nicht tierischen Ursprungs. Entsprechend weisen wir in unseren Produktbeschreibungen eindeutig darauf hin. In der aktuellen Outdoor-Kollektion 2019 verzichten wir bewusst auf Produkte mit echter Daunen- beziehungsweise Federisolierung. Aus unserer Erfahrung lässt sich sagen, dass Endkunden noch einen unterschiedlichen Fokus auf Nachhaltigkeit legen. Wir bieten beispielsweise seit einigen Jahren zwar mit stetig steigendem Erfolg auch Lederzäume aus überwiegend vegetabil gegerbtem Leder an, die natürlich etwas teurer sind, doch könnten wir zum jetzigen Zeitpunkt unseren Geschäftserfolg allein mit dieser Zielgruppe nicht realisieren.“
Marion Kühnel, 
Produktmanagement BUSSE
 
 
USG hat alle Seiten im Blick
„In Bezug auf die Nachhaltigkeit ist derzeit einiges los in der Branche. Man versucht, die PVC-Verpackungen zu verbannen, Kunststoffbeutel durch Natur-Komponenten zu ersetzen und natürlich auch bei der Winter­­mode so nachhaltig wie möglich zu produzieren. Unsere Deckenfüllungen sind nicht tierisch und die Mode von Springstar ebenfalls. Das gilt auch für die Bommeln und Fellapplikationen. Ganz generell ist das natürlich ein Megathema: Auf der einen Seite will man atmungsaktive winterwarme Sportswear tragen, die dann aber bei jedem Waschgang Mikropartikel in die Umwelt spült. Auf der anderen Seite kann beispielsweise Baumwolle zwar das Abwasser schonen, ist aber in der Produktion wasserschlingend und unter Umständen sozial unfair geerntet. Das Thema Nachhaltigkeit ist also nicht nur in Bezug auf die aktuelle Wintermode ein äußerst schwieriges, das man immer von allen Seiten beleuchten muss, bevor man sich ein Urteil bildet und es als besonders nachhaltig anpreist. Grundsätzlich geht die Branche dazu über, immer mehr natürliche Komponenten zu verwenden.“
Stefan Schwanbeck, USG
  
Veröffentlichung in der Ausgabe HIPPO 10/2019 

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